Kliniken und Behandlungszentren

Neurologische Klinik und Poliklinik
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Ludwig Kappos

2016 2015
Stationäre Fälle (1) 1'344 1'253
Pflegetage (1) 11'149 10'959
Verweildauer (2) 7.3 7.7
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (stationäre Patienten) 95.3% 95.3%
Konsile (inkl. Felix Platter-Spital, Universitäre Psychiatrische Kliniken, Kantonsspital Baselland, Reha Rheinfelden 7'298 5'929
Patienten Poliklinik 8'469 7'812
Konsultationen Poliklinik (3) 10'701 9'905
Untersuchungen (diagnostische Abteilungen) 10'678 9'791
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) (4) 7'981'000 5'324'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 84.7% 82.8%
Ärztliche Mitarbeitende (FTE per 31.12.) 36.8 36.5
Drittmittelstellen Akademiker (FTE per 31.12.) (5) 26.5 27.9
Drittmittelstellen Nicht-Akademiker (FTE per 31.12.) (5) 15.8 16
Publikationen peer-reviewed (Anzahl/IF) 153/866 173/876

(1) Inklusive Stroke Unit (ab Mitte 2015) und Kurzzeitklinik (KUK) (ab 2016) gemäss BI, 8.02.17 (SwissDRG: Austritte, Case-Mix und ALOS nach fachl. OE und Mitternachtsstatistik) (daher für 2015 rückwirkend angepasst)
(2) Inklusive Stroke Unit (ab Mitte 2015) und Kurzzeitklinik (KUK) (ab 2016) gemäss BI, 8.02.17 (SwissDRG) (daher für 2015 rückwirkend angepasst)
(3) Inklusive Konsultationen in Spezialsprechstunden der diagnostischen Abteilungen
(4) Inklusive Kurzzeitklinik (KUK) für 2016 
(5) Jeweils inklusive im DBM verwalteter Stellen der Forschungsgruppen der Neurologie

Stationäre Fälle

1'344
2016
1'253
2015

Anzahl Konsile

7'298
2016
5'929
2015

Patienten Poliklinik

8'469
2016
7'812
2015

Highlights 2016

  • Beförderung zum Titularprofessor: Leo Bonati, Tobias Derfuss
  • Habilitationen: PD Gian Marco De Marchis, PD Martin Hardmeier, PD Matthias Mehling, PD Katrin Parmar, PD Regina Schläger und PD Özgür Yaldizli 
  • Dissertationen: Dr. phil. nat. Marielle Brockhoff, Dr.med. Philippe Dahda, Dr. phil. nat. Maria Zimmermann 
  • Masterarbeiten: Psychologie: Viviane Brügger ; Medizin: Zoran Borjevic, Tolga Dittrich, Ivo Lindenberger, Martina Valença, Daniel Wiesli
  • Preise / Ehrungen / weitere Beförderungen: Gian Marco de Marchis: 3. Preis: Young Investigator Award (Basel); Anne-Katrin Pröbstel: American Academy of Neurology (AAN) International Scholarship Award 2016; David Seiffge: 1. Preis: Young Investigator Award (Basel).

Stefan Engelter wurde im Oktober 2016 Präsident der Swiss Federation of Clinical Neuro-Societies (SFCNS) Zertifizierungskommission für Stroke Units und Centers und per 1. Januar 2017 zum Chefarzt Rehabilitation im Felix Platter-Spital ernannt, mit weiterbestehender Leitender Arzt-Tätigkeit in der Neurologie und im Stroke Center am Universitätsspital Basel; Peter Fuhr wurde Fellow der American Academy of Neurology; Ludwig Kappos erhielt den Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät der Universität Patras, Griechenland; Nils Peters wurde Leitender Arzt im Felix Platter-Spital und Kaderarzt in der Neurologie am Unispital Basel; Stephan Rüegg wurde Präsident der Schweizerischen Epilepsie-Liga und Fellow der American Epilepsy Society.  Er war Co-Chair und Co-Organisator des zweiten internationalen Meetings  «Immunity, Inflammation in Epilepsy IIE» in Milano. Neu als Klinikmanagerin für Neurologie und Stroke Center hat zum 1. April 2016 Frau Christine Baumann angefangen.

Die Neurologische Klinik und Poliklinik ist die Referenz für die differenzierte Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen in der Region, für die Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Ärzten auf dem Gesamtgebiet der Neurologie sowie für innovative, patientenorientierte Forschung. Mit einem fachärztlich geführten neurologischen 24-Stunden-Schichtdienst sind wir verantwortlich für das Hirnschlagzentrum/Stroke Center und die neurologische Bettenstation sowie für die konsiliarische Betreuung des Notfallzentrums, der Intensiv- und Allgemeinstationen des Universitätsspitals Basel und benachbarter Kliniken. In den drei diagnostischen Abteilungen (EEG, EMG/ENG und Evozierte Potenziale, zerebrovaskulärer Ultraschall) werden spezialisierte Untersuchungen für stationäre und ambulante Patientinnen und Patienten angeboten. In der allgemeinen Poliklinik und den Spezialsprechstunden, unter anderem für zerebrovaskuläre, neuromuskuläre, neuroimmunologische Erkrankungen, Bewegungsstörungen, Epilepsie, Multiple Sklerose und Schmerzen, wird ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen diagnostiziert und in enger Kooperation mit den zuweisenden Ärztinnen und Ärzten behandelt.

