Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Pflege/MTT
Dr. Jacqueline S. Martin

Highlights 2017

Durch den Weggang von Stephan Schärer zu Beginn des Jahres, wurde die Stelle als Fachbereichsleiter Pflege Chirurgie vakant. Nach einer kurzen Interimszeit konnte diese Position innerhalb der Bereichsleitung Chirurgie erfreulicherweise durch Isabelle Gisler intern besetzt werden.

Während dem ganzen Jahr beschäftigten uns die Vorbereitung und Einführung der ersten elektronischen Pflegedokumentation in allen stationären Abteilungen. Die Herausforderungen waren zum einen, die Einbindung der bestehenden patientenzentrierten Standards und Assessmentinstrumente innerhalb der Dokumentation und zum anderen die strukturierte Vorbereitung und Unterstützung der Pflegeteams auf den Rollout. Insbesondere die vollständige und korrekte Abbildung der Pflegeleistung wird auch im 2018 eine zentrale Aufgabe sein. Das Konzept zur Einführung einer elektronischen Dokumentation konnte von den Projektleiterinnen an der ENI 2017, dem 9. Wissenschaftlichen Kongress für Informationstechnologie im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, erfolgreich vorgestellt werden.

Mitte des Jahres wurde der Patientenbeirat im Unispital Basel gegründet, um die Anliegen und Interessen von Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Mitgliedern von Patientenorganisationen in unsere Entscheidungen systematisch einbeziehen zu können. Der Beirat umfasst bisher zehn Personen, die mit der Ressortleiterin Pflege/MTT als Vertreterin der Spitalleitung in regelmässigem Austausch stehen.

Praxisentwicklung Fachbereich Pflege

Das Netzwerk für Praxisentwicklung der drei Universitätsspitäler Basel, Bern und Zürich arbeitet seit 2012 an der Vertiefung des Wissens und der methodischen Kenntnisse zur erfolgreichen und nachhaltigen Entwicklung in der Gesundheitsversorgung. Um diese Arbeit auswerten zu können, definierte eine Gruppe von Pflege- und Therapieexpertinnen und -experten aller drei Spitäler mit Val Wilson (Professor of Nursing, University of Wollongong, Australia) entsprechende Evaluationsstrategien.

Ausgerichtet an der Vision Pflege, arbeitet die Abteilung Praxisentwicklung zusammen mit den Führungs- und Fachleitungen Pflege in den Bereichen an der Förderung von Advanced Nursing Practice. In diesem Zusammenhang konnte das Konzept an der Konferenz des International Council of Nursing (ICN) in Barcelona im Mai im Rahmen einer Präsentation gezeigt werden.

Gewürdigt mit dem Preis für die beste Masterarbeit der Stiftung Pflegewissenschaft Schweiz, wurde die Entwicklung und Testung von einem Erfassungsinstrument zur Vorhersage einer längeren Aufenthaltsdauer bei kritisch kranken Intensivpatienten von Conrad Wesch (Pflegeexperte der Operativen Intensivbehandlung). Das Instrument ist Bestandteil eines neuen APN-basierten Versorgungsmodells, das Ende Jahr startete.

Die neue Richtlinie für Pflegefachpersonen in der Betreuung von Patientinnen und Patienten, die Suizidgedanken äussern, erarbeitet durch eine interprofessionelle und interdisziplinäre Gruppe, wurde im September in Kraft gesetzt.

Praxisentwicklung Fachbereich Therapien

Durch die Besetzung der Funktion einer Leitung für Praxisentwicklung im Fachbereich Therapien ab April mit Peter Suter, der einen Master in Physiotherapie hat und seit 20 Jahren im Unispital Basel arbeitet, konnte die langjährige Vakanz zur evidenzbasierten und personenzentrierten Entwicklung der klinischen Praxis analog des Bereichs Pflege besetzt werden.

In den Fachbereichen Intensivmedizin, Innere Organe, Muskuloskelettal und Neurologie wurden ausserdem die Funktion der Therapieexpertin (je 10%) geschaffen, um die Praxisentwicklung zusätzlich unterstützen zu können.

Die Assessments aller drei Therapiebereiche wurden 2017 überprüft und standardisiert, um sie digital verfügbar zu haben. Mit der Absicht, im Bereich der Physiotherapie im Akutspital das Konzept «Better in – Better out» voranbringen zu können, haben sich die Universitätsspitäler Bern und Zürich, das Kantonsspital Winterthur und die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften fachlich und organisatorisch vernetzt.

Sozialdienste

Die Spitalsozialarbeit hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. So konnten offene Stellen schnell neu besetzt und auch die Nachwuchsförderung weiter ausgebaut werden. Im Sommer wurde dementsprechend der dritte Praktikumsplatz für Studierende der Sozialen Arbeit installiert. Die Feedbacks der Praktikantinnen sind durchweg positiv und bestärken uns hier einen wertvollen Beitrag in der Ausbildung anbieten zu können.

Die stetige Weiterbildung ist unverzichtbar und stellt einen Standard im Berufsalltag dar. So konnten wir unseren Wissenstand in den Themenfeldern Sozialversicherung, Beistandschaft, Sans Papiers und Behindertenrecht aktualisieren.

Interprofessionelle Zusammenarbeit zur besseren Austrittsvorbereitung der Patientinnen und Patienten – Anfang Juli hat das Case Management im Bereich Chirurgie gestartet und wir sind nun gemeinsam unterwegs in der weiteren Gestaltung und Abstimmung der Arbeitsprozesse.

Forschung

Testung der Validität eines effizienten Erfassungsinstruments zur Erkennung von Delir bei betagten Patientinnen und Patienten in der Notfallabteilung in Zusammenarbeit mit der Universitären Altersmedizin vom Felix Platter-Spital.

Zum Thema chronisch lumbale Rückenbeschwerden läuft eine Studie in Zusammenarbeit mit dem Labor Funktionelle Biomechanik vom Unispital Basel und Masterstudierenden der Physiotherapie.

Ausgewählte Publikationen

  • Grob, S., Bläuer, C., Frei, I.A. (2017). Women’s experiences of nurse case management on a gynaecological oncology unit in a Swiss tertiary hospital. A thematic analysis. Scandinavian Journal of Caring Sciences. 31(4): 814-821. DOI: 10.1111/scs.12401.
  • Grossmann, F., Hasemann, W., Kressig, R., Bingisser, R., Nickel, Ch. (2017). Performance of the modified Richmond Agitation Sedation Scale in identifying delirium in older emergency department patients. The American Journal of Emergency Medicine. DOI:10.1016/j.ajem.2017.05.025.
  • Hoffmann, S. & Frei, I.A. (2017). Die Analyse unerwünschter Ereignisse als Beitrag zur Sicherheitskultur im Kontext der Praxisentwicklung. Pflege: Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe. 30(6): 339-346. DOI 10.1024/1012-5302/a000557.
  • Horlacher, K., Müller, R., Sauer, R., Kleinknecht, M., Martin, J., Spirig, R. (2017). Grademix in der Pflege: eine erste Erhebung mit einem neuen Instrument. Pflegewissenschaft. 5/6: 280-288. DOI: 10.3936/1482.
  • Schärli, M., Müller, R., Martin, J.S., Spichiger, E., Spirig, R. (2017). Interprofessionelle Zusammenarbeit Pflegefachpersonen und Ärzteschaft – eine Triangulation quantitativer und qualitativer Daten. Pflege: Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe. 30: 53-63. DOI: 10.1024/1012-5302/a000531.