Kliniken und Behandlungszentren

Departement Biomedizin
Prof. Dr. med. Radek Skoda

Das Departement Biomedizin (DBM) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Die exzellente Forschungsleistung des DBM zeigt sich in der erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln bei schweizerischen, europäischen und internationalen Institutionen sowie in zahlreichen Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften. Das DBM hat zum Ziel, klinische Forschung und medizinische Grundlagenforschung füreinander nutzbar zu machen. Gegenwärtig arbeiten 67 Forschungsgruppen – wovon 35 den klinischen Professuren des Universitätsspitals Basel angegliedert sind (DBM/Teil-Unispital Basel) – in den vier Forschungsschwerpunkten Immunologie & Infektionskrankheiten, Neurobiologie, Onkologie & Krebsforschung und Stammzellen & Regenerative Medizin. Diese werden von zwei Forschungsgruppenleitern mit Schwerpunkt in Grundlagen- und klinischer Forschung geleitet. Ebenfalls gemeinsam werden Projektseminare und Tagungen veranstaltet, die dem wissenschaftlichen Informations- und Ideenaustausch dienen. Zudem trägt das DBM/Teil-Unispital Basel nachhaltig zur Ausbildung von Studierenden der Medizin, der Biologie und der Pharmazie auf Master- und Doktoratsstufe bei. In unserem Doktoratsprogramm, dem «International PhD Program in Biomedicine», sind derzeit 122 Studenten aus 29 Ländern eingeschrieben. Auch auf Ebene der Forschungsgruppenleiter wird aktive Nachwuchsförderung betrieben: Im Jahr 2016 forschten am DBM sechs SNF Ambizione-SCORE Fellows und sieben SNF Professuren mit ihren Gruppen und auch 2017 unterstützt das DBM mehrere vielversprechende Bewerbungen für diese nationalen Förderprogramme.

Herausforderungen an das DBM

Die Organisation des DBM zielt darauf ab, für ihre Forschungsgruppen optimale Rahmenbedingungen für experimentelle biomedizinische Forschung zu schaffen. Die Bereitstellung der dafür benötigten Infrastruktur und Ressourcen, der Kostendruck und die generelle Belastung durch die Zunahme an administrativen Aufgaben auf allen Ebenen stellen für das DBM eine grosse Herausforderung dar, der mit weiteren Effizienzsteigerungen begegnet wird. Ein wichtiges Mittel dazu sind eine gemeinsam genutzte Infrastruktur und Apparate sowie die Core Facilities, technologische Serviceeinheiten, die den Forschenden teure und komplexe Technologien zur Verfügung stellen und sie fachlich unterstützen. Die DBM Core Facilities für Durchflusszytometrie, Mikroskopie und Bioinformatik sind eine Voraussetzung, dass die Forschungsgruppen am DBM weiterhin kompetitiv hochstehende Forschung betreiben können. Durch den hohen Technisierungsgrad und die grosse Nachfrage an Core Facilties übertrifft der Bedarf an Betreuung durch eine Core Facility die bestehenden Ressourcen klar – besonders im Personalbereich. Deshalb bleibt die Sicherstellung der Kompetitivität durch eine solide Aufstellung unserer Core Facilites eine grosse Herausforderung für die kommenden Jahre.

Die langfristige Perspektive für das DBM ist der 241 Millionen Franken teure DBM Neubau, welcher bis 2023 auf dem Life Science Campus Schällemätteli entstehen wird. Der von Caruso St John Architects entworfene Bau ging 2015 als Siegerprojekt aus dem anonymen Projektwettbewerb für den Neubau hervor. Die bislang auf fünf Standorte verteilten 800 Mitarbeitenden des DBM werden künftig im selben Gebäude arbeiten. Das spart nicht nur Kosten, sondern erleichtert auch den wissenschaftlichen Austausch und ermöglicht weiterhin biomedizinische Forschung auf höchstem Niveau. Zusammen mit dem Biozentrum und dem ETH Department of Biosystems Sciences and Engineering (D-BSSE) bildet der Neubau DBM den Kern des neuen Life Science Campus Schällemätteli, der direkt neben dem Unispital Basel entstehen wird. Die erleichterte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und die direkte Anbindung ans Unispital Basel schaffen optimale Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Biomedizin von Morgen.

Die wissenschaftliche Exzellenz, gemessen an Publikationen, eingeworbenen Drittmitteln und internationaler Ausstrahlung, stellt ein wichtiges Leitmotiv des DBM dar. Eine hohe Priorität haben dabei die Berufungen von Experten, die in der Lage sind, das DBM international sichtbar aufzustellen und kompetitiv Drittmittel einzuwerben. Ein unabhängiges Scientific Advisory Board (SAB) von acht international führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beurteilt jährlich die Organisation des DBM und die Leistungen einzelner Forschungsgruppen. Im Rahmen des SAB-Besuchs findet jeweils auch der DBM Research Day statt, an dessen Symposium die Forschenden aller fünf DBM Häuser miteinander interagieren. Der Research Day, wie auch das DBM Summer Symposium, zeigen auch die enge Verbindung zwischen Grundlagen und angewandter Forschung auf und fördert neue Kollaborationen innerhalb des Departements.

Brücke zwischen Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Industrie

Die meisten Forschungsprojekte am DBM haben einen direkten Krankheitsbezug zum Menschen und führten in mehreren Fällen zu einer verbesserten Diagnostik oder zu neuen Therapieansätzen. Solche komplexen Forschungsprojekte erfordern zunehmend eine Vernetzung über die Grenzen des DBM hinaus. Diese erfolgen einerseits mit den Departementen Klinische Forschung (DKF) und Biomedical Engineering (DBE) in Basel, anderseits mit nationalen und internationalen Institutionen und durch erfolgreiche Beteiligungen an Netzwerkprojekten des Schweizerischen Nationalfonds (Sinergia und nationale Schwerpunktprogramme), der SystemsX.ch Initiative, des KTI und der EU (European Research Council ERC).

Das DBM verdankt seinen Erfolg insbesondere seinen rund 800 Mitarbeitenden aus 40 Ländern (wovon 450 am Unispital Basel tätig sind) und trägt damit wesentlich zur Attraktivität des Life Sciences Standorts Basel bei.

Ausgewählte Publikationen

  • Balmer ML, Ma EH, Bantug GR, Grahlert J, Pfister S, Glatter T, et al. Memory CD8(+): T Cells Require Increased Concentrations of Acetate Induced by Stress for Optimal Function. Immunity. 2016;44(6):1312-24.
  • Mumme M, Barbero A, Miot S, Wixmerten A, Feliciano S, Wolf F, et al.: Nasal chondrocyte-based engineered autologous cartilage tissue for repair of articular cartilage defects: an observational first-in-human trial. Lancet. 2016;388(10055):1985-94.
  • Navarini AA, Hruz P, Berger CT, Hou TZ, Schwab C, Gabrysch A, et al.: Vedolizumab as a successful treatment of CTLA-4-associated autoimmune enterocolitis. J Allergy Clin Immunol. 2016.
  • Probstel AK, Kuhle J, Lecourt AC, Vock I, Sanderson NS, Kappos L, et al.: Multiple Sclerosis and Antibodies against KIR4.1. N Engl J Med. 2016;374(15):1496-8.
  • Shimizu T, Kubovcakova L, Nienhold R, Zmajkovic J, Meyer SC, Hao-Shen H, et al.: Loss of Ezh2 synergizes with JAK2-V617F in initiating myeloproliferative neoplasms and promoting myelofibrosis. J Exp Med. 2016;213(8):1479-96.