Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Departement Biomedizin
Prof. Radek Skoda

Grundlagenforschung über Krankheitsentstehung und ihre Anwendungen in der Medizin

Das Departement Biomedizin (DBM) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Die exzellente Forschungsleistung des DBM zeigt sich in der erfolgreichen Einwerbung von kompetitiven Drittmitteln und in zahlreichen Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften (Auswahl im Anhang). Das DBM hat zum Ziel, die klinische Forschung und medizinische Grundlagenforschung füreinander nutzbar zu machen. Gegenwärtig arbeiten 66 Forschungsgruppen – wovon 35 den klinischen Professuren des Universitätsspitals Basel angegliedert sind (DBM/Teil-Universitätsspital Basel) – in den vier Forschungsschwerpunkten Immunologie & Infektionskrankheiten, Neurobiologie, Onkologie & Krebsforschung und Stammzellen & Regenerative Medizin. Diese werden von zwei Forschungsgruppenleitern mit Schwerpunkt in Grundlagenforschung und klinischer Forschung geleitet und fördern die Vernetzung der Forschenden durch Seminare, Retreats und Workshops. Zudem trägt das DBM/Teil-Universitätsspital Basel nachhaltig zur Ausbildung von Studierenden der Medizin, der Biologie und der Pharmazie auf Master- und Doktoratsstufe bei. In unserem Doktoratsprogramm, dem «International PhD Program in Biomedicine», sind derzeit 118 Studenten aus 24 Ländern eingeschrieben, 13 davon als MD/PhD Students. Auch auf Ebene der Forschungsgruppenleiter betreibt das aktive Nachwuchsförderung: Im Jahr 2017 forschten am DBM sechs SNF Ambizione-SCORE Fellows und sieben SNF Professuren mit ihren Gruppen und auch 2018 unterstützt das DBM mehrere vielversprechende Bewerbungen für diese nationalen Förderprogramme.

Herausforderungen

Die Organisation des DBM zielt darauf ab, für ihre Forschungsgruppen optimale Rahmenbedingungen für experimentelle biomedizinische Forschung zu schaffen. Die Bereitstellung der dafür benötigten Infrastruktur und Ressourcen, der Kostendruck und die generelle Belastung durch die Zunahme an administrativen Aufgaben auf allen Ebenen stellen für das DBM eine grosse Herausforderung dar, der mit weiteren Effizienzsteigerungen begegnet wird. Wichtige Mittel dazu sind gemeinsam genutzte Infrastrukturen und Apparate sowie unsere Core Facilities. Diese spezialisierten Serviceeinheiten stellen den Zugang für Forschenden zu teuren und komplexen Schlüsseltechnologien sicher. Die DBM Core Facilities für Durchflusszytometrie, Mikroskopie, Bioinformatik und Good Manufacturing Practices (GMP) sind eine Voraussetzung dafür, dass die Forschungsgruppen am DBM weiterhin international kompetitive Forschung betreiben können. Der hohe Technisierungsgrad und die grosse Nachfrage nach Dienstleistungen der Core Facilties erfordern kontinuierliche Verbesserungen und einen Ausbau der Angebote. Dies ohne zusätzliche Ressourcen sicher zu stellen, ist eine der grossen Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Die langfristige Perspektive für das DBM ist der 241 Millionen Franken teure «Neubau Departement Biomedizin», welcher bis 2023 auf dem Life Science Campus Schällemätteli entstehen wird. Der von Caruso St John Architects entworfene Bau wird die, auf derzeit fünf Standorte verteilten, total ca. 850 Mitarbeitenden des DBM, in einem gemeinsamen Gebäude zusammenführen. Das spart nicht nur Kosten, sondern erleichtert auch den wissenschaftlichen Austausch und ermöglicht in Zukunft biomedizinische Forschung auf höchstem Niveau. Zusammen mit dem Biozentrum und dem Department of Biosystems Sciences and Engineering (D-BSSE) der ETH Zürich bildet der Neubau DBM den Kern des neuen Life Science Campus Schällemätteli, der direkt neben dem Universitätsspital Basel entstehen wird. Die erleichterte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und die direkte Anbindung ans Universitätsspital Basel schaffen optimale Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Biomedizin von morgen.

