Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2017

Radiologie und Nuklearmedizin
Prof. Elmar Merkle

Kennzahlen

2017 2016
Nuklearmedizinische Therapien 581 620
Nuklearmedizinische Diagnostik inklusive PET 7994 7'808
Computertomografie 40556 38597
Magnetresonanztomografie 20688 19'970
Ultraschall 9'899 10'491
Konventionelles Röntgen (Untersuchungen) 55'887 56'812
Mammografien 6'326 6'939
davon Patientinnen und Patienten im Screening-Programm 998 779
Interventionen Mammadiagnostik 557 435
Angiografien 1952 1'883
Ambulanzanteil Nuklearmedizin Diagnostik 85.8% 85.5%
Ambulanzanteil Radiologie 66.7% 66.4%
Tarmedpunkte Nuklearmedizin Diagnostik 5'927'820 6'255'662
Tarmedpunkte Radiologie 21'269'697 20'719'696
Ärztliche Mitarbeiter (FTE) 53.5 51.2
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (stationäre Patienten) 99.0% 95.6%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (ambulante Patienten) 86.5% 86.0%

Screening Mammografie Patienten

998
2017
779
2016

Interventionen Mammadiagnostik

557
2017
435
2016

Highlights 2017

Wir bieten das gesamte Leistungsspektrum der modernen diagnostischen und therapeutischen Radiologie und Nuklearmedizin an, einschliesslich der minimalinvasiven interventionellen und endovaskulären Therapien sowie der Radionuklidtherapie. Die bildgebende Diagnostik umfasst die konventionelle Radiologie inklusive der Mammografie und der Tomosynthese, alle Kontrastmittelverfahren, die Sonografie, die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRI) und die angiografischen Verfahren sowie die nuklearmedizinische Diagnostik von der planaren Szintigrafie bis hin zu den modernen Hybridverfahren PET/CT (Positronen-Emissions-Tomografie/CT) und SPECT/CT (Single Photon Emission Computed Tomography/CT). Im therapeutischen Bereich erweitern wir unser Spektrum laufend um Neuentwicklungen bei den minimalinvasiven und endovaskulären Verfahren der interventionellen Radiologie und der Neuroradiologie. Die Radionuklidtherapie bildet – als Spezialität von nationaler und internationaler Bedeutung – einen der vier spitzenmedizinischen Schwerpunkte des Universitätsspitals Basel. Unsere organbezogenen ärztlichen Fachabteilungen werden ergänzt von den Abteilungen für Radiologische Physik und Radiopharmazeutische Chemie.

Uns steht ein volldigitalisierter Gerätepark mit hochempfindlichen und strahlensparenden Detektorsystemen zur Verfügung. 2017 wurde die neue Angiografie-Anlage mit zahlreichen Funktionen, zum Beispiel für die dreidimensionale Bildgebung, installiert.

Klinische Dienstleistung

Wir stellen eine Umverteilung von den präventiven Mammografien in das Screening-Programm fest; die Screeningmammografien nehmen seit Beginn des Programms in 2014 zu. Auch steigt die Anzahl der Interventionen in der Mammadiagnostik (siehe Grafik). 2017 konnten wir den Einsatz von radioaktiven Iod-125-Markern (Seeds) zur Kennzeichnung von kleinen, nicht tastbaren Tumoren in der Brust einführen. Die erste Patientin wurde im Dezember erfolgreich mit dieser Methode operiert.

Das Spektrum an Behandlungsformen in der interventionellen Therapie von Gefässmalformationen konnten wir erweitern, dies auch dank der neuen Angiografie-Anlage. Sie erlaubt eine genauere, schonendere und schnellere Bildgebung bei Interventionen – mit weniger Strahlung und Kontrastmittel. Funktionen zur dreidimensionalen Darstellung und Navigation erleichtern die Planung und Durchführung von Eingriffen – zum Beispiel in der Tumortherapie und bei Embolisationen.

Die von uns geförderte strukturierte Befundung wurde auch 2017 in den Organabteilungen weiter umgesetzt, um unsere Befunde – entsprechend der Anforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Zuweiser – stärker zu gliedern und durch benutzerfreundliche, aussagekräftige Inhaltselemente anzureichern.

Gut etabliert ist mittlerweile das Zentrum für Bilddiagnostik, unsere Aussenstelle (mit den Standorten Bahnhof SBB in Basel und Rennbahnklinik in Muttenz) für ambulante Patientinnen und Patienten. Dies zeigen die deutlich gestiegenen Untersuchungszahlen und die stetig erhobene hohe Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten und zuweisenden Ärztinnen und Ärzte. Sie werden mit Unterstützung des spezialisierten Kernteams am Unispital Basel betreut. Den Patientinnen und Patienten am Unispital Basel steht durch die Aussenstelle ein grösserer Pool an Untersuchungsstandorten zur Verfügung; durch den Einsatz eines PET/CT-Geräts im Zentrum für Bilddiagnostik konnten wir die Anzahl der PET/CT-Untersuchungen weiter steigern und den Bedarf gut abdecken.

Das in Kooperation mit der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie geleitete 3D Print Lab bietet seit 2017 auch sterilisierbare dreidimensionale Modelle für Operationsplanung und -durchführung, Patientenaufklärung und Lehre an.

Wie die 2017 erschienene Auswertung des Bundesamts für Gesundheit zeigte, ist der Strahlenschutz der beruflich strahlenexponierten Mitarbeitenden am Unispital sehr effizient und überzeugt im schweizweiten Vergleich: In Basel wurden maximal 10% der gesetzlich erlaubten Werte erreicht. Auch der Auditbericht des BAG zur CT kam zum positiven Schluss: «Dem Strahlenschutz in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin wird erfreulicherweise eine hohe Bedeutung beigemessen.»

