Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Infektiologie & Spitalhygiene
Prof. Manuel Battegay

Kennzahlen

2018 2017
Ambulante Patienten (Kontakte) 17'351 17'035
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 894'000 898'000
Allgemeine Infektiologie (Konsilien) 4'613 4'306
Konsilien bei schwerer Immunsuppression 383 320
Ambulante Patienten HIV-Sprechstunde 652 639
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 85.5% 94.1%
OPAT (Outpatient Parenteral Antimicrobial Therapy) 246 192
Gesamt Isolationstage 8'171 6'962
MRSA Isolationstage 1'286 1'279
Nosokomiale Fälle (MRSA) 0 4
ESBL Isolationstage 1'347 1'258
Publikationen 104 97

OPAT (Outpatient Parenteral Antimicrobial Therapy)

246
2018
192
2017

Allgemeine Infektiologie (Konsilien)

4'613
2018
4'306
2017

Die Infektiologie & Spitalhygiene betreut Patientinnen und Patienten mit meist schweren, mitunter lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Sie ist sehr in der Lehre für Studierende und in der Weiterbildung für Postgraduates sowie der infektiologisch-spitalhygienisch-mikrobiologischen Forschung involviert. 2018 war ein äusserst intensives Jahr. Zum einen zeigen die Zahlen im stationären Bereich mit der Entwicklung und kontinuierlichen Zunahme der Anzahl Konsilien seit 1995, zum anderen mit der Zunahme der ambulanten Betreuung für HIV-infizierte Patientinnen und Patienten sowie auch mit der Zunahme spitalhygienischer Fragestellungen, die Bedeutung der Infektiologie und Spitalhygiene für die Klinik, Lehre und Forschung. In diesem Jahr konnten wir die Bereiche, die für das Angebot der Spitzenmedizin erforderlich sind, ausbauen. Als Beispiele seien genannt die infektiologische Betreuung von stammzelltransplantierten Patienten, Mitbetreuungen bei Patienten mit komplexen Lungeninfekten, das interdisziplinäre muskulo-skelettale Infektkolloquium (IMSIK), der Ausbau des ambulanten i.v. Antibiotika OPAT-Programmes oder die neue ambulante Sprechstunde zur Dekolonisierung von Patientinnen und Patienten mit resistenten Keimen. Ebenfalls sehr erfreulich ist die Forschungsleistung mit Publikationen über klinische Themen und translationelle Forschung in besten Journalen wie Cell. Mit neuen Kapiteln weiterentwickelt wurde das Weissbuch Infektiologie, das mit dem renommierten amerikanischen Herausgeber für infektiologische Richtlinien Jeb Sanford herausgegeben wird.

In allererster Linie trugen wir auch im Jahre 2018 dazu bei, Patientinnen und Patienten gut und kompetent bei erhöhter Intensität zu betreuen. Entsprechend freut es mich besonders, dass uns Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt in einer vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung in Auftrag gegebenen Umfrage ausgezeichnete Noten, über dem Benchmark, für unsere Weiterbildungsstätte ausgestellt haben.

Ausgesprochen herzlich danken möchte ich dem ganzen Team der Infektiologie & Spitalhygiene (Team), allen Kolleginnen und Kollegen, sei es hier am USB, in Praxen oder Spitälern, mit welchen wir so gut zusammenarbeiten sowie Patientinnen und Patienten, die uns ihr Vertrauen schenken. Wir danken allen Institutionen, die uns in der Forschung und Lehre auch im Jahr 2018 unterstützt haben: Schweizerischer Nationalfonds, Universität Basel, Stiftungen, nationale und internationale Weiterbildungs- und Forschungsinstitutionen, pharmaunterstützte Forschungsprojekte und unrestricted educational Grants.

