Kliniken und Behandlungszentren

Pneumologie

Kennzahlen

2016 2015
Bronchoskopien 2'530 2'334
Thorakoskopien/Punktionen/Drainagen 470 403
Pleura-Ultraschall 557 522
Lungenfunktionen, Diffusion, O2, NO 23'112 22'143
Spiroergometrien/Gehteste 1'051 1'116
Polygraphien/Pulsoxi/Kapno 1'914 1'666
CPAP/BIPAP/Autoset/Polysomno 803 824
Sprechstunden 6'789 6'741
Konsilien 3'712 3'599
KUK (Patienten) 1'140 1'145
Besprechungen Lungenzentrum 849 826
ambulante Patienten (Besuche) 23'622 23'489
Tarmedpunkte ambulant 5'679'000 5'361'000
aerztliche Mitarbeitende(FTE) 11 11
Beurteilung der medizinischen Qualität als "ausgezeichnet & "gut" (stationäre Patienten) 93.9% 95.2%
Beurteilung der medizinischen Qualität als "überragend & sehr gut" (ambulante Patienten) 84.7% 83.8%

Dienstleistung

Die ambulanten Patientenkontakte und abgerechneten Tarmedpunkte haben im Jahre 2016 wieder zugenommen. Die stationär behandelten Patienten blieben in etwa ähnlich, wobei es eine graduelle Verschiebung von komplexen Schlafapnoe/Beatmungsfällen Richtung andere fortgeschrittene Lungenerkrankugen erfolgte (interstitielle Erkrankungen, schwerstes Asthma und COPD etc). Die Rentabilität der Klinik für Pneumologie ist eine der Besten am USB, dies trotz tariflich benachteiligtem Fachgebiet, wie aus den FMH Statistiken schweizerisch klar hervor geht. Dem Personal sei hiermit gedankt für den täglichen grossen Einsatz.

Im Jahre 2016 konnten innerhalb der vorbestehenden zur Verfügung stehenden Quadratmeter die Lungenfunktionsräume neu umgebaut werden. Es ist erstaunlich zu welcher optischen und funktionellen Verbesserung es kam, obwohl absolut gesehen nicht mehr Platz gewonnen wurde. Die Patienten und das Lungenfunktionspersonal profitieren unmittelbar von diesem Umbau. Fachlich kam es zur Etablierung einer Lungenfunktionsmessung (LCI), welche ein kooperations-unabhängiges Messen der peripheren Heterogenizität respektive Obstruktion ermöglicht.

Die zunehmende Anzahl durchgeführter Bronchoskopien reflektiert insbesondere die vermehrte Zuweisung für komplexe Eingriffe. Dies basiert nicht zuletzt auf der guten Zusammenarbeit mit den Pneumologen der Region und dem Kanton Jura. Das USB hat sich als einziges schweizerisches Zentrum etabliert, welches bronchiale Thermoplastien durchführt. Dies ist eine Therapiemöglichkeit für schwerstes therapie-resistentes Asthma, wobei in 3 Sitzungen die bronchialen glatten Muskelzellen zerstört und das Epithel regeneriert werden. Als weitere Innovation wurden Kryobiopsien eingeführt. Mittels einer durch das Bronchoskop eingeführten Gefriersonde werden peripher Gewebestücke gewonnen. Bei gegenüber der Durchführung von klassischen transbronchialen Biopsien zwar leicht erhöhtem Pneumothoraxrisiko werden Gewebeproben den Pathologen übergeben, die 5 bis 10 mal grösser sind und insbesondere bei interstitiellen Pneumopathien oft eine definitive Diagnose ermöglichen ohne dass weiter invasive Untersuchungen nötig sind.

Es besteht nun eine 10 jährige ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Lungentransplantationsteam am CHUV. Die Patienten werden am USB vorabgeklärt und bereits in der letzten Hospitalisationsphase nach Transplantation vom CHUV ins USB zurück verlegt. Dieses „dezentrale“ Netzwerkmodell wird nun belohnt durch international und national verglichen sehr gute 5 Jahres-Survivaldaten, welche gemäss offizieller Statistik nun signifikant über dem „zentralistischen“ Zürchermodell liegen.

Die Klinik für Pneumologie ist ein sehr wichtiger Partner des Lungenzentrums Basel, welches gemeinsam mit dem UKBB und dem Jura gebildet wird. Details finden sich auf der Berichtsseite Lungenzentrum.

Lehrtätigkeit und Forschung

Nachdem die Pneumologie 2015 die europäische Akkreditierung als erst  drittes europäische Zentrum  von der European Respiratory Society (ERS) mit 44‘000 Mitgliedern erhalten hat, werden zunehmend internationale Weiterbildungsprogramme in Basel angeboten. Prof Daiana Stolz wurde als Educational Council europäisch gewählt und leitet mit 5 weiteren Pneumologen zusammen die European Respiratory Society.

Die Forschung basiert auf investigator driven klinischen Studien insbesondere im Bereiche der COPD und auf translationaler Forschung, welche bronchoskopisch entnommene Zellen von Patienten mit Asthma/COPD/Lungenfibrose analysiert. Diesbezüglich konnten wichtige Erkenntnisse zum Remodelling der Atemwege bei Asthma und COPD gewonnen werden. Nachdem die sogenannte „Prevent“ Studie bei COPD nun abgeschlossen werden konnte, beginnt eine sehr ambitiöse „Historic“ Studie, welche darauf hinzielt den Therapieerfolg bei COPD anhand von Gewebe aus den Bronchien voraussagen zu können.

Bronchoskopien

2'530
2016
2'334
2015