Das neue Labor der radiopharmazeutischen Chemie wurde 2017 mit Geräten für die Herstellung und Qualitätskontrolle bestückt sowie den wichtigsten Qualifizierungen bzw. Zulassungen und Eichungen unterzogen. Auch die Forschungseinrichtungen für die Entwicklung neuer Radiopharmazeutika wurden Ende 2017 fertiggestellt.

Organisatorische Entwicklungen

  • Dr. Anna Hirschmann ist von ihrem Forschungs-Sabbatical (Oktober 2016 bis September 2017) zurückgekehrt und hat die Leitung der Abteilung für Muskuloskelettale Diagnostik wieder von ihrer Stellvertreterin, Dr. Dorothee Harder, übernommen.
  • Dr. Kristine Blackham, hat die Leitung der Abteilung für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie zum Jahreswechsel 2018 interimistisch von Prof. Christoph Stippich übernommen. Mit ihm wechselt ein Teil unseres Teams von Neuroradiologen bis zum Frühjahr 2018 nach Zürich.
  • Dr. Melpomeni Fani, Forschungsleiterin der Abteilung für Radiopharmazeutische Chemie, hat Ende 2017 den Ruf für die klinische Professur Radiopharmazeutische Chemie von der Universität Basel erhalten.

Lehre und Forschung

Wir sind in die Aus-, Weiter- und Fortbildung von (Zahn-)Ärztinnen und -Ärzten, Fachpersonen für medizinisch-technische Radiologie (MTRAs), Physikerinnen und Physikern, Biologinnen und Biologen, Chemikerinnen und Chemikern sowie anderen Fachleuten involviert. Auch 2017 haben wir für unser Engagement in der Lehre sehr gute Rückmeldungen erhalten: Bei der Evaluation aller radiologischen Weiterbildungsstätten durch die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) erzielte unsere Klinik wiederum schweizweit die Höchstnote der Schweizer Universitätsspitäler. Äusserst positives Feedback erreichten erneut die praxisbezogenen Lehrveranstaltungen für Studierende der Humanmedizin: die interprofessionellen Projekte im dritten Bachelor sowie der zum dritten Mal durchgeführte, äusserst gefragte elektive Hands-On-Workshop zur klinischen Bildgebung in den Semesterferien.

Unsere Forschungstätigkeit wurde mehrfach gewürdigt: Preise nationaler und internationaler Fachgesellschaften gingen erneut an etablierte wie auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Insbesondere die Forschung zur Verbesserung der quantitativen MR-Bildgebung wurde prämiert (nachfolgend eine Auswahl):

  • Federau C: Peter Huber Preis 2017 der SGNR (Schweizerische Gesellschaft für Neuroradiologie) für: Evolution of Volume and Signal Intensity on Fluid-attenuated Inversion Recovery MR Images after Endovascular Stroke Therapy.
  • Knoll F, Garwood ER, Hirschmann A, Rybak L, Bruno M, Block T, Babb J, Pock T, Sodickson D, Recht M: Best MSK abstract presentation der ISMRM (International Society for Magnetic Resonance in Medicine) für: Accelerated knee imaging using a deep learning based reconstruction.
  • Nguyen D: Summa Cum Laude Award der ISMRM (International Society for Magnetic Resonance in Medicine) für: On the decay of SSFP configurations.
  • Popescu C, Caobelli F: 3. Preis des Young Investigator Award 2017 (Neurology) der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging (SNMMI) für: 18F-FDG PET brain in presurgical management of patients with periventricular nodular heterotopias related epilepsy: diagnostic features and long term outcome.
  • Pusterla O: Summa Cum Laude Award der ISMRM (International Society for Magnetic Resonance in Medicine) für: Respiratory a-mapping of cystic fibrosis at 1.5T.

Asugewählte Publikationen

  • Bauman G, Bieri O. Matrix pencil decomposition of time-resolved proton MRI for robust and improved assessment of pulmonary ventilation and perfusion. Magn Reson Med. 2017 Jan;77(1):336-342. Epub 2016 Jan 12.
  • Hainc N, Federau C, Stieltjes B, Blatow M, Bink A, Stippich C. The Bright, Artificial Intelligence-Augmented Future of Neuroimaging Reading. Front Neurol. 2017 Sep 21;8:489. eCollection 2017.
  • Manneck S, Hurwitz LM, Seaman DM, Heye T, Boll DT. Whole-Body High-Pitch CT Angiography: Strategies to Reduce Radiation Dose and Contrast Volume. AJR Am J Roentgenol. 2017 Dec;209(6):1396-1403. Epub 2017 Oct 5.
  • Nicolas G, Mansi R, McDougall L, Kaufmann J, Bouterfa H, Wild D, Fani M. Biodistribution, pharmacokinetics and dosimetry of 177Lu-, 90Y- and 111In-labelled somatostatin receptor antagonist OPS201 in comparison to the agonist 177Lu-DOTATATE: the mass effect. J Nucl Med. 2017 Sep;58(9):1435-1441.
  • Schmieder RE, Wagner F, Mayr M, Delles C, Ott C, Keicher C, Hrabak-Paar M, Heye T, Aichner S, Khder Y, Yates D, Albrecht D, Langenickel T, Freyhardt P, Janka R, Bremerich J. The effect of sacubitril/valsartan compared to olmesartan on cardiovascular remodelling in subjects with essential hypertension: the results of a randomized, double-blind, active-controlled study. Eur Heart J. 2017 Nov 21;38(44):3308-3317.

Unsere vollständigen Publikationen finden Sie auf www.unispital-basel.ch/radiologie/jahresbericht