Kliniken und Behandlungszentren

Augenklinik
Prof. Dr. med. Hendrik Scholl

Kennzahlen

2016 2015
Stationäre Fälle 619 532
Stationäre Operationen 539 434
Ambulante Patienten (Kontakte) 82'497 80'809
Ambulante Operationen (Prozeduren) 3'328 3'418
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 16'674'000 16'258'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (stationäre Patienten) 97.5% 97.6%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend» & «sehr gut» (ambulante Patienten) 85.2% 85.9%

Highlights 2016

  • Die Anzahl der ambulant behandelten Patientinnen und Patienten hat sich 2016 im Vergleich zu 2015 weiter erhöht. Insgesamt wurden über 82’000 Patientenkontakte registriert (+2% gegenüber 2015) und ein Plus von 3% in Tarmedpunkten erzielt. Im stationären Bereich war das Wachstum am grössten. 2016 wurden dort 16% mehr stationäre Fälle behandelt und 24% mehr stationäre Operationen durchgeführt. Besonders stark entwickelt im Vergleich zu 2015 haben sich die Zahlen in der Medical Retina-Sprechstunde (+72%), als auch in den restlichen Spezial-Sprechstunden (+12%) und in der Diagnostik (+11%).
  • Im August 2016 wechselte Prof. Hendrik Scholl aus dem Wilmer Eye Institute, Johns Hopkins University, von Baltimore nach Basel, um seine Tätigkeit als Chefarzt in der Augenklinik aufzunehmen. In seinem Fachgebiet Retinologie führt und betreut er die Spezialsprechstunden für retinale Dystrophien und für Ophthalmogenetik.
  • Durch die Einführung des neuen XEN-Glaukomimplantats konnte das chirurgische Angebot der Augenklinik in der Glaukomtherapie erweitert werden.
  • Die interdisziplinäre Sprechstunde Uveitis/Optikusneuropathie bietet durch die vertiefte Zusammenarbeit mit der Neurologie, Rheumatologie und Pneumologie eine fachübergreifende Betreuung komplexer Fälle.
  • Mit Dr. Patricia Siems, allgemeine Ophthalmologie, und Dr. Katarzyna Konieczka, Leitung vaskuläre Sprechstunde, konnte die Augenklinik das Spezialarztteam verstärken und das Angebot weiter ausbauen.
  • Nach erfolgreicher ophthalmologischer Ausbildung an der Augenklinik Basel konnten Dr. Simone Kolb und Dr. Sara Brittingham als Oberärztinnen gewonnen werden.
  • Prof. David Goldblum wurde zum wissenschaftlichen Sekretär und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG) gewählt.
  • Prof. Hendrik Scholl wurde zum Associate Editor von «Ophthalmic Research» und in das Editorial Board von «Ophthalmologica» gewählt. Beides sind internationale Zeitschriften des Karger-Verlags im Bereich der ophthalmologischen Forschung.
  • Prof. Hendrik Scholl wurde in das Scientific Advisory Board der Foundation Fighting Blindness (Maryland, USA), Intellia Therapeutics (Massachusetts, USA), und des Astellas Institute for Regenerative Medicine (Massachusetts, USA) berufen.
  • Der national und international renommierte Jahreskongress in der Ophthalmologie (Basler Fortbildungstage), diesmal unter der fachlichen Leitung von Prof. Anja Palmowski-Wolfe mit dem Thema «neuroophthalmologisches Potpourri», war mit einem ausgebuchten Hörsaal im Zentrum für Lehre und Forschung und 437 externen Teilnehmern ein grosser Erfolg.
  • Mit Prof. Hendrik Scholl erlangte die Augenklinik die Mitgliedschaft im European Vision Institute Clinical Research Network (EVICR.net), einem Netzwerk von ausgewählten europäischen Exzellenzzentren, die im Bereich klinischer Forschung in Europa zusammenarbeiten und gemeinsame Standards erarbeiten und einsetzen. Dies ist für die Ausrichtung und Positionierung der Augenklinik im wissenschaftlichen Umfeld von zukunftsweisender Bedeutung. Prof. Scholl wurde Mitglied des Steering Committee und Leiter des Expert Committee der retinalen Dystrophien im EVICR.net.
  • Im Bereich Forschung gelang es Dr. Albert Neutzner in Zusammenarbeit mit Dr. David Wendt (Departement für Bioengineering) und mit finanzieller Unterstützung des Forschungsfonds des Kantonsspitals Aarau und der Herta-Messerli-Stiftung Zürich, ein innovatives 3D-Zellkulturmodell der Mikroumgebung des optischen Nervs zu etablieren.
  • Eine neuer Therapieansatz zur Behandlung der autosomalen dominanten Optikusatrophie (ADOA) wurde durch Entwicklung eines artifiziellen Transaktivators mit finanzieller Unterstützung der Gebert-Rüf-Stiftung, der Schwickert Stiftung und des Vereins der Förderung der Weiterbildung in der Augenheilkunde entwickelt. Die Testergebnisse zur Wirksamkeit werden 2017 erwartet.