Highlights 2018

  • Prof. Sarah Tschudin Sutter erhielt, gestiftet durch die Moritz Straus-Stiftung, eine Professur für Infektionsepidemiologie. Sie trat diese Professur am 1. Juli 2018 an.
  • Prof. Niklaus Labhardt erhielt per 1. Januar 2019 eine SNF-Eccellenza-Förderprofessur, wurde zum Forschungsgruppenleiter gewählt und klinisch zum Kaderarzt befördert.
  • Prof. Catia Marzolini wurde 2018 zur Titularprofessorin für experimentelle Medizin ernannt.
  • Prof. Parham Sendi wurde 2018 von der Universität Bern die Titularprofessur verliehen.
  • In der Lehre wurde der Themenblock Blut, Infekt und Abwehr 2018 zum zweiten Mal in Folge seit Durchführung der Wahl zum besten Themenblock gewählt.
  • Unter der Leitung von Prof. Andreas F. Widmer wurde der Schwerpunkt Spitalhygiene als Zusatz zum FMH Infektiologie-Facharzt 2018 ins Leben gerufen.
  • 6 Assistenzärzte durften 2018 das Diplom zum Facharzt FMH-Infektiologie entgegennehmen.
  • Klinisch-wissenschaftlich ist das Universitätsspital Basel 2018 eine offizielle Kooperation mit Ifakara/Tansania, dem St. Francis Referral Hospital & Ifakara Health Institute und mit Tabora, dem Kitete Regional Referral Hospital in Afrika eingegangen.
  • Die Zusammenarbeit mit dem Hôpital du Jura in Delémont konnte mit einem Infektiologen aus unserem Team vor Ort weiter intensiviert werden.
  • Sehr erfreulich gestaltet sich die intensiviertere Zusammenarbeit mit chirurgischen Kliniken «Orthopädische Infektiologie» mit der Lancierung des Bereichs «Infektionen am Bewegungsapparat».
  • Wissenschaftlich ist die CELL-Publikation, die in Zusammenarbeit mit der ETH durchgeführt wurde (Erstautor Liu Y; Senior-Autoren Khanna N, Fussenegger M), als eines mehrerer Highlights zu nennen.
  • Die Resultate des CASCADE Trial wurden im März 2018 im JAMA publiziert. Die Studie wurde von einem Team mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Lesotho unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut durchgeführt. Principal Investigator: Prof. Niklaus Labhardt. Als erste randomisierte Studie, die Beginn der antiretroviralen Therapie am Tag der HIV-Diagnose in Lesotho im südlichen Afrika untersuchte, fand die Publikation Erwähnung in den neuen Therapierichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Antiviral Society – USA. Die Studie wurde mit dem ersten Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie 2018 und dem Pfizer-Preis 2019 ausgezeichnet.
  • Das Drittmittelvolumen beträgt durch Zuwendungen des Schweizerischen Nationalfonds, der Moritz Straus-Stiftung sowie der neu gegründeten Western-Eastern European Partnership Initiative on HIV, Viral Hepatitis and TB (WEEPI-) Foundation im Jahre 2018 über CHF 8 Millionen.
  • Das Buch AIDS IN BASEL – vom Sterben an Aids zum Leben mit HIV wurde 2018 an der Frankfurter Buchmesse herausgegeben und am 17. Oktober 2018 an einer Buchvernissage in Basel vorgestellt. Autoren: Ulrich Goetz, Martin Hicklin, Prof. Manuel Battegay.

Ausblick 2019

Ein Ziel ist auch 2019, das Niveau für die Klinik, Lehre und Forschung hoch zu halten und in der Forschung international kompetitiv zu sein. Die Zusammenarbeit im Universitätsspital Basel mit Kliniken aller Bereiche darf als exzellent bezeichnet werden. Ebenfalls die Zusammenarbeit mit den umliegenden Spitälern, wie auch mit praktizierenden Kolleginnen und Kollegen. Diese Arbeit im klinischen, wie auch im Weiterbildungsbereich gilt es weiterzuführen. Die Zusammenarbeit in der Regio ist bereits sehr gut abgestimmt, so dass hier an allen Standorten eine hervorragende Qualität angeboten werden kann.

Ebenfalls gilt es, etablierte Strukturen weiter zu entwickeln und, insbesondere, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. Gesamthaft ist es seit vielen Jahren ein Bestreben, Prozesse ständig zu adaptieren und zu verbessern, aber auch nachhaltig zu gestalten. Dies betreffend werden wir in den nächsten Jahren, gerade im Hinblick auf einen optimierten Antibiotika-Einsatz, neue Möglichkeiten der Digitalisierung entwickeln, prüfen und einführen.

Allgemeine Infektiologie (Prof. Sarah Tschudin Sutter, Infektiologischer Konsiliardienst, und Prof. Nina Khanna Gremmelmaier, Transplantationsinfektiologie und ambulante Infektiologie)

