Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Medizinische Poliklinik
Prof. Christoph Hess

Sprechstunden

2017 2016
Ambulante Patienten (Kontakte) 47'579 50'348
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 80.5% 78.1%
Tarmedpunte (verrechenbar) Sprechstunden 3'675'000 3'801'000
Sprechstunden
Internistische Sprechstunden 9'922 10'418
Klinische Immunologie/Immundefizienz 913 1'102
Hypertonie 1'279 1'001
Rauchstopp 967 758
Impfen 446 432
Nierensteinleiden 172 137
Sprechstunden gesamt 13'699 13'848
Tagesklinik 6'870 5'760
Diagnostik 5‘738 5'206
Total 26'307 24'814

Wachstumsrate Sprechstunden

13'699
2017
13'848
2016

Wachstumsrate Tagesklinik

6'870
2017
5'760
2016

Wachstumsrate Diagnostik

5'738
2017
5'206
2016

Dienstleistung

Nach 2016 ist es uns auch 2017 gelungen, einen deutlichen Zuwachs an Konsultationen zu erzielen (plus 1‘493, entspricht einer Wachstumsrate von 6%). Die Zunahme ergab sich aus einem Plus des Patientenaufkommens in den Sprechstunden der Hypertonie, Rauchstopp, Impf- und Steinsprechstunde. Weiter nehmen die ambulanten diagnostischen Abklärungen jedes Jahr weiter zu, wobei das Wachstum 2017 zu 2016 10% betrug. Aussergewöhnlich sind die Leistungen unserer Tagesklinik. Erneut wurden rund 1000 mehr Behandlungen als 2016 durchgeführt. Erfreulicherweise ging dieses Wachstum wiederum mit einer Steigerung der Produktivität (Konsultationen/FTE) einher. 

Die hervorragende pflegerische Leistung wird besonders gut in unserer Tagesklinik sichtbar. Aufgrund der dort vorhandenen Expertise ist eine Zunahme komplexer intravenöser Therapien (Chemotherapien, Biologika, Biosimilars) zu verzeichnen. Im September durften wir zudem den 500. Patienten für eine ambulante antibiotische Therapie begrüssen. Das OPAT-Programm (outpatient antibiotic therapy) ist zur festen Institution am Universitätsspital Basel geworden. Dies ist nur dank des pflegerischen Engagements und der pflegerischen Expertise möglich, mit hervorragender fachlicher Unterstützung vor Ort durch unsere Kolleginnen und Kollegen der Infektiologie. Ganz im Sinne einer patientenfreundlichen Dienstleistung wurden in den Wintermonaten auch an Wochenenden und Feiertagen die ambulanten Therapien von unserem OPAT-Team selbst durchgeführt. Der positive Nebeneffekt ist eine Entlastung unserer Kurzzeitklinik und des Notfallzentrums mit welchen wir hervorragend zusammenarbeiten.

Um den ambulanten Bedürfnissen gerecht zu werden, bilden wir neu «Medizinische Praxisassistentinnen» aus und durften im Sommer bereits die erste Diplomabgängerin feiern. Weiter sollen pflegerische und ärztliche Kompetenzen noch besser unseren Patientinnen und Patienten zugutekommen. Unter diesem Aspekt wurde in integrativer Zusammenarbeit von Pflege (Team Sabine Egli/Bertha Menigoz) und Ärzten (Team Dr. Thilo Burkard) die Hypertonie-Sprechstunde reorganisiert. In gleicher Zeit können nun mehr Patientinnen und Patienten mit höherer Qualität betreut werden. In diesem Zusammenhang werden zudem drei Pflegefachkräfte als Assistentinnen für Hypertonie und Prävention ausgebildet. Wir sind uns sicher, dass durch die Förderung von Kompetenz und Verantwortung unsere Mitarbeitenden die beruflichen Herausforderungen mit noch mehr Freude und Engagement angehen werden. 

Qualität und Innovation ist uns das höchste Anliegen. Das Team um unsere beiden Kaderärzte Dr. Andrea Meienberg und Dr. Thilo Burkard engagiert sich mit Herzblut für die Prävention auf lokaler und nationaler Ebene. Als Expertin und Experte zum Thema Rauchstopp sind sie mittlerweile weit über Basel hinaus gefragt, nicht nur für unsere Patientinnen und Patienten vor Ort, sondern auch für Jugendliche.. Die Präventionsprogramme werden erfolgreich ausgeweitet mit wichtigen Partnerschaften im Gesundheitswesen l (GDP BS, Frauenklinik, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Schweizerische Gesellschaft Kardiologie, Schweizerische Herzstiftung). Dienstleistung, das Angebot weiterzubilden und eine wissenschaftliche Aufarbeitung gehen dabei erfolgreich Hand in Hand.