Ausblick 2017

  • 2017 ist die Einführung von Spezialsprechstunden für das trockene Auge (Sicca-Sprechstunde) und für operative Refraktionskorrekturen (Refraktive Sprechstunde) unter der Leitung von Prof. David Goldblum bzw. Frau Dr. Nadine Gerber-Hollbach geplant. Ein wichtiger Fokus der Kontaktlinsen-Sprechstunde liegt 2017 auf den Skleralinsen, die sich als optimale Therapie bei schwersten Augenoberflächenproblematiken bewährt haben.
  • Im Jahr 2016 hat die Augenklinik Basel im Rahmen einer vorgezogenen Kooperation eine Kooperationsvereinbarung mit der Augenklinik des Kantonsspital Baselland Liestal (KSBL) abgeschlossen. Damit nimmt die Augenklinik eine Vorreiterrolle ein auf dem Weg hin zu einer gemeinsamen Spitalgruppe. Ziel der Kooperation der Augenkliniken ist eine optimierte regionale Versorgung im Bereich Ophthalmologie. Zu diesem Zweck werden beide Augenkliniken ihr Leistungsangebot miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen. So werden in Liestal die Spezialsprechstunden ausgebaut und fachlich von Spezialisten aus dem Unispital Basel mitbetreut. Bei Bedarf können Augenärzte des Unispitals Basel auch bei operativen Eingriffen an stationären Patientinnen und Patienten des Kantonsspital Baselland eingesetzt werden. In einem nächsten Schritt wird der Aufbau einer gemeinsamen integrierten Augenklinik beider Spitäler geprüft und allenfalls in Angriff genommen werden.
  • Erstes sichtbares Zeichen einer Zusammenarbeit der beiden Augenkliniken ist die Doppelfunktion von Prof. Christian Prünte, Chefarzt der Augenklinik des Kantonsspitals Baselland in Liestal. Prof. Prünte wird ab  März 2017 neu auch als klinischer Chefarzt und Chefarzt-Stellvertreter der Augenklinik Basel tätig sein. Damit wird Prof. Christian Prünte zum Bindeglied der geplanten gemeinsamen Augenklinik. Gemeinsam werden Prof. Scholl und Prof. Prünte die Ophthalmologie in der Region Nordwestschweiz weiterentwickeln und ausbauen.

Ausgewählte Publikationen

  • Kaeslin MA, Killer HE, Fuhrer CA, Zeleny N, Huber AR, Neutzner A (2016) Changes to the Aqueous Humour Proteome during Glaucoma. PLoS One. 11: e0165314.
  • Kong X, Strauss RW, Michaelides M, Cideciyan AV, Sahel JA, Muñoz B, West S, Scholl HPN; ProgStar Study Group (2016) Visual Acuity Loss and Associated Risk Factors in the Retrospective Progression of Stargardt Disease Study (ProgStar Report No. 2). Ophthalmology. 123: 1887-97.
  • Scholl HPN, Strauss RW, Singh MS, Dalkara D, Roska B, Picaud S, Sahel JA (2016)Emerging therapies for inherited retinal degeneration. Sci Transl Med. 8: 368rv6.
  • Sekulic-Jablanovic M, Ullrich ND, Goldblum D, Palmowski-Wolfe A, Zorzato F, Treves S (2016) Functional characterization of orbicularis oculi and extraocular muscles. J Gen Physiol. 147: 395-406.
  • Waldmann NP, Kochkorov A, Polunina A, Orgül S, Gugleta K (2016) The prognostic value of retinal vessel analysis in primary open-angle glaucoma. Acta Ophthalmol. 94: e474-80.