Die Tätigkeit in den verschiedenen Bereichen der stationären Infektiologie (Konsiliardienst) konnte im Jahr 2018 weiter qualitativ ausgebaut werden. Die Anzahl der Konsilien bei stationären Patientinnen und Patienten ist mit 4‘613 im Vergleich zum Vorjahr zunehmend. Die Konsilien erfolgten weiterhin am häufigsten in chirurgischen Kliniken/Abteilungen, inklusive Intensivstationen (42,6%). Die häufigsten Fragestellungen bei den Erstkonsilien betrafen – wie im vergangenen Jahr – weiterhin Bakteriämie/Sepsis (13,3%), gefolgt von Cellulitis/Weichteilinfektionen (10,3%). Bei 383 Erstkonsilien (18,3%) handelte es sich um immunsupprimierte Patientinnen und Patienten und bei 35 (1,7%) um HIV-infizierte Menschen. Der infektiologische Konsiliardienst ist insbesondere auch im Rahmen sehr komplexer Krankheitsbilder mitinvolviert und damit in die Bereiche, die für das Angebot der Spitzenmedizin erforderlich sind, zum Beispiel die Betreuung stammzelltransplantierter Patientinnen und Patienten bei schweren Infektionskrankheiten. Involviert mit Frau Dr. Veronika Bättig, Kaderärztin, sind wir auch im Lungenzentrum sowie bei Infektionen am Bewegungsapparat mit Prof. Parham Sendi. Weitere Beispiele sind in der Einleitung genannt. Das von unserer Klinik in Zusammenarbeit mit dem international anerkannten Sanford Guide herausgegebene infektiologische Weissbuch konnte dieses Jahr um wichtige Kapitel ergänzt werden.

Ambulante infektiologische Sprechstunde (Prof. Nina Khanna Gremmelmaier)

Im Vordergrund stehen die Abklärung und Nachbetreuung von Tuberkulose-Patienten, Knochen-/Gelenksinfektionen, sexuell-übertragbaren Erkrankungen, Borrelieninfektionen, Nachbetreuung von stationären Patientinnen und Patienten mit langdauernder Antibiotikatherapie, Abklärung von unklarem Fieber sowie Infektionen nach Tropenrückkehr. Die Anzahl der allgemein-infektiologischen Konsultationen (nicht-HIV Patienten) hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Im Jahre 2018 wurden insgesamt 595 Konsultationen durchgeführt, davon waren 41% Erst- und 59 Folgekonsultationen. Die Zuweisungen erfolgten am häufigsten durch andere Disziplinen des Universitätsspitals Basel (47%), externe Spitäler (19%) und Hausärzte (19%). Die häufigsten Gründe für eine Überweisung in die ambulante infektiologische Sprechstunde waren Fragestellungen im Rahmen sexuell übertragener Infektionen (16%) und Tuberkulose-Abklärungen (17%). Seit dem Beginn der ambulanten intravenösen Antibiotikatherapie (OPAT = outpatient parenteral antimicrobial therapy) im Jahre 2013 konnten das Angebot und die Behandlungskapazitäten stetig ausgebaut werden. Dies zeigt sich in einer kontinuierlichen Zunahme der Fälle (zuletzt von 192 Fällen im 2017 auf 246 im 2018, entsprechend einer Zunahme von 27%) und Zuweisungen von externen Spitälern/Ärzten. Die Antibiotika werden entweder über Kurzinfusionen oder kontinuierlich via portable Antibiotikapumpen über 24 Stunden verabreicht. Vermehrt konnten Patientinnen und Patienten, zumindest teilweise, ihre Antibiotika-Infusionen im eigenen häuslichen Umfeld bekommen (2018: 85 Patienten, das heisst circa 35%), was von Patientinnen und Patienten sehr geschätzt wird.

HIV-Sprechstunde (Dr. Marcel Stöckle)

Im Jahr 2018 ist die Anzahl der am Basler Zentrum der Schweizerischen HIV Kohortenstudie (SHCS) betreuten Patientinnen und Patienten erneut angestiegen. Ende 2018 betreute das Basler SHCS-Zentrum insgesamt 1‘244 Patienten, 605 von diesen werden direkt am USB betreut. 98% der Patienten nehmen eine antiretrovirale Therapie, so viele wie bis anhin noch nie, und beinahe alle haben eine supprimierte Viruslast, das heisst sind nicht mehr ansteckend. Die HIV-Sprechstunde des Universitätsspitals Basel ist eines der sieben Hauptzentren der SHCS und betreut zusammen mit den Kantonsspitälern Bruderholz und Aarau sowie mit vier HIV-Praxen in der Stadt 1‘244 HIV-Patientinnen und -Patienten und ist für die Datenqualität von 1‘167 Teilnehmenden an der SHCS verantwortlich. Ebenfalls kontinuierlich steigend ist die Anzahl von Personen, die vom seit 2017 bestehenden Angebot der Beratung und Betreuung im Rahmen der HIV-Präexpositionsprophylaxe Gebrauch machen.

