Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Medizinisches Zentrum: Herzzentrum
Prof. Stefan Osswald, Prof. Friedrich Eckstein

Kennzahlen Kardiologie

2017 2016
Stationäre Patienten Kurzzeitklinik 2'274 2'294
Ambulante Patienten (Kontakte) 28'862 24'921
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 5'692'180 4'934'549
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 97.2% 97.0%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 90.7% 89.1%
Ärztliche Mitarbeitende (FTE per 31.12.) 30.55 31.9
PTCA 1'336 1'278
TAVI 131 131
Schrittmacherimplantationen 287 304
ICD-Implantationen 85 88
Ablationen 741 710
CRT 55 53
Echokardiographien, transthorakal 11'691 10'810
Echokardiographien, transoesophageal 1'118 1'051
Stressechokardiographien 236 220
MPS/Herz PET/CMR/CCT 3'242 2'615

Stationäre Patienten

2'274
2017
2'294
2016

Kennzahlen Herzchirurgie

2017 2016
Stationäre Fälle 634 599
Stationäre Operationen 867 850
Ambulante Patienten (Kontakte) 1'366 1'404
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 325'000 288'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 97.6% 97.1%
Minimalinvasive Mitralchirurgie 49 43
Chirurgie der thorakalen Aorta 102 82
Trikuspidal-/Pulmonalklappenchirurgie 26 12
Kombinationseingriffe mit HLM 229 198
LVAD-Implantationen 8 3

Stationäre Operationen

867
2017
850
2016

Integrale Therapie der Herzinsuffizienz am Herzzentrum

Im Herzzentrum des Universitätsspitals Basel behandeln Kardiologen und Herzchirurgen jede Art von komplexen strukturellen und funktionellen Herzerkrankungen. Einen besonderen Stellenwert nimmt hierbei die Behandlung der Herzinsuffizienz ein. Als häufige Folge vieler verschiedener Herzkrankheiten ist die Herzinsuffizienz mittlerweile zum häufigsten medizinischen Hospitalisationsgrund für Patientinnen und Patienten über 65 Jahre geworden. Die Häufigkeit der Erkrankung sowie die stark reduzierte Lebensqualität und erhöhte Sterblichkeit der Betroffenen machen die Herzinsuffizienz zu einem führenden Gesundheitsproblem unserer Zeit. In den vergangenen Jahren haben wesentliche Fortschritte in der medikamentösen, apparativen (Devices) und chirurgischen Therapie die Lebensqualität und Prognose bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz verbessert. Insbesondere bei der Behandlung der fortgeschrittenen und terminalen Herzinsuffizienz hat die erfolgreiche Einführung von temporären und permanenten Herzkreislauf-Unterstützungssystemen, sogenannte ventrikuläre Assist-Devices (VAD), das Behandlungsspektrum erweitert. Aufgrund der medizinisch und technisch immer komplexer gewordenen Therapieverfahren ist die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit schwerster Herzinsuffizienz durch ein spezialisiertes Herzinsuffizienz-Team für die langfristige Prognose entscheidend.

Das Herzzentrum des Unispitals Basel bietet einen spezialisierten Herzinsuffizienz-Service, welcher die integrale Versorgung und Betreuung von Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz mittels modernster Therapieformen gewährleistet. Dabei werden alle nachfolgend aufgeführten Therapiemöglichkeiten angeboten.

Die Basis jeglicher Herzinsuffizienz-Therapien bilden eine maximal tolerierte Ausdosierung der prognostisch wirksamen Medikamente, Lebensstil-Anpassungen und Selbst-Management. Diese einfachen, aber äusserst wirksamen Massnahmen können nur durch eine strukturierte und engmaschige Betreuung erfolgreich implementiert werden. Das Herzzentrum bietet deshalb neu im Kardiovaskulären Präventionszentrum an der Gellertstrasse 120 ein ambulantes Herzinsuffizienzprogramm mit Sprechstunden, Herzinsuffizienzberatung und Herzinsuffizienz-Rehabilitation an. Zudem gewährleistet das international bekannte klinische Herzinsuffizienz-Studienprogramm des Herzzentrums Zugang zu den neusten pharmakologischen Therapien.

