Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Neurologische Klinik und Poliklinik
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Ludwig Kappos

Kennzahlen

2017 2016
Stationäre Fälle (1) 1'708 1'373
Anzahl Pflegetage DRG (stationär) 9'843 9‘627
Verweildauer (1) 6.1 7.3
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (stationäre Patienten) 96% 95.3%
Konsile (inklusive Universitäre Psychiatrische Kliniken und Reha Rheinfelden) (2) 6'621 7'637
Ambulante Tarmedpunkte 6'802'000 6'365'000
Untersuchungen (diagnostische Abteilungen) 10'822 10'678
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (ambulante Patienten) 85.7% 84.7%
Ärztliche Mitarbeitende (FTE per 31.12.) 37.2 36.8
Drittmittelstellen Akademiker (FTE per 31.12.) (3) 25.7 26.5
Drittmittelstellen Nicht-Akademiker (FTE per 31.12.) (3) 18.2 15.8
Publikationen peer-reviewed (Anzahl/IF) 133/835 153/866

(1) Deutliche Erhöhung der stationären Fallzahl bzw. Verkürzung der Verweildauer durch Betreuung neurologischer Fälle auf der Kurzliegerstation 4.1 (Quelle: ISH Referenz).

(2) Konsile im Felix Platter-Spital werden aufgrund einer Änderung der vertraglichen Regelung seit 2017 nicht mehr einzeln erfasst (2016=789 FPS-Konsile). Ferner entfällt ein Teil der Konsilien wegen der direkten Betreuung von Patientinnen und Patienten auf der Kurzliegerstation 4.1.

(3) Jeweils inklusive im DBM verwalteter Stellen der Forschungsgruppen der Neurologie.

Stationäre Fälle

1'708
2017
1'373
2016

Ambulante Tarmedpunkte

6'802
2017
6'365
2016

Highlights 2017

  • Beförderung zur Titularprofessorin: Ute Gschwandtner
  • Habilitation: PD Dr. David Winkler
  • Dissertationen: Dr. med. Ioanna Athanasopoulou; Dr. med., Dr. sc. med. Vitalii Cozac; Dr. med. Martin Diebold; Dr. med. Dr. phil. Urs Fisch; Dr. med. Katharina Gruntz; Dr. phil. Anousha Hadinia; Dr. med. Anna-Lena Orsini; Dr. med. Alexandros Polymeris; Dr. phil. Frederik Sprenger; Dr. med. Daniel Wiesli Masterarbeiten: Psychologie: Marianne Jarsch, B. sc; Isabelle Ryf, B. sc.; Lina Schmidt, Msc; Susan Spirgi, Msc; Medizin: Flurina Lyrer
  • Preise & Ehrungen: PD Dr. Gian Marco de Marchis erhielt den Alfred-Hauptmann-Preis für Epilepsieforschung 2017; Prof. Ludwig Kappos erhielt den Forschungspreis der Roman, Marga and Mareille Sobek Foundation und wurde Fellow der American Academy of Neuroloy (FAAN); Stefano Magon erhielt den zweiten Posterpreis am Tag der Klinischen Forschung, DKF; Prof. Stephan Rüegg erhielt den Best Lecture Award der MedArt 2017; David Seiffge erhielt den Bayer Thrombosis Research Award und den Forschungspreis der Schweizerischen Herzstiftung.

Auch 2017 erfolgten bedeutsame Schritte zum quantitativen und qualitativen Ausbau unserer Funktion als Referenzzentrum für die differenzierte Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen in der Region:

Die neurologische Präsenz in der mit uns eng kooperierenden Klinik für universitäre Altersmedizin und Rehabilitation des Felix Platter-Spitals (FPS) wurde durch die Wahl von Prof. Stefan Engelter zum Chefarzt Rehabilitation, PD Dr. Nils Peters und PD Dr. Marc Sollberger zu Leitenden Ärzten sowie die Einrichtung einer 50% neurologischen Oberarztstelle und Weiterführung der bisherigen neurologischen Assistenzarzt-Rotationsstelle erheblich gestärkt. Damit sind personell optimale Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Angebots in der neurologischen Frührehabilitation mit Schwerpunkt Stroke und in der multidisziplinären Diagnostik und Therapie der Demenz geschaffen. Mit Beschluss der Spitalleitung wurde unser bisheriger Multiple Sklerose (MS) Schwerpunkt offiziell als interdisziplinäres Behandlungszentrum für MS des Unispitals Basel anerkannt. Damit gehen strukturelle und personelle Änderungen einher, die es uns erlauben sollten, unsere führende Rolle auf diesem Gebiet in Dienstleistung und Forschung zu halten und auszubauen.

Mit der Inanspruchnahme eines grossen Teils der neugeschaffenen Betten auf der seit Frühjahr 2017 eingerichteten Kurzzeitklinik des Bereichs Medizin konnten wir den nunmehr chronischen Mangel an Kapazität für dringliche fachneurologisch geführte diagnostische und therapeutische Kurzhospitalisationen etwas lindern.