Die wissenschaftliche Exzellenz, gemessen an Publikationen, eingeworbenen Drittmitteln und internationaler Ausstrahlung, stellt ein wichtiges Leitmotiv des DBM dar. Eine hohe Priorität hat dabei die Berufungen von Experten, die in der Lage sind, das DBM international sichtbar aufzustellen und kompetitiv Drittmittel einzuwerben. So konnten am DBM Teil-Universitätsspital Basel 2017 zwei Professuren neu besetzt werden: Prof. Mohamed Bentires-Alj für Experimentelle Chirurgische Onkologie und Prof. Lukas Jeker für Transplantationsimmunologie und Nephrologie.

Ein unabhängiges Scientific Advisory Board (SAB) von neun international führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beurteilt jährlich die Organisation des DBM und die Leistungen einzelner Forschungsgruppen. Im Rahmen des SAB-Besuchs findet jeweils auch der DBM Research Day statt, an dessen Symposium sich die Forschenden aller fünf DBM Häuser beteiligen und austauschen. Der Research Day, wie auch das DBM Summer Symposium, zeigen die enge Verbindung zwischen Grundlagen und angewandter Forschung auf und fördern neue Kollaborationen innerhalb des Departements.

Brücke zwischen Grundlagenforschung, Klinischer Forschung und Industrie

Die meisten Forschungsprojekte am DBM haben einen direkten Krankheitsbezug zum Menschen und führten in mehreren Fällen zu einer verbesserten Diagnostik oder zu neuen Therapieansätzen. Solche komplexe Forschungsprojekte erfordern zunehmend eine Vernetzung über die Grenzen des DBM hinaus. Diese erfolgen einerseits mit dem Departement Klinische Forschung (DKF) und dem Biomedical Engineering (DBE) in Basel, anderseits mit nationalen und internationalen Institutionen und durch erfolgreiche Beteiligungen an Netzwerkprojekten des SNF (Sinergia und nationale Schwerpunktprogramme), der SystemsX.ch Initiative, des KTI und der EU (European Research Council (ERC)).

Das DBM verdankt seinen Erfolg insbesondere den rund 850 Mitarbeitenden von denen 526 am DBM Teil-Universitätsspital Basel tätig sind und trägt damit wesentlich zur Attraktivität des Life Sciences Standorts Basel bei.

Ausgewählte Publikationen

  • Amicarella F, Muraro MG, Hirt C, Cremonesi E, Padovan E, Mele V, et al. Dual role of tumour-infiltrating T helper 17 cells in human colorectal cancer. Gut. 2017;66(4):692-704.
  • Britschgi A, Duss S, Kim S, Couto JP, Brinkhaus H, Koren S, et al. The Hippo kinases LATS1 and 2 control human breast cell fate via crosstalk with ERalpha. Nature. 2017;541(7638):541-5.
  • Dalmas E, Lehmann FM, Dror E, Wueest S, Thienel C, Borsigova M, et al. Interleukin-33-Activated Islet-Resident Innate Lymphoid Cells Promote Insulin Secretion through Myeloid Cell Retinoic Acid Production. Immunity. 2017;47(5):928-42 e7.
  • Lepore M, Kalinichenko A, Calogero S, Kumar P, Paleja B, Schmaler M, et al. Functionally diverse human T cells recognize non-microbial antigens presented by MR1. Elife. 2017;6.
  • Schulz H, Ruppert AK, Herms S, Wolf C, Mirza-Schreiber N, Stegle O, et al. Genome-wide mapping of genetic determinants influencing DNA methylation and gene expression in human hippocampus. Nat Commun. 2017;8(1):1511.