Kooperation Ifakara/Tansania/Lesotho (PD Dr. Maja Weisser, Prof. Niklaus Labhardt)

Die Chronic Diseases Clinic of Ifakara (CDCI) ist das Behandlungszentrum des St. Francis Spitals für HIV-infizierte Menschen aus dem Kilombero Tal, einer ländlichen Gegend im Südwesten des Landes. Die CDCI wurde 2005 in enger Zusammenarbeit des Spitals mit dem Ifakara Health Institute, dem Schweizerischen Tropical and Public Health Institute und der Infektiologie & Spitalhygiene des Universitätsspitals Basel sowie den nationalen tansanischen HIV-Programmen gegründet und wird seither gemeinsam geführt. Die virologische Suppressionsrate von Patientinnen und Patienten, die antiretroviral behandelt werden, das heisst der Prozentsatz bei Patienten, bei denen HIV nicht mehr messbar ist, liegt in der CDCI bei 94%, was weit über dem nationalen Schnitt liegt. Bis anhin wurden über 10'000 Patientinnen und Patienten in der CDCI betreut. Eine enge Kooperation, mit mehreren parallel laufenden randomisierten Studien, besteht auch mit HIV-Kliniken in Lesotho.

Spitalhygiene (Prof. Andreas F. Widmer)

Das Jahr 2018 war spitalhygienisch von einer ausserordentlich hohen Anzahl von Influenza-Patienten geprägt. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin konnte, trotz bis zu gleichzeitig 64 Influenza-Patienten, eine hohe Behandlungsqualität gehalten werden. Ermöglicht wurde dies vor allem durch ein einzigartiges Kohortenkonzept, mit dem Patientinnen und Patienten optimal und effizient behandelt werden konnten und welches darüber hinaus dazu führte, dass keine Gefährdung unserer Mitarbeitenden in Kauf genommen werden musste; die krankheitsbedingten Abwesenheiten waren auf der Kohortenstation geringer als auf den übrigen Abteilungen. Eine grosse Herausforderung war die bisher in der Schweiz grösste Epidemie mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) mit über 300 Patientinnen und Patienten am Inselspital Bern, wobei eine gemeinsame Betreuung vor allem hämatologischer Patienten mit dem Inselspital das USB vor ein grosses Problem stellte. Gerade VRE können auch einer guten Schlussdesinfektion entgehen. Dank der Einführung von UVC-Desinfektionsgeräten zur Vermeidung der Ausbreitung multiresistenter Erreger im USB, als erstes Spital in der Schweiz, konnte nun die Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten sichergestellt werden. Prof. Andreas F. Widmer hat mit der Schaffung eines Schwerpunktes Infektprävention innerhalb des Facharztes Infektiologie das weltweit erste standardisierte, umfassende Ausbildungskonzept geschaffen, das ab 2019 in Kraft treten wird. Aus den Statistiken entnehmen wir die massive Zunahme isolierter Patientinnen und Patienten, was zwar dazu beiträgt, dass die Übertragungsrate multiresistenter Erreger weiterhin extrem niedrig ist, jedoch das USB zunehmend vor grosse logistische, wie finanzielle Probleme stellen wird.

Departement Biomedizin – Infection Biology Laboratory (Prof. Nina Khanna Gremmelmaier)

Die Forschungsgruppe hat zum Ziel, die Wechselwirkung des Immunsystems auf unterschiedliche Krankheitserreger bei immunsupprimierten und immunkompetenten Patientinnen und Patienten zu untersuchen. Besonders hervorzuheben ist eine Publikation, die in enger Kollaboration mit dem D-BSSE entstanden ist: «Immunomimetic designer cells protect mice from MRSA infection» publiziert in Cell. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) durch Designerzellen erkannt und gezielt eliminiert werden können. Es zeigte sich, dass die Zellen einer klassischen Antibiotikatherapie überlegen sind. Diese erfolgreichen Ergebnisse zeigen neue Therapiestrategien gegen multiresistente Bakterien.

Departement Biomedizin – Applied Microbiology Research (PD Dr. Adrian Egli)

Die Forschungsgruppe «Applied Microbiology Research» erforscht am Departement Biomedizin die Pathogenese und Transmission von Krankheitserregern. Ein besonderes Highlight war die Publikation «Outbreak of vancomycin-resistant Enterococcus faecium clone ST796, Switzerland, December 2017 to April 2018» im Eurosurveillance. Diese Publikation diskutiert einen Ausbruch von Vancomycin resistenten Enterokokken.

