Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Qualitätsmanagement
Prof. Christoph A. Meier

Ziel des medizinischen Qualitätsmanagements ist die qualitativ optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten am Universitätsspital Basel. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden aus der Strategie 2020 des Unispitals Basel folgende Kernaufgaben des medizinischen Qualitätsmanagements abgeleitet:

  • Behandlungsprozesse und Dienstleitungen verbessern
    Kontinuierliche Verbesserung strukturiert implementieren
  • Behandlungsqualität transparent und steuerbar machen
    QualitätsScoreCard als Steuerungsinstrument etablieren
  • Value Based Health Care
    Patientennutzen als Qualitätsmerkmal generieren
  • Patient reported health outcomes
    Gesundheitszustand aus Patientensicht fokussieren
  • Vernünftige Medizin
    Transparenz und Entscheidungsgrundlagen zugunsten einer patientenorientierten, wertebasierten Gesundheitsversorgung (zum Beispiel unnötige Interventionen vermeiden)

Highlights 2017

Im Berichtsjahr standen folgende Aktivitäten im Fokus:

  • EFQM – European Foundation for Quality Management (www.efqm.ch): Das Universitätsspital Basel hat sich entschieden, das EFQM Modell mit dem Reifegrad «Verpflichtung zu Excellence (C2E)» einzuführen. Um die Zertifizierung zu erlangen, hat die Spitalleitung die dafür nötige Selbstbewertung durchgeführt und drei Verbesserungsprojekte identifiziert. Spitalleitungsmitglieder wurden als Sponsoren der jeweiligen Verbesserungsprojekte benannt und die Planung zur Umsetzung der drei Projekte wurde abgeschlossen.

  • Qualitätsindikatoren (QIs) und Qualitäts-Scorecard: Qualitätsindikatoren aus nationalen sowie spitaleigenen Messungen geben uns wichtige Hinweise zur medizinischen Behandlungsqualität und helfen uns, die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu optimieren. Um Auffälligkeiten zeitnah zu identifizieren und Verbesserungsmassnahmen systematisch zu steuern, wurde 2017 ein Qualitätsindikatoren-Monitoring in der ärztlichen Direktion aufgebaut.
    Mit der Qualitäts-Scorecard soll zukünftig ein Steuerungsinstrument zur Verfügung stehen, welches Kennzahlen nutzerspezifisch und transparent zugänglich abbildet. 2017 wurden hierfür die konzeptionellen Grundlagen geschaffen und die ersten fünf ausgewählten Qualitätsindikatoren in interprofessionellen Expertengruppen bearbeitet.

  • Patient Reported Health Outcomes: Wir wollen wissen, wie Patientinnen und Patienten ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität nach einer Behandlung am Universitätsspital Basel beurteilen. Zu diesem Zweck werden seit 2017 in der Klinik für Orthopädie undTraumatologie und im Brustzentrum sogenannte Patient reported outcomes systematisch erfasst. Hierfür wurden definierte Standard-Sets des International Consortium for Health Outcomes Measurement (ICHOM) in die klinikspezifischen Behandlungspfade integriert. Patientinnen und Patienten werden zu ihrem subjektiv wahrgenommenen Gesundheitszustand und ihrer Lebensqualität digital befragt. Die Ergebnisse stehen dem Behandlungsteam sofort und auf einen Blick zur Verfügung und können in der Sprechstunde mit der Patientin, dem Patient, besprochen werden.

  • Patientenbefragung: 2017 wurden 28‘220 stationäre Patientinnen und Patienten befragt, wovon 9‘176 (Rücklaufquote: 24,8%) antworteten. 95,4% der Patientinnen und Patienten beurteilten die Behandlungsqualität als «ausgezeichnet» oder «gut» und 69,8% würden unser Spital für die ähnliche Behandlung oder für eine Geburt wiederwählen.
    88‘450 ambulante Patientinnen und Patienten wurden 2017 befragt, wovon 22‘763 antworteten (Rücklaufquote: 25,74%). Die Behandlungsqualität beurteilten 86,1% Patientinnen und Patienten als «überragend» oder «sehr gut». 72,7% würden unser Spital für eine ähnliche Behandlung wiederwählen.

  • Rückmeldemanagement: Unser Fokus – die Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten: Im Jahre 2017 verzeichneten wir 1‘480 Rückmeldungen. Davon sind 62% Lob, 38% Beschwerden und 122 einzeln eingegangene Anregungen. Tendenziell verzeichneten wir mehr Rückmeldungen, welche über das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt oder die Spitaldirektion eingingen. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit betrug zwei Tage. Die eingegangenen Rückmeldungen zeigen uns, wie die Behandlung vor, während und nach dem Spitalaufenthalt erlebt wird. Auch 2017 erhielten wir von Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Besuchern wichtige Hinweise, wo wir uns verbessern können und wo wir auf gutem Wege sind.

Ausblick 2018

  • EFQM: 2018 werden die drei Verbesserungsprojekte zur Erlangung des Reifegrades «Verpflichtung zu Excellence (C2E)» umgesetzt. Die Themen der drei Projekte sind in den Bereichen Ärztliche Direktion, Finanzen und Personal angesiedelt. Ziel ist es, die drei Verbesserungsprojekte im ersten Quartal 2019 umgesetzt und auf deren Wirksamkeit überprüft zu haben. Die Validierung für die EFQM Zertifizierung erfolgt ebenso im ersten Quartal 2019.

  • Qualitätsindikatoren (QIs) und Qualitäts-Scorecard: 2018 werden für die gewählten Qualitätsindikatoren die klinischen Dokumentationsprozesse sowie die Datenqualität evaluiert. Zusätzlich werden weitere Qualitätsindikatoren konzeptionell vorbereitet. Parallel dazu erfolgt der technische Aufbau der Qualitäts-Scorecard zur Abbildung der definierten Indikatoren.

  • Patient Reported Health Outcomes: Nach erfolgreicher Umsetzung von zwei ICHOM Standard-Sets wird die Nutzung von Patient Reported Outcomes 2018 auf weitere Kliniken ausgerollt.

  • Patientenbefragung: Die permanente Patientenbefragung wird 2018 optimiert und verschiedene neue Befragungsinstrumente werden dazu getestet. Um die mehrfache Befragung von stationären Patientinnen und Patienten zu vermeiden, wird die permanente schriftliche Patientenbefragung ab 2018 auf eine intermittierende halbjährliche Befragung umgestellt. Die Patientenbefragung der ambulanten Patientinnen und Patienten wird vorerst unverändert weitergeführt.

  • Rückmeldemanagement: 2018 wird das Rückmeldemanagement konzeptionell und prozessual überarbeitet. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten einen einfachen Zugang zum Rückmeldemanagement zu gewährleisten, auf Rückmeldungen zeitnah reagieren zu können sowie die Bearbeitung der Rückmeldungen für Patientinnen und Patienten und Angehörige zufriedenstellend zu gestalten. Geplant ist, 2018 unter anderem ein elektronisches Rückmeldesystem einzuführen, um den Bearbeitungsprozess für alle Involvierten effizienter und systematischer zu gestalten.