Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Augenklinik
Prof. Hendrik Scholl, Prof. Christian Prünte, Dr. Norbert Spirig

Kennzahlen

2018 2017
Stationäre Fälle 690 653
Stationäre Operationen 629 572
Ambulante Patienten (Kontakte) 79'307 79'565
Ambulante Operationen (Prozeduren) 4'312 3'942
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 16'944'000 17'911'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 97.1% 96.6%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 86.1% 86%

Stationäre Fälle

690
2018
653
2017

Highlights 2018

Etablierung von Fachbereichen und Ressorts

Die Augenklinik wurde neu in eine Matrixorganisation strukturiert. Diese umfasst die Fachbereiche und Ressort mit den jeweiligen Leitern. Die Fachbereiche beinhalten Poliklinik, Hornhaut, Okuloplastik, Glaukom, Vitreoretinale Chirurgie, Medical Retina, Uveitis, pädiatrische Ophthalmologie/Orthoptik/Neuroophthalmologie, Ophthalmologische Onkologie und Klinische Ophthalmologie, Refraktive Chirurgie und Katarakt und Kontaktlinsen/Optiker. Die Ressorts setzen sich aus Akademische Lehre und Aus-, Weiter- und Fortbildung, Operationsabteilung, Forschung, Finanzen, Patienten Services, Zuweisermanagement, Informationstechnologie und elektronische Krankenakte, Medizingeräte, Qualität und Sicherheit, Lean Management, Pflege, Sekretariat, Okuläre Gewebebank und Kooperation KSBL/Aussenstandorte zusammen.

Steuerungsausschuss und Wissenschaftsbeirat EEIG des European Vision Institue (EVI) in Basel

Vom 12. bis 13. März 2018 konstituierte sich der Steuerungsausschuss und der Wissenschaftsbeirat EEIG des European Vision Institute (EVI) in Basel neu unter dem Vorsitz von Prof. Henrik Scholl und es wurde neu ein hochkarätiger Senior-Wissenschaftsbeirat mit internationalen Vertretern eingesetzt. Die beiden Vorstandsgremien widmeten sich bei diesem Treffen auch der Klärung der Frage, durch welche konkreten Schritte die Europäische Vision Research- und Ophthalmologie-Gemeinschaften ihre thematische und strukturelle Fragmentierung überwinden könnten.

Am 8. und 9. November 2018 traf sich die Fokusgruppe SPECIAL INTEREST FOCUS GROUP des European Vision Institute in Basel zu einer Tagung zum Thema «Neue Technologien für die Wirkungsmessung in den Bereichen Retina und Glaukom», vorgetragen und diskutiert in einem hochkarätigen internationalen Teilnehmerfeld.

Am 30. November und 1. Dezember 2018 fanden die Basler Fortbildungstage mit dem Kongressschwerpunkt Glaukom statt unter Leitung von Prof. Konstantin Gugleta, PD Dr. Matthias Grieshaber und Prof. Hendrik Scholl. Zahlreiche wichtige klinische und Forschungsfacetten von Glaukom wurden von exzellenten Rednern dem aktiven Publikum präsentiert. Prof. Josef Flammer hat die Fankhauser Medaille erhalten und hielt einen Vortrag über sein Lebenswerk.

Hendrik Scholl folgt als zehnter Chefredaktor des Fachjournals Ophthalmic Research auf José Cunha-Vaz, der das Amt nach vier Jahren weitergibt. Die Zeitschrift hat ihren Fokus geschärft. Publiziert werden Originalarbeiten und Reviews zu translationalen und klinischen Studien. Ophthalmic Research berichtet über Hypothese-basierte klinische und molekulare Forschung mit statistisch validierten Resultaten, die für Kliniker und Grundlagenforscher von Interesse sind und die Erforschung von Augenkrankheiten und somit die Ophthalmologie als Ganzes voranbringen. Besonderes Augenmerk gilt dem erfolgreichen Transfer vom Forschungslabor in die klinische Praxis. 