Neben der pharmakologischen Therapie profitieren ausgewählte Patientinnen und Patienten zudem von rhythmologischen Therapieansätzen. So kann beispielsweise die asynchrone Kontraktion der linken Herzkammer beim Linksschenkelblock durch eine Resynchronisation mittels biventrikulärem Herzschrittmacher korrigiert werden. Dies verbessert sowohl die Lebensqualität als auch das langfristige Überleben. Fortschritte in der elektrophysiologischen Ausmessung des Herzmuskels (Mapping) ermöglichen heute die genaue Lokalisation von ventrikulären Arrhythmien, welche sowohl als Ursache als auch als Folge einer Herzinsuffizienz eine wichtige Rolle spielen. Im Herzzentrum werden alle elektrophysiologischen Ablationstechniken, inklusive der Ablation von komplexen ventrikulären Rhythmusstörungen, durchgeführt. Dabei wird neben der endokardialen Ablation neu auch der epikardiale Ablationszugang angeboten. Diese Technik erweitert das Therapiespektrum zusätzlich.

Bei akuter schwerster Herzinsuffizienz, dem sogenannten kardiogenen Schock, und der chronisch terminalen Herzinsuffizienz, werden modernste Verfahren der mechanischen Kreislaufunterstützung eingesetzt. Dank der grossen Expertise in der Verwendung von temporären ventrikulären Assist Devices (VAD) vom Typ Impella nimmt unser Herzzentrum bei dieser Therapieform eine internationale Führungsrolle ein. Seit 2014 bieten wir zudem die Implantation von langfristigen Kreislaufunterstützungs-Systemen im Sinne der sogenannten Destinationstherapie (dauerhafte Therapie) an. Bedeutende technische Weiterentwicklungen von VAD-Herzunterstützungspumpen führen zu kleineren, sichereren und ausdauernderen Geräten, die schonendere Operationsmethoden ermöglichen. Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten kann durch die neuen Systeme über viele Jahre deutlich verbessert werden. Das Überleben an einem VAD nähert sich heute bereits teilweise dem Überleben nach einer Herztransplantation.

Daher werden Unterstützungspumpen heute nicht mehr nur für Patientinnen und Patienten genutzt, die zur Überbrückung auf eine Herztransplantation warten, sondern sind als Destinationstherapie etabliert und anerkannt. Insbesondere kann diese Form der Therapie Patientinnen und Patienten helfen, die aufgrund ihres Alters oder anderer Grunderkrankungen von der Möglichkeit einer Herztransplantation ausgeschlossen sind.

Am Herzzentrum wurde hierfür eigens ein interdisziplinäres VAD Team, bestehend aus Kardiologen, Herzchirurgen, Herzanästhesisten sowie Kardiotechnikern und spezialisierten Pflegefachkräften zusammengestellt. Unser VAD Programm hat sich in den letzten zwei Jahren rasant entwickelt und weist exzellente Behandlungserfolge vor.

