Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Augenklinik
Prof. Hendrik Scholl, Dr. Norbert Spirig

Kennzahlen

2017 2016
Stationäre Fälle 653 620
Stationäre Operationen 572 539
Ambulante Patienten (Kontakte) 79'565 77'438
Ambulante Operationen (Prozeduren) 3'942 3'309
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 17'911'000 16'660'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 96.9% 97.5%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 86% 85.2%

Highlights 2017

  • Gründung des Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel: Die Universität Basel, das Universitätsspital Basel und Novartis haben am 15. Dezember 2017 die Gründung des Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB; www.iob.ch) bekannt gegeben. Dieses neue Forschungsinstitut wird als Stiftung aufgesetzt, was die Forschungsfreiheit der beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewährleistet. Das Institut wird von zwei weltweit anerkannten Experten im Gebiet der Augenforschung und Augenheilkunde geleitet werden: Prof. Botond Roska und Prof. Hendrik Scholl. Prof. Botond Roska ist derzeit Senior Group Leader am Friedrich Miescher Institut für biomedizinische Forschung in Basel. Er gilt als Pionier in der Erforschung der Netzhaut und der Verarbeitung optischer Signale im Gehirn. Prof. Hendrik Scholl leitet die Augenheilkunde an der Universität Basel und die Augenklinik des Universitätsspitals Basel. Er ist auf die medizinische und chirurgische Behandlung von Netzhauterkrankungen – vor allem auch ererbter – spezialisiert. Dr. Norbert Spirig, derzeit Mitglied der Spitalleitung des Universitätsspitals Basel, wird als Operativer Direktor des Instituts berufen. Als weltweit eines der ersten Institute seiner Art wird das IOB eine Brücke zwischen Labor und Klinik schlagen. Es wird die Arbeit von Prof. Botond Roska am Friedrich Miescher Institut und von Prof. Hendrik Scholl an der Augenklinik unter einem Dach vereinen. Das IOB wird seine operative Tätigkeit 2018 aufnehmen. Die Gründungspartner verpflichten sich, IOB für die ersten zehn Jahre zu finanzieren. Ein Teil der Beiträge kann auch in Form von Räumlichkeiten, Dienstleistungen oder Personal zu Marktpreisen erbracht werden. Die Beiträge werden sich fünf Jahre nach der Gründung ungefähr wie folgt zusammensetzen: Novartis: CHF 10 Millionen/Jahr, Universitätsspital Basel: CHF 3 Millionen/Jahr: Universität Basel: CHF 2 Millionen/Jahr. Der Kanton Basel-Stadt wird sich mit CHF 5 Millionen/Jahr beteiligen, wobei diese Entscheidung noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Parlaments steht. Novartis wird in keinem Fall mehr als 50% der Gesamtbeiträge übernehmen. Über die Finanzierung der Gründungspartner hinaus wird erwartet, dass das IOB zusätzliche Mittel über Forschungsförderprogramme oder weitere Kollaborationen einwerben wird.
     
  • Kooperation mit dem Kantonsspital Baselland: Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig eng zusammen. Die nun unterzeichnete Kooperationsvereinbarung im Bereich Ophthalmologie sieht vor, dass die beiden Augenkliniken ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen. Als Bindeglied fungiert Prof. Christian Prünte. Er ist seit März 2017 klinischer Chefarzt der Augenklinik in Basel und bleibt gleichzeitig Chefarzt der Augenklinik in Liestal.
     
  • Neue Mitarbeitende an der Augenklinik: Neben Prof. Christian Prünte als neuem klinischem Chefarzt an der Augenklinik haben folgende neue Mitarbeitende an der Augenklinik im Jahr 2017 angefangen: PD Dr. Zisis Gkatzioufas, Dr. Françoise Marguerite Roulez, Dr. Laura Eggenschwiler und Dr. Janina Fauser.
     
