Kliniken und Behandlungszentren

Pflege/MTT
Dr. Jacqueline S. Martin

Highlights 2016

Durch die Pensionierung von Frau Esther Sackmann Rageth, die über viele Jahre den Pflegebereich in den Spezialkliniken erfolgreich geführt und weiterentwickelt hat, wurde die Stelle als Fachbereichsleiterin Pflege neu ausgeschrieben. Erfreulicherweise konnte die Nachfolge lückenlos durch Frau Bettina Steinle-Feser gewährleistet werden.

Seit Ende 2012 steht das Thema Prozessoptimierung zur Verbesserung von Arbeitsabläufen, Qualität und Patientensicherheit innerhalb der klinischen Abläufe im Zentrum. Ein wichtiger Schritt wurde mit der Einführung von «Lean Hospital Management» gemacht, das seit zwei Jahren zunehmend im Unispital Basel umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang ist uns der Austausch mit anderen Institutionen wichtig, weshalb eine interprofessionell zusammengesetzte Gruppe im 2015 nach Dänemark und im 2016 nach England zum «Leeds Teaching Hospitals NHS Trust» reiste, um gemeinsam ein internationales Lean Netzwerk aufzubauen.

Ein weiterer Themenschwerpunkt in diesem Jahr war die Verbesserung des Austrittsmanagements, insbesondere die gute Vorbereitung von Patientinnen und Patienten auf ihre Rückkehr nach Hause. Es konnten bereits einige Optimierungen erreicht werden und durch die geplante Einführung vom Case Management in allen stationären Einheiten im 2017 erhoffen wir uns eine nachhaltigere Umsetzung der verschiedenen erarbeiteten Grundlagen und Hilfsmittel.

Eine besondere Freude bereitete uns die Verleihung des Ehrendoktortitels am Dies Academicus durch die Medizinische Fakultät der Universität Basel an Hans-Rudolf Stoll. Er war jahrelang Stationsleiter des Onkologischen Ambulatoriums im Unispital Basel und wurde für seine Pionierarbeit in der Onkologie-Pflege in der Schweiz ausgezeichnet. Als einer der ersten akademisch gebildeten und gleichzeitig klinisch tätigen Pflegeexperten, hat er massgeblich zur Entwicklung einer patientenzentrierten und evidenzbasierten Onkologie-Pflege sowohl im Spital als auch im häuslichen Bereich beigetragen.

Praxisentwicklung Fachbereich Pflege
Die sechste Ausgabe der «CareArt», des Symposiums für Pflegende, hat sich den «Essentials of Care» gewidmet, denn pflegerische Tätigkeiten fokussieren auf die Unterstützung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse innerhalb der Gesundheitsversorgung. Prof. Theo van Achterberg hat im Einstiegsreferat aufgezeigt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse darin unterstützend sein können und wo diesbezüglich die Forschung (noch) keine Antworten hat. Auch in diesem Jahr hat das Symposium viele interessierte Pflegefachpersonen und Studierende aus der gesamten Nordwestschweiz angezogen.

Ein wichtiger Schritt im Aufbau von Advanced Nursing Practice Tätigkeiten war die Etablierung vom evidenzbasierten Programm zum Kontinenz-Management in den beiden Ambulatorien Urologie und Uro-Gynäkologie. Zwei Pflegeexpertinnen haben den Auftrag, die pflegerische Kompetenz dahingehend zu entwickeln, dass Patientinnen und Patienten in ihrer Selbstkompetenz und im Umgang mit ihrer Kontinenz entsprechend unterstützt werden können. In diesem Zusammenhang war auch der Award der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) für das Projekt «Interprofessionelle Entwicklung einer Advanced Nurse Practitioner Rolle für die spezifische, evidenzbasierte Behandlung und Pflege von Chronically Critically Ill Patients in der Operativen Intensivbehandlung am Universitätsspital Basel» ein grosser Erfolg.

Sozialdienste
Die weltpolitischen Entwicklungen mit ihren Unruhen und Kriegsgeschehnissen sind mit ihren Auswirkungen für die Bevölkerungen auch in unserem Spitalalltag angekommen. Viele Menschen mussten aus ihrer Heimat flüchten und brauchten neben der gesundheitlichen Versorgung auch die Beratung und Hilfestellung des Sozialdiensts im Unispital Basel. Um den Anliegen, Bedürfnissen und Nöten kompetent begegnen zu können, organisierte der Sozialdienst unter anderem eine Weiterbildung durch die Beratungsstelle für Asylsuchende Basel (BAG). 

Ein wichtiger Beitrag in der Weiterentwicklung der patientenorientierten Behandlungsabläufe konnte durch die Mitarbeit im Projekt der «Optimierung der Nachsorge» erfolgen. Arbeitsabläufe wurden systematisch geprüft, notwendige Anpassungen formuliert und Rollen geklärt.

Die Vernetzung der Sozialberatungen der universitären Spitäler Basel, Bern und Zürich auf Leitungsebene ist erfolgt. Durch den fachlichen Austausch können zukünftig gemeinsame Erkenntnisse gewonnen und in die eigene Organisation zurückgespielt werden.

Managing Diversity in der Gesundheitsversorgung
Um dem Ziel näherzukommen, allen Patientinnen und Patienten im Unispital Basel eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung – unabhängig von deren Nationalität, Kultur und Sprache – gewährleisten zu können, hat das spitalübergreifende Angebot der Transkulturellen Sprechstunde inklusive Konsiliardienst, neben der Fortsetzung bisheriger Massnahmen, seine Arbeit aufgenommen.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die neu eingeführten Schulungsangebote für Mitarbeitende, die häufig zum Übersetzen beigezogen werden. Die Vorstellung der Programmmassnahmen allgemein zu Dolmetscherdiensten wurde im Rahmen von Vorträgen wiederholt angefragt.

Zudem erfolgte im November 2016 eine Nationale Tagung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der «Swiss Hospitals for Equity», die dazu diente, eine breite Öffentlichkeit über die Entwicklungen seitens der beteiligten Spitäler und des BAG zu informieren und sich auszutauschen. 

Ausgewählte Publikationen

  • Martin, J.S., Schärer, St., Sackmann Rageth, E., Ulrich, A., Wehrli, M., Frei, I.A.  Journey to a shared vision for nursing in a university hospital. International Practice Development Journal, online Journal. 2016;6(2), 1-13, https://doi.org/10.19043/ipdj.62.004.
  • Bryant-Lukosius, D., Spichiger, E., Martin, J., Stoll, H., Degen Kellerhals, S., Fliedner, M., Grossmann, F., Henry, M., Herrmann, L., Koller, A., Schwendimann, R., Ulrich, A., Weibel, L., Callens, B., De Geest, S. (2016). Framework for Evaluating the Impact of Advanced Practice Nursing Roles. Journal of Nursing Scholarship. 2016;48(2), 1–9.
  • Haldemann-Jenni, E., Fierz, K., Frei, I.A. Wollen und nicht können - Malnutritionsmanagement in medizinischen Kliniken eines schweizerischen Zentrumsspitals: Erleben und Sichtweisen von Patient(inn)en. Pflege. 2016;29(3), 115–123.
  • Emsden, Ch., Barandun Schäfer, U., Frei, I.A.  Den Schmerz besser erfassen. Intensiv. 2016;24 (1), 16–20. 
  • Walter, S. (2016). Dyspnoe in der Onkologie - Ein häufig «unsichtbares» Symptom erkennen und lindern. Onkologische Pflege 2. 2016 Jun;15-20.