Die offizielle weltweite Lancierung des Institute for Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB; www.IOB.ch) erfolgte Mitte Juni 2018 im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden World Ophthalmology Congress (WOC 2018 in Barcelona). Die beiden IOB-Direktoren Hendrik Scholl und Botond Roska sowie Mitglieder des Wissenschaftsbeirats des IOB waren Vorsitzende und Referenten eines Symposiums über «aktuelle Entwicklungen in der Gentherapie für retinale Erkrankungen».

Dr. Peter Maloca ist seit Oktober 2018 neuer Leiter der Gruppe Ophthalmic Imaging am IOB. Seine Gruppe fokussiert sich auf die Anwendung neuester Bildgebungstechnologien für Makuladegeneration, Glaukom, diabetische Retinopathie, Augentumoren, digitale Realitäten (DR) und künstliche Intelligenz (AI). Dr. Peter Maloca und seine Gruppe werden am IOB ein ambitioniertes Forschungsprogramm verfolgen zur Entwicklung neuer Bildgebungsverfahren für das Auge, mit Fokus auf optische Kohärenz-Tomografie (OCT) und Multi-Photon Lasermikroskopie. Sie arbeiten zudem an der Integration von Techniken der virtuellen Ophthalmologie in die ärztliche Ausbildung und Praxis sowie in die Patientenaufklärung. Dr. Maloca ist zweifacher Preisträger des Wellcome Image Award für die weltweit informativste, beeindruckendste und technisch exzellenteste medizinische Fotografie und Bildgebung. Sie ermöglicht eine virtuelle Reise ins und durch das Auge.

Dr. Peter Maloca, Gruppenleiter Ophthalmic Imaging am IOB, ist der Hauptautor der beiden meistgelesenen Fachartikel im Journal Translational Vision Science & Technology (TVST) der Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO) im Jahr 2018; siehe Referenzen 3 und 4 in der Liste der fünf wichtigsten Publikationen weiter unten.

Der Wellcome Trust sprach im Juli 2018 Mittel in der Höhe von beinahe 4 Millionen Britischen Pfund für ein innovatives Fünf-Jahres-Programm zur Erforschung der Faktoren, die ein Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) bis hin zum Sehverlust bedingen. Das IOB und die Augenklinik sind unter Leitung von Dr. Ghislaine Traber Teil des internationalen Forschungs-Konsortiums für multidisziplinäre Forschung zum besseren Verständnis von AMD unter der Gesamtleitung von Prof. Andrew Lotery von der University of Southampton. Weitere teilnehmende Forschungszentren sind das University Hospital Southampton, das Moorfields Eye Hospital (MEH) und die Medizinische Universität in Wien sowie Computerwissenschaftler am Imperial College, London und Genetik-Experten von der University of Michigan, USA. Die Studie zielt auf computerbasiertes Lernen zur Unterstützung der Auswertung von hochauflösenden Bildern aus dem Augeninneren. Strukturelle Veränderungen bei AMD-Patienten sollen identifiziert und mit Zelldegeneration in der Retina assoziiert werden.

Nach Gutsprache von Forschungsmitteln aus dem EUROPEAN JOINT PROGRAMME ON RARE DISEASES begann die Arbeitsgruppe von PD Dr. Albert Neutzner eine Zusammenarbeit mit Prof. Wissinger (Universität Tübingen), Prof. Neidhardt (Universität Oldenburg) und Prof. Lenaers (Universität Angers, Frankreich) zur Förderung von Therapien für autosomal dominante optische Atrophie (ADOA). Wir bringen das bei uns im Hause entwickelte künstliche Transaktivator-basierte OPA1UP Molekül ein, das auf durch OPA1 haplo-Insuffizienz verursachte ADOA abzielt. In der Grundlagenforschung schlägt sie eine neue Rolle für den p97 Co-Faktor UBXD1 bei Mitophagie vor, die in Scientific Reports publiziert wurde (s. Referenz 1 unten). Die Untersuchungen bringen p97 – einen wichtigen Faktor bei der Entsorgung von Zelldebris – mit Mitophagie in Verbindung. Dies verbessert unser Verständnis der neurodegenerativen Prozesse bei der Autophagozytose von Mitochondrien.