Das Jahr 2016 war geprägt durch die Konsolidierung des Betriebs der 6 IMC/Stroke-Betten im 4. Stock, unter Nutzung von Synergien mit der Neurologischen Allgemeinstation. 

Bei weiterem Anstieg der stationär behandelten Patientinnen und Patienten um ca. 7% verkürzte sich die mittlere Verweildauer (inklusve Stroke-Unit und Kurzzeitklinik) von 7,7 (2015) auf 7,3 Tage (2016). Neben der hohen Motivation und dem Engagement aller beteiligten Berufsgruppen und Abteilungen und der Optimierung der Abläufe im Unispital Basel ermöglicht die noch engere und besser abgestimmte Zusammenarbeit mit den um die Frührehabilitation besorgten Teams im Felix-Platter Spital, in der Reha Rheinfelden und im Rehab Basel sowie neu im «Centre de rééducation» in Porrentruy eine hohe Versorgungsqualität zu erzielen.

Weiter steil ansteigend ist im 2016 die Zahl neurologischer Konsilien auf allen Abteilungen des Unispitals Basel und insbesondere im Notfallzentrum. Deutlich gestiegen ist auch die Zahl ambulanter Patientinnen und Patienten und Konsultationen in der Poliklinik (inklusive Spezialsprechstunden) und in den diagnostischen Abteilungen. Für EMG- und EEG-Untersuchungen werden weiterhin die beliebten Spätsprechstunden bis abends um 21 Uhr angeboten.

Es ist erfreulich, dass unser Team – trotz der bei weitgehend konstantem Personalbestand weiter gestiegenen Anforderungen in der unmittelbaren Patientenbetreuung – auch im 2016 Spitzenleistungen in der Forschung vorweisen konnte. Unsere stark klinisch ausgerichtete Forschung stützt sich auf lokale, nationale und vor allem internationale Kooperationen und spannt den Bogen von molekularen, zellulären und biochemischen Projekten unserer neuromuskulären und neuroimmunologischen Forschungsgruppen im Departement Biomedizin und der Demenzforschungsgruppe in der Neuropathologie, zu modernen Verfahren der Bildakquisition und -verarbeitung, die wir im neu konstituierten Departement Biomedical Engineering zusammen mit dem Medical Image Analysis Center (MIAC; Leitung Dr. J. Würfel), mit der Neuroradiologie und der MR-Physik entwickeln und anwenden. Ergebnisse der mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) aufgebauten Forschung zu quantitativen neurophysiologischen Verfahren (EEG, Evozierte Potentiale) finden zunehmend Beachtung für internationale Beobachtungs- und Therapiestudien. Forschungsgruppen der Neurologie führen – zum Teil in enger Zusammenarbeit mit der Clinical Trial Unit des Departements Klinische Forschung – diagnostische und therapeutische Studien zu Multipler Sklerose, Hirnschlag, neuromuskulären und neurodegenerativen Erkrankungen durch. 2016 wurde ein von uns führend mitentwickeltes Medikament zur Behandlung der Multiplen Sklerose neu zugelassen. Zu einem weiteren Medikament, welches 2017 zur Zulassung ansteht,  konnten wir die Ergebnisse von drei erfolgreichen Phase-III-Studien präsentieren.

Neben dem starken Engagement in der Lehre für Studenten waren Exponenten der Klinik massgeblich an der Organisation mehrerer nationaler und internationaler Kongresse und Workshops beteiligt. Zeugnis für die Qualität und Anerkennung unserer Forschung geben unter anderem die sechs 2016 abgeschlossenen Habilitationsverfahren, mehrere Preise und Auszeichnungen für Mitarbeitende der Neurologie, und die sich weiter auf Höchstniveau bewegende Zahl und der Gesamtimpaktfaktor unserer Publikationen (siehe vollständige Liste).

Ausgewählte Publikationen

  • Herrendorff R, Faleschini MT, Stiefvater A, Erne B, Wiktorowicz T, Kern F, Hamburger M, Potterat O, Kinter J, Sinnreich M. Identification of Plant-derived Alkaloids with Therapeutic Potential for Myotonic Dystrophy Type I. J Biol Chem 2016; 291(33):17165-77. 
  • Kappos L, Arnold Dl, Bar-Or A, Camm J, Derfuss T, Kieseier BC, Sprenger T, Greenough K, Ni P, Harada T. Safety and efficacy of amiselimod in relapsing multiple sclerosis (MOMENTUM): a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 2 trial. Lancet Neurol 2016; 15(11):1148-59. 
  • Lublin F, Miller DH, Freedman M, Cree B, Wolinsky J, Weiner H, Lubetzki C, Hartung H-P, Montalban X, Uitdehaag BMJ, Merschhemke M, Li B, Putzki N, Liu F, Haering DA, Kappos L on behalf of the INFORMS study investigators. Oral fingolimod in primary progressive multiple sclerosis (INFORMS): a phase 3, randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2016; 387(10023):1075-84 
  • Ozcelik S, Sprenger F, Skachokova Z, Fraser G, Abramowski D, Clavaguera F, Probst A, Frank S, Müller M, Staufenbiel M, Goedert M, Tolnay M, Winkler D. Co-expression of truncated and full-length tau induces severe neurotoxicity. Molecular Psychiatry 2016; 21(12):1790-1798. 
  • Pröbstel AK, Kuhle J, Lecourt AC, Vock I, Sanderson NSR, Kappos L, Derfuss T. Multiple Sclerosis and Antibodies against KIR4.1. New Engl J Med 2016; 374(15):1496-8