In enger Kooperation mit der Inneren Medizin (Dr. Martin Weber) und des Notfallzentrums (Dr. Gilbert Krähenbühl) haben Dr. Andrea Meienberg und Dr. Thilo Burkard erfolgreich zum ersten Mal eine fixe Ultraschall-Rotation für unsere Assistenzärzte und Assistenzärtinnen im Bereich Medizin etabliert. Sie werden dabei von weiteren Kadermitgliedern der stationären Inneren Medizin und unserer Klinik unterstützt (Dr. Katrin Bopp, Dr. Vera Freund, Dr. Mark Kirsch, Dr. Martina Kleber).

Eine gute Nachricht für Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen: Unsere Oberärztin Fr. Dr. Annina Vischer betreut und berät in enger Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie seit März 2017 Patientinnen und Patienten mit genetischen Herzkrankheiten. Das Akronym «HALB-Sprechstunde» steht in diesem Zusammenhang nicht für eine halbe Sprechstunde, sondern für Hypertrophe Kardiomyopathie, Arrhythmogene Kardiomyopathie, Long-QT-Syndrom & Brugada-Syndrom.

Wichtige Neuerungen gibt es vom Personalärztlichen Dienst (PAD). Es erfolgte nicht nur der Umzug von der Hebelstrasse in das Gebäude an der Schanzenstrasse, sondern auch die Integration in die ambulante Innere Medizin. Inhaltlich macht diese Angliederung grossen Sinn, gewährleistet sie doch die Einbettung in eine Klinik mit breitem und flächendeckendem Know-how. Wir sind zudem sehr froh, dass wir ab 1.1.2017 mit Dr. Florian Banderet die fachliche Leitung ideal besetzen konnten. Dr. Florian Banderet ist Internist, Infektiologe und kennt das Haus seit vielen Jahren.

Bereits im ersten Jahr als Personalarzt hat Dr. Florian Banderet in Zusammenarbeit mit der Abteilung Infektiologie & Spitalhygiene und vielen anderen Mitarbeitenden aus Pflege- und Ärzteschaft mit viel Fingerspitzengefühl die Influenza Impf-Kampagne geleitet. In diesem Rahmen wurden sowohl die ambulante Innere Medizin wie auch der PAD als Impfplattform rege frequentiert und der Zulauf von Personal und Patientinnen und Patienten bravourös von unserer Pflege gemeistert.

Trotz dieser Leistungen sind wir aufgrund der Tarifierung im ambulanten  nicht-apparativen Bereich weiter unter Kostendruck. Gerade deshalb müssen wir darauf bedacht sein, den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten, um möglichst viel unserer Ressourcen direkt der Patientenbetreuung zukommen zu lassen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde das Berichtswesen unter der Leitung von Fr. Dr. Vera Freund deutlich gestrafft und vereinfacht, mit dem wichtigen Nebeneffekt einer kürzeren Laufzeit der Berichte. Unter der gleichen Prämisse hat Fr. Dr. Katrin Bopp das Verfahren von Gutachten reorganisiert, mit dem Erfolg, dass viele Arbeitsstunden für Ärztinnen und Ärzte und das Sekretariat ohne Abstriche in der Qualität der Gutachten eingespart werden können. Mit dem gleichen Ziel hat das Administrations-Team (Sekretariate und Anmeldung) um Fr. Nicole Grether und Fr. Marlène Grouhel unsere Ärzteschaft mit grossem Engagement in der Einführung der eKG in den Spezial-Sprechstunden Hypertonie, Immunologie und Rauchstopp unterstützt.

Aufgrund ihrer Kompetenz wurden Dr. Andrea Meienberg und Dr. Thilo Burkard mit der fachlichen Projektleitung «Einführung Ambulante Krankengeschichte am USB» beauftragt. Es freut uns, dass mit Fr. Sabine Egli auch die ambulante Pflege stark vertreten ist.

Das Thema ambulante Kostendeckung wird uns mit Sicherheit auch die nächsten Jahre begleiten. Wir sind uns aber sicher, dass wir durch Effizienz und Produktivität in der Lage sein werden, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ einen wesentlichen Beitrag für das Unispital Basel zu leisten. Die ambulante Innere Medizin ist eine wichtige Eintrittspforte für Patientinnen und Patienten ins Unispital Basel und eine zentrale Drehscheibe vor Ort. Unser Ziel ist es – auch wenn der KDG ambulant trotz steigender Produktivität auf absehbare Zeit rot bleiben wird – insgesamt zu einem positiven Betriebsergebnis beizutragen.