Departement Klinische Forschung – Infektionsepidemiologie (Prof. Sarah Tschudin Sutter)

Die Universität Basel hat PD Dr. Sarah Tschudin Sutter zur Assistenzprofessorin (mit Tenure Track) für Infektionsepidemiologie (Moritz Straus-Stiftungsprofessur) ernannt. Die Forschungsgruppe hat zum Ziel, die Transmission multiresistenter Bakterien innerhalb und ausserhalb des Spitals, die Epidemiologie von Clostridium difficile (als einer der wichtigsten nosokomialen Erreger) und Präventionsmassnahmen zur Reduktion nosokomialer Infektionen zu untersuchen. Innerhalb und ausserhalb des Universitätsspitals Basel bestehen auf nationaler und internationaler Ebene viele Kollaborationen, unter anderem mit dem Departement für Biosysteme und Ingenieurwissenschaften der ETH Zürich, dem kantonalen Labor der Stadt Basel, dem nationalen Zentrum für Infektionsprävention (Swissnoso) und der Europäischen Arbeitsgruppe für C. difficile (ESCMID Study Group for C. difficile). Das vom nationalen Forschungsprogramm Antimikrobielle Resistenz (NRP72) finanzierte Projekt «Transmission of ESBL-producing Enterobacteriaceae and their mobile genetic elements – identification of sources by whole genome sequencing» (http://www.nfp72.ch/de/projekte/modul-1-wie-resistenzen-entstehen-und-sich-verbreiten/quellen-resistenter-keime-in-der-stadt-basel), welches in Kollaboration mit Prof. Tanja Stadler (Departement für Biosysteme und Ingenieurwissenschaften, ETH Zürich, Basel), dem kantonalen Labor der Stadt Basel und dem Tiefbauamt Basel-Stadt durchgeführt wird, läuft erfolgreich im zweiten Projektjahr weiter. In Zusammenarbeit mit der Spitalhygiene konnten wir im letzten Jahr unsere Forschungstätigkeit zur Vereinfachung der Händehygienetechnik und somit Verbesserung der Händehygiene-Compliance im Clinical Infectious Diseases publizieren. Im Namen der ESCMID Study Group für C. difficile (ESGCD) konnten die Europäischen Richtlinien zur Prävention von C. difficile Infektionen in Akutspitälern unter der Leitung von Prof. Sarah Tschudin Sutter und Prof. Andreas F. Widmer im Clinical Microbiology and Infection publiziert werden.

Departement Klinische Forschung – HIV-Pharmakologieforschung (Prof. Catia Marzolini)

Prof. C. Marzolini leitet die Forschungsgruppe über «HIV Pharmakologie». Die Forschung wird durch den Schweizerischen Nationalfond und die OPO-Stiftung unterstützt. Das Hauptinteresse ist, Modelle zu entwickeln, um die Pharmakokinetik, das heisst die Dynamik und Verteilung von antiretroviralen Substanzen und Medikamenteninteraktionen in älteren Menschen zu simulieren. Im Jahre 2018 wurden Resultate in sehr guten internationalen Zeitschriften veröffentlicht und diese an internationalen Konferenzen vorgestellt. Prof. C. Marzolini ist für den Medikamenteninteraktionsteil der Europäischen HIV/AIDS Richtlinien, die in die sieben meistgesprochenen Sprachen übersetzt sind und für 53 Länder der WHO Region Europa Geltung haben, verantwortlich. Ebenso wirkt sie im Team der bekannten Pharmakologiegruppe der Universität Liverpool mit, unter anderem für die Webpage www.hiv-druginteractions.org. Diese Webpage erhielt 2018 vom British Medical Journal und anderen Organisationen für den wichtigen Beitrag, die Verschreibung bei HIV-Patientinnen und -Patienten weltweit zu verbessern, einen Preis zugesprochen.

Lehre, Fort- und Weiterbildung der Infektiologie & Spitalhygiene

Auch in der Lehre, Fort- und Weiterbildung dürfen wir auf eine intensive Tätigkeit und Engagement unseres Teams zurückblicken, namentlich in diversen Themenblöcken, die Infektionsmedizin zum Inhalt haben, den wöchentlichen Weiterbildungen am Dienstagabend, dem Kolloquium Basel in Infektionsprävention, Spitalhygiene und Spitalepidemiologie (KISS), dem Nordwestschweizer Infektiologie & Spitalhygiene Symposium und in weiteren nationalen und internationalen Symposien und Konferenzen.

Administration und Klinikmanagement/-controlling (Stefanie Bersacola)

Die Administration und das Klinikmanagement/-controlling der Infektiologie & Spitalhygiene des Universitätsspitals leistet sämtlichen administrativen Support für die Klinik mit insgesamt rund 90 Mitarbeitenden, viele davon auf Drittmittel angestellt. Im Jahr 2018 standen folgende Arbeiten, zusätzlich zur Routine, im Vordergrund: Umstellung auf papierloses Büro