Ausgewählte Publikationen

  • Puelacher C, Lurati Buse G, Seeberger D, Sazgary L, Marbot S, Lampart A, Espinola J, Kindler C, Hammerer A, Seeberger E, Strebel I, Wildi K, Twerenbold R, du Fay de Lavallaz J, Steiner L, Gurke L, Breidthardt T, Rentsch K, Buser A, Gualandro DM, Osswald S, Mueller C. Perioperative Myocardial Injury After Noncardiac Surgery: Incidence, Mortality, and Characterization. Circulation. 2017 Dec 4. pii:CIRCULATIONAHA.117.030114. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.117.030114. [Epub ahead of print.
  • Twerenbold R, Badertscher P, Boeddinghaus J, Nestelberger T, Wildi K, Puelacher C, Sabti Z, Rubini Gimenez M, Tschirky S, du Fay de Lavallaz J, Kozhuharov N, Sazgary L, Mueller D, Breidthardt T, Strebel I, Flores Widmer D, Shrestha S, Miró Ò, Martín-Sánchez FJ, Morawiec B, Parenica J, Geigy N, Keller DI, Rentsch K, von Eckardstein A, Osswald S, Reichlin T, Mueller C. 0/1-Hour Triage Algorithm for Myocardial Infarction in Patients with Renal Dysfunction. Circulation. 2017 Dec 4. pii: CIRCULATIONAHA.117.030114. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.117.030114. [Epub ahead of print].
  • Nestelberger T, Boeddinghaus J, Badertscher P, Twerenbold R, Wildi K, Breitenbücher D, Sabti Z, Puelacher C, Rubini Giménez M, Kozhuharov N, Strebel I, Sazgary L, Schneider D, Jann J, du Fay de Lavallaz J, Miró Ò, Martin-Sanchez FJ, Morawiec B, Kawecki D, Muzyk P, Keller DI, Geigy N, Osswald S, Reichlin T, Mueller C; APACE Investigators. Effect of Definition on Incidence and Prognosis of Type 2 Myocardial Infarction. J Am Coll Cardiol. 2017 Sep 26;70(13):1558-1568.
  • Boeddinghaus J, Nestelberger T, Twerenbold R, Wildi K, Badertscher P, Cupa J, Bürge T, Mächler P, Corbière S, Grimm K, Giménez MR, Puelacher C, Shrestha S, Flores Widmer D, Fuhrmann J, Hillinger P, Sabti Z, Honegger U, Schaerli N, Kozhuharov N, Rentsch K, Miró Ò, López B, Martin-Sanchez FJ, Rodriguez-Adrada E, Morawiec B, Kawecki D, Ganovská E, Parenica J, Lohrmann J, Kloos W, Buser A, Geigy N, Keller DI, Osswald S, Reichlin T, Mueller C. Direct Comparison of 4 Very Early Rule-Out Strategies for Acute Myocardial Infarction Using High-Sensitivity Cardiac Troponin I. Circulation. 2017 Apr 25;135(17):1597-1611.
  • Zellweger MJ, Haaf P, Maraun M, Osterhues HH, Keller U, Müller-Brand J, Jeger R, Pfister O, Brinkert M, Burkard T, Pfisterer M; BARDOT Investigators. Predictors and prognostic impact of silent coronary artery disease in asymptomatic high-risk patients with diabetes mellitus. Int J Cardiol. 2017 Oct 1;244:37-42. doi: 10.1016/j.ijcard.2017.05.069.
  • Shahinian JH, Mayer B, Tholen S, Brehm K, Biniossek ML, Füllgraf H, Kiefer S, Heizmann U, Heilmann C, Rüter F, Grapow M, Reuthebuch OT, Eckstein F, Beyersdorf F, Schilling O, Siepe M. Proteomics highlights decrease of matricellular proteins in left ventricular assist device therapy. Eur J Cardiothorac Surg. 2017 Jun 1;51(6):1063-1071. doi: 10.1093/ejcts/ezx023.
  • Matt P, Banerjee P, Grapow M, Rueter F, Schurr U, Siegemund M, Fassl J, Reuthebuch O, Eckstein F. Modified frozen elephant trunk for acute type A aortic dissection: a comparative study with standard repair technique. Eur J Cardiothorac Surg. 2017 Apr 1;51(4):754-760. doi: 10.1093/ejcts/ezw412
  • Grapow M, Haug M, Tschung C, Winkler B, Banerjee P, Heinisch PP, Fassl J, Reuthebuch O, Eckstein F. Therapy options in deep sternal wound infection: Sternal plating versus muscle flap. PLoS One. 2017 Jun 30;12(6):e0180024. doi: 10.1371/journal.pone.0180024. eCollection 2017.
  • Gaudiello E, Melly L, Cerino G, Boccardo S, Jalili-Firoozinezhad S, Xu L, Eckstein F, Martin I, Kaufmann BA, Banfi A, Marsano A. Scaffold Composition Determines the Angiogenic Outcome of Cell-Based Vascular Endothelial Growth Factor Expression by Modulating Its Microenvironmental Distribution. Adv Healthc Mater. 2017 Dec;6(24). doi: 10.1002/adhm.201700600. Epub 2017 Oct 10.
  • Cerino G, Gaudiello E, Muraro MG, Eckstein F, Martin I, Scherberich A, Marsano A. Engineering of an angiogenic niche by perfusion culture of adipose-derived stromal vascular fraction cells. Sci Rep. 2017 Oct 27;7(1):14252. doi: 10.1038/s41598-017-13882-3.