Die Schweizerische Gesellschaft für Ophthalmologie (SGO) wählte Ende August 2018 am Jahresmeeting die beste klinische Studie: «Interdevice Variability of Central Corneal Thickness Measurement» der Autoren P Maloca, H Studer, R Ambrosio, D Goldblum, S Rothenbühler, D Barthelmes, S Zweifel, H Scholl, K Balaskas, A Tufail und P Hasler. Als beste Fallstudie des Jahres wurde «An unusual case of «red eye»» der Autoren L Janeschitz-Kriegl, P Meyer, H Scholl und M Waizel ausgezeichnet.

Prof. Peter Meyer publizierte vier Kapitel für die hoch eingestufte WHO Klassifikation für Augentumoren, welcher den Pathologen und Klinikern als internationales Standardwerk dient.

Ausblick 2019

Im Jahr 2018 haben viele Bau/Umbau-Tätigkeiten in der Augenklinik des Universitätsspitals Basel die Szene im Augenspital USB stark geprägt. Die alte Bibliothek ist in neue Untersuchungskabinen umgebaut worden. Breite Teile der Infrastruktur wurden erneuert, sowohl im Bettenhaus als auch im Hauptgebäude. 2019 wird der 2018 begonnene Umzug abgeschlossen werden. Patientinnen und Patienten werden im Bettenhaus und im Hauptgebäude ambulant und stationär betreut. Organisatorisch wird eine engere Integration der spezialisierten Sprechstunden mit dem Notfall stattfinden.

Das IOB setzt seinen Aufbau weiter fort. Wie 2018 werden zahlreiche neue Mitarbeitende die molekularen und klinischen Forschungsteams verstärken.

Ausgewählte Publikationen

  • Maloca PM, Spaide RF, Rothenbuehler S, Scholl HPN, Heeren T, Ramos de Carvalho JE, Okada M, Hasler PW, Egan C, Tufail A (2017) Enhanced resolution and speckle-free three-dimensional printing of macular optical coherence tomography angiography. Acta Ophthalmol. [Epub ahead of print].
  • Brandao LM, Ledolter AA, Monhart M, Schötzau A, Palmowski-Wolfe AM (2017) Ganglion cell layer segmentation and the two-flash multifocal electroretinogram improve structure function analysis in early glaucoma. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 255: 1991-2000.
  • Strauss RW, Muñoz B, Ho A, Jha A, Michaelides M, Cideciyan AV, Audo I, Birch DG, Hariri AH, Nittala MG, Sadda S, West S, Scholl HPN; ProgStar Study Group (2017) Progression of Stargardt Disease as Determined by Fundus Autofluorescence in the Retrospective Progression of Stargardt Disease Study (ProgStar Report No. 9). JAMA Ophthalmol. 135: 1232-1241.
  • Wagner J, Goldblum D, Cattin P (2017) Golden Angle Based Scanning for Robust Corneal Topography with OCT. Biomedical Optics Express. 8: 475-483.
  • Schönbach EM, Wolfson Y, Strauss RW, Ibrahim MA, Kong X, Muñoz B, Birch DG, Cideciyan AV, Hahn GA, Nittala M, Sunness JS, Sadda SR, West SK, Scholl HPN; ProgStar Study Group (2017) Macular Sensitivity Measured With Microperimetry in Stargardt Disease in the Progression of Atrophy Secondary to Stargardt Disease (ProgStar) Study: Report No. 7. JAMA Ophthalmol. 135: 696-703.