Kliniken und Behandlungszentren

Strahlentherapie und Radioonkologie
Prof. Dr. med. Frank Zimmermann

Kennzahlen

2016 2015
Fälle gesamt 1'877 1'958
Neuvorstellungen gesamt 1'186 1'330
Neuvorstellungen aus Deutschland 102 80
Anzahl Taxpunkte ambulant 12'024'502 11'836'951
Anzahl Taxpunkte teil/stationär 2'088'919 2'030'746
Anteil schneller IMRT (VMAT) 76% 45%
Anteil bildgeführter Bestrahlungen (IGRT) 69% 20%

Anteil schneller IMRT (VMAT, in %)

76
2016
45
2015

Highlights 2016

  • Die Fallzahlen zeigten sich gegenüber dem Vorjahr gering rückläufig, während die Erlöse leicht gesteigert werden konnten. Bedingt war dies durch einen höheren Anteil an Patienten mit mehreren gleichzeitig bestrahlten Regionen und komplexerer Technik zum optimalen Schonung der Normalgewebe; in diesem Zusammenhang ist neben den stereotaktischen Techniken vor allem der starke Zuwachs der dynamischen Intensitätsmodulation (VMAT) zu erwähnen. Vorteil dieser Methode ist neben der Erfassung sehr komplexer, irregulär geformter Tumoren eine deutlich verkürzte Bestrahlungsdauer von ca. 20 auf fünf Minuten pro Fraktion. Dies gewährleistet einen entsprechend gesteigerten Patientenkomfort bei unverändert hoher Präzision. Hier konnten wir eine Steigerung des Anteils um ca. 40% erreichen.
  • Des Weiteren werden in Zusammenarbeit mit den zuweisenden Urologen für die primäre Strahlenbehandlung bei Prostatakrebs vor dem Beginn der Bestrahlungsplanung Goldmarker in die Prostata implantiert. Diese  ermöglichen eine noch präzisere Verfolgung des Organs während der Strahlentherapie und helfen, eine ausgezeichnete Schonung des Enddarms zu erreichen.
  • Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Lörrach läuft im Vollzeitbetrieb und seit dem 2. Quartal 2016 ohne ärztliche Unterstützung aus dem Universitätsspital. Im MVZ werden die Patienten aus dem südbadischen Raum betreut, die mit herkömmlichen Bestrahlungstechniken behandelt werden und somit nicht mehr zur Strahlenbehandlung nach Basel kommen müssen. Im Rahmen einer Kooperation werden weiterhin Patienten des südbadischen Raumes zu Spezialbehandlungen wie stereotaktischen Bestrahlungen, Brachytherapien und konventionellen Röntgentherapien zugewiesen. Dies garantiert einen hohen Komfort für die Patienten und eine optimale Betreuung in der Region.
  • Weiter intensiviert wurde ebenfalls die Kooperation mit dem Hôpital du Jura in Delémont durch eine strahlentherapeutische Sprechstunde vor Ort. Die Anbindung an die elektronische Patientenakte im Unispital Basel wurde hierfür implementiert. 
  • Im Rahmen der Zertifizierung verschiedener Organtumorzentren sowie des Tumorzentrums des Universitätsspitals Basel wurde auch die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie mit sehr guten Noten zertifiziert.
  • Zwei Mitarbeiter der Klinik sind mittlerweile zu stellvertretenden Leitern ihrer Organtumorzentren gewählt worden: Dr. A. Papachristofilou im Lungentumorzentrum, PD Dr. M. W. Gross im Gynäkologischen Tumorzentrum.
  • Aufgrund der grossen Akzeptanz der Patientenveranstaltungen wurde die Reihe im Jahr 2016 im 6-monatlichen Rhythmus fortgesetzt; zuletzt besuchten diese mehr als 100 Patienten und Angehörige. Bewährt hat sich die Kombination aus Vortragsblöcken mit anschliessender Diskussionsrunde zu verschiedenen Themen rund um Krebserkrankungen und dem Angebot an Gruppenführungen durch die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Ausblick 2017

Fürs 2017 sind technische Neuerungen geplant, die einerseits eine weitere Zunahme der Genauigkeit der Bestrahlung bieten, andererseits unsere Klinik weiter gegenüber der Konkurrenz abheben. Mit einer speziellen Kombination aus Hardware und Software können Patienten atemgetriggert in Atemanhaltetechnik bestrahlt werden (Atemgating). Krankheitsherde in der Lunge, vor allem aber auch linksseitiger Brustkrebs können hierdurch noch schonender für Herz und Lunge behandelt werden. Das vorgesehene System (Sentinel/Catalyst®), das erste dieses Funktionsumfangs  in der Schweiz, tastet zudem auch die Patientenoberfläche kontinuierlich ab und kann bei Patientenbewegungen automatisch die Bestrahlung unterbrechen.

Ausgewählte Publikationen

  • Ghadjar P, Hayoz S, Genitsch V, Zwahlen DR, Hölscher T, Gut P, Guckenberger M, Hildebrandt G, Müller AC, Putora PM, Papachristofilou A, Stalder L, Biaggi-Rudolf C, Sumila M, Kranzbühler H, Najafi Y, Ost P, Azinwi NC, Reuter C, Bodis S, Khanfir K, Budach V, Aebersold DM, Thalmann GN; Swiss Group for Clinical Cancer Research (SAKK). Importance and outcome relevance of central pathology review in prostatectomy specimens: data from the SAKK 09/10 randomized trial on prostate cancer. BJU Int. 2016 Dec 17. doi: 10.1111/bju.13742. [Epub ahead of print] 
  • Ghadjar P, Pöttgen C, Joos D, Hayoz S, Baumann M, Bodis S, Budach W, Studer G, Stromberger C, Zimmermann F, Kaul D, Plasswilm L, Olze H, Bernier J, Wust P, Aebersold DM, Budach V. Haemoglobin and creatinine values as prognostic factors for outcome of concurrent radiochemotherapy in locally advanced head and neck cancers : Secondary results of two European randomized phase III trials (ARO 95-06, SAKK 10/94). Strahlenther Onkol. 2016 Aug;192(8):552-60.
  • Hundsberger T, Hottinger AF, Roelcke U, Roth P, Migliorini D, Dietrich PY, Conen K, Pesce G, Hermann E, Pica A, Gross MW, Brügge D, Plasswilm L, Weller M, Putora PM. Patterns of care in recurrent glioblastoma in Switzerland: a multicentre national approach based on diagnostic nodes. J Neurooncol. 2016 Jan;126(1):175-83.