Als Ausdruck des weiterhin hohen Bedarfs und weiter gesteigerter Effizienz stieg die Zahl stationärer Fälle um knapp 25%, die mittlere Aufenthaltsdauer sank von 7,3 auf 6,1 Tage. Bei der Zahl ambulanter Konsultationen und Untersuchungen in den diagnostischen Abteilungen konnte das hohe Niveau des letzten Jahres mit leichter Steigerungstendenz, insbesondere bei den verrechneten Tarmedpunkten, gehalten werden. Auch nach Abzug der jetzt nicht mehr mitgerechneten Konsile im Felix Platter-Spital ist die Zahl der hausinternen Konsilien leicht rückläufig. Mit deutlich mehr und kürzeren Hospitalisationen und mehr Untersuchungen pro ambulanten Fall wachsen auch die Anforderungen an unsere multidisziplinären Teams, die bei gleichbleibenden Personalzahlen dieses quantitative und qualitative Mehr mit sehr hoher Motivation und Effizienz bewältigen. Umso erfreulicher ist es, dass es gelungen ist, auch 2017 Spitzenleistungen in der Forschung zu erbringen. Unsere in ihrer Zielsetzung stark klinisch ausgerichtete Forschung stützt sich auf lokale, nationale und vor allem internationale Kooperationen und spannt den Bogen von molekularen, zellulären und biochemischen Projekten unserer neuromuskulären und neuroimmunologischen Forschungsgruppen im Departement Biomedizin (DBM) und der Demenzforschungsgruppe in der Neuropathologie, zu modernen Verfahren der Bildakquisition und -verarbeitung und zu quantitativen neurophysiologischen Verfahren. Dabei nutzen und entwickeln wir kollegial und produktiv die Synergien weiter, die sich durch die Departemente Klinische Forschung (DKF) und Biomedical Engineering (DBE) sowie das Medical Image Analysis Center (MIAC) bieten. In Zusammenarbeit mit dem DKF konnten wir die Übernahme von Neurostatus, der von uns entwickelten führenden Plattform für standardisierte klinische Untersuchungen im Rahmen internationaler MS Studien, unter dem Namen Neurostatus UHB, umsetzen. Im Berichtsjahr wurde ein von uns führend mitentwickelter monoklonaler Antikörper als erste Substanz auch zur Behandlung der primär progredienten MS zugelassen, ein weiteres orales Präparat wurde erfolgreich in einer grossen Phase 3 Studie bei sekundär progredienter MS geprüft. Aus unserem Biomarkerlabor (PD Dr. Jens Kuhle) kamen vielbeachtete Arbeiten zur Etablierung von Neurofilamenten im Blut als aussagekräftigem Biomarker für neuroaxonale Schädigung. Nach wie vor auf höchstem Niveau bewegen sich nicht nur die meist kompetitiv erworbenen Drittmittel (allein sechs SNF geförderte, von Mitarbeitenden der Klinik geleitete Projekte, inklusive eine Ambizione Förderung (PD Dr. Matthias Mehling) und der Anteil drittmittelfinanzierter Stellen, sondern auch die Anzahl und der Gesamt-Impact-Faktor unserer Publikationen (siehe vollständige Liste: www.unispital-basel.ch/neurologie unter «Publikationen»).

Ausgewählte Publikationen

(Arbeiten zu zerebrovaskulären Themen sind im Bericht des Stroke-Centers enthalten)

  • Bischof A, Manigold T, Barro C, Heijnen I, Berger Ct, Derfuss T, Kuhle J, Daikeler T. Serum neurofilament light chain: a biomarker of neuronal injury in vasculitic neuropathy. Ann Rheum Dis. 2017 Juli 25. [Epub ahead of print].
  • Brockhoff M, Rion N, Chojnowska K, Wiktorowicz T, Eickhorst C, Erne B, Frank S, Angelini C, Furling D, Rüegg Ma, Sinnreich M*, Castets P* (* Co-Corresponding authors). Targeting deregulated AMPK/mTORC1 pathways improves muscle function in myotonic dystrophy type I. J. Clin Invest. 2017; 127(2): 549-563.
  • Disanto G, Barro C, Benkert P, Naegelin Y, Schädelin S, Giardiello A, Zecca C, Blennow K, Zetterberg H, Leppert D, Kappos L, Gobbi C, Kuhle J; Swiss Multiple Sclerosis Cohort Study Group (including DERFUSS T). Serum neurofilament light: A biomarker of neuronal damage in multiple sclerosis. Ann. Neurol. 2017; 81(6): 857-870.
  • Hauser SL*, Bar-Or  A, Comi Gc, Giovannoni G, Hartung HP, Hemmer B, Lublin F, Montalban X, Rammohan K, Selmaj K, Traboulsee A, Wolinsky JS, Arnold Dl, Klingelschmitt G, Masterman D, Fontoura P, Belachew S, Chin P, Mairon N, Garren H, Kappos L* on behalf of the OPERA I and II clinical investigators (* Co-primary authors). Ocrelizumab versus Interferon β-1a in Relapsing Multiple Sclerosis: Two Studies. N Engl J Med 2017; 376(3):221-234. Montalban X, Hauser Sl, Kappos L, Arnold Dl, Bar-Or A, Comi G, De Seze J, Giovannoni G, Hartung Hp, Hemmer B, Lublin F, Rammohan KW, Selmaj K, Traboulsee A, Sauter A, Masterman D, Fontoura P, Belachew S, Garren H, Mairon N, Chin P, Wolinsky JS; Oratorio Clinical Investigators. Ocrelizumab versus placebo in Primary Progressive Multiple Sclerosis. N Engl J Med. 2017; 376(3): 209-220.
  • Sanderson NS, Zimmermann M, Eilinger L, Gubser C, Schaeren-Wiemers N, Lindberg RLP, Dougan SK, Ploegh HL, Kappos L, Derfuss T. Cocapture of cognate and bystander antigens can activate autoreactive B cells. Proc Natl Acad Sci USA. 2017;114(4):734-739.