  • Neue Entwicklungen für entzündliche Augenerkrankungen: Die Uveitis-Sprechstunde kann sich auf eine Verstärkung durch Oberärztin Dr. Laura Eggenschwiler freuen (Fellow bei Prof. S. Foster) freuen. In wenigen Monaten wird durch die Anwendung von Flaremeter eine bewährte objektive, schnelle und nicht-invasive Messung des Entzündungsgrades in der Vorderkammer zur Verfügung stehen, neben der langjährigen Expertise in Fluoreszenzangiographie und ICG-Angiographie und den im Uveitis-Feld sich rasch entwickelnden neuen Methoden, wie zum Beispiel OCT-Angiographie. Fachübergreifende Zusammenarbeit mit den Universitätsspital Basel Disziplinen Neurologie, Rheumatologie und Pneumologie steht vertieft im Angebot, und bietet zusammen mit breiten Laborkapazitäten des Universitätsspitals Basel weiterhin eine optimale interdisziplinäre Betreuung von komplexen Fälle. Der Uveitis-SS-Leiter Prof. Konstantin Gugleta ist als Präsident der SOG Gruppe für entzündliche Augenerkrankungen (GEAK) für 2018/2019 gewählt worden.
     
  • Einführung neues Dienstleistungsangebot in Zusammenarbeit mit der Retina Suisse: Die Augenklinik des Universitätsspitals Basel und die Patientenorganisation Retina Suisse spannen zusammen. Als Novum in der deutschsprachigen Schweiz offerieren sie gemeinsam eine Spezialsprechstunde für Patientinnen und Patienten mit Netzhauterkrankungen. 
     
  • Erste Mikrostimulationstherapie in der Deutschschweiz: Als erste Klinik in der deutschsprachigen Schweiz kann die Augenklinik die transkorneale Elektrostimulation anbieten. Diese ist eine der ersten ambulanten Therapiemöglichkeiten für erblich bedingte Netzhauterkrankungen (Retinitis pigmentosa). Sie wird äusserlich am Auge angewendet und kann nach einer ärztlichen Einführung selbständig zu Hause durchgeführt werden. Die Therapie bietet die Chance, den fortschreitenden Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. 

Ausblick 2018

Umbau der Augenklinik (Projekt UAK 2015): In 2018 werden zahlreiche Bau- und Umbau-Tätigkeiten die Szene im Augenspital am Universitätsspital Basel prägen: von der Erneuerung der Infrastruktur mit organisatorischem Fokus auf die Notfall-Einrichtung, Spezial-Sprechstunden und Spitalfachärzte-Sprechstunden im Erdgeschoss Hauptgebäude/Bettenhaus bis zum Beginn des Ausbaus des IOB (Institut of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel).

Ausgewählte Publikationen

  • Maloca PM, Spaide RF, Rothenbuehler S, Scholl HPN, Heeren T, Ramos de Carvalho JE, Okada M, Hasler PW, Egan C, Tufail A (2017) Enhanced resolution and speckle-free three-dimensional printing of macular optical coherence tomography angiography. Acta Ophthalmol. [Epub ahead of print].
  • Brandao LM, Ledolter AA, Monhart M, Schötzau A, Palmowski-Wolfe AM (2017) Ganglion cell layer segmentation and the two-flash multifocal electroretinogram improve structure function analysis in early glaucoma. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 255: 1991-2000.
  • Strauss RW, Muñoz B, Ho A, Jha A, Michaelides M, Cideciyan AV, Audo I, Birch DG, Hariri AH, Nittala MG, Sadda S, West S, Scholl HPN; ProgStar Study Group (2017) Progression of Stargardt Disease as Determined by Fundus Autofluorescence in the Retrospective Progression of Stargardt Disease Study (ProgStar Report No. 9). JAMA Ophthalmol. 135: 1232-1241.
  • Wagner J, Goldblum D, Cattin P (2017) Golden Angle Based Scanning for Robust Corneal Topography with OCT. Biomedical Optics Express. 8: 475-483.
  • Schönbach EM, Wolfson Y, Strauss RW, Ibrahim MA, Kong X, Muñoz B, Birch DG, Cideciyan AV, Hahn GA, Nittala M, Sunness JS, Sadda SR, West SK, Scholl HPN; ProgStar Study Group (2017) Macular Sensitivity Measured With Microperimetry in Stargardt Disease in the Progression of Atrophy Secondary to Stargardt Disease (ProgStar) Study: Report No. 7. JAMA Ophthalmol. 135: 696-703.