Wissenschaft und Forschung

Prof. Mike Recher leistet hervorragende Arbeit im Bereich der Immundefizienz. Dank seines Einsatzes haben wir im Bereich der Immundefizienz ein Alleinstellungsmerkmal in der Nordwestschweiz. Prof. Mike Recher leitet die klinische Sprechstunde und verbindet die klinische Arbeit mit hochrangiger Forschung und vice versum. Grundlagen-orientierte Projekte helfen, die Erkrankungen besser zu verstehen. Die molekular-genetische Aufschlüsselung von Immunerkrankungen kommt bereits heute Patientinnen und Patienten zugute. Aufgrund dieser Analysen konnten Patientinnen und Patienten gezielt behandelt werden, im besten Sinne einer «Personalisierten Medizin». Prof. Mike Recher hat vom Schweizerischen Nationalfonds 2017 eine Verlängerung seiner Förderprofessur erhalten, welche mit CHF 400'000 dotiert ist. Prof. Mike Recher hat 2017 zwölf wissenschaftliche Arbeiten publiziert, davon mehrere als Senior-Autor.

Das Immunbiologie Labor (DBM) um Prof. Christoph Hess fokussiert auf translationale Fragestellungen der LymphozytenFunktion. Ziel dieser Arbeiten ist es, Krankheiten, welchen eine immun-metabolische Dysregulation zugrunde liegt, besser zu verstehen. Die Forschungsgruppe konnte ihre Arbeiten in herausragenden Fachzeitschriften publizieren.

PD Dr. Christoph Berger untersucht im seinem Labor für Translationale Immunologie die Krankheitsentstehung einer Autoimmunerkrankung der Blutgefässe (Vaskulitis). Patientinnen und Patienten werden dabei auch in einer prospektiven Beobachtungskohorte untersucht, was bereits wichtige Erkenntnisse im Bereich Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Vaskulitis erbracht hat. Weiter interessiert das Team um PD Dr. Christoph Berger wie man die saisonale Grippeimpfung verbessern könnte. Dazu hat PD Dr. Christoph Berger 2017 eine longitudinale  drei Jahresstudie zur Grippeimpfung begonnen. Ziel ist es, die individuelle Impfantwort und den Einfluss wiederholter Impfungen auf das Immunsystem besser zu verstehen. PD Dr. Christoph Berger hat 2017 vier Publikationen als Erst- oder Letztautor publiziert und zu acht weiteren Publikationen als Co-Autor beigetragen. Er hat einen Dreijahresforschungsgrant der Goldschmidt-Jacobson Stiftung und Drittmittelgelder von der Novartisstiftung für Biomedizinische Forschung akquiriert.

Lehre

Unter der organisatorischen Leitung von Dr. Andrea Meienberg übernimmt das gesamte Team der ambulanten Inneren Medizin Lehraufträge für die Medizinische Fakultät in den unterschiedlichsten Formaten, von Einzeltutoriaten, über Gruppenunterrichte bis hin zu grossen Frontalvorlesungen. Dr. Thilo Burkard organisiert seit Jahren zuverlässig und routiniert das Curriculum Innere Medizin für unsere Studierenden der Zahnmedizin. Hervorragend aufgenommen wird hierbei von unseren Zuweisenden die Fortbildung «Gemeinsam besser», welche vier Mal jährlich unter der Leitung von Dr. Stefanie Meyer und Dr. Andrea Meienberg  in Zusammenarbeit mit dem Team der Klinischen Pharmakologie organisiert wird (Prof. Matthias Liechti).

Ausgewählte Publikationen

  • Bantug G.R., L. Galluzzi, G. Kroemer, C. Hess. The spectrum of T cell metabolism in health and disease. Nature Reviews Immunology 2018. 18:19-34.
  • Vischer AS, Burkard T: Principles of Blood Pressure Measurement – Current Techniques, Office vs Ambulatory Blood Pressure Measurement. Adv Exp Med Biol. 2017;956:85-96.
  • Seelig E, Meyer S, Timper K, Nigro N, Bally M, Pernicova I, Schuetz P, Müller B, Korbonits M, Christ-Crain M. Metformin prevents metabolic side effects during systemic glucocorticoid treatment. Eur J Endocrinol. 2017 Mar;176(3):349-358. doi: 10.1530/EJE-16-0653. Epub 2017 Jan 10.
  • Detection of Sp110 by Flow Cytometry and Application to Screening Patients for Veno-occlusive Disease with Immunodeficiency.
  • Marquardsen FA, Baldin F, Wunderer F, Al-Herz W, Mikhael R, Lefranc G, Baz Z, Rezaee F, Hanna R, Kfir-Erenfeld S, Stepensky P, Meyer B, Jauch A, Bigler MB, Burgener AV, Higgins R, Navarini AA, Church JA, Chou J, Geha R, Notarangelo LD, Hess C, Berger CT, Bloch DB, Recher M. Journal of Clinical Immunology, 2017 Aug 21. Characteristics of autoantibodies targeting 14-3-3 proteins and their association with clinical features in newly diagnosed giant cell arteritis.
  • Kistner A, Bigler MB, Glatz K, Egli SB, Baldin FS, Marquardsen FA, Mehling M, Rentsch KM, Staub D, Aschwanden M, Recher M, Daikeler T, Berger CT Rheumatology (Oxford). 2017 May 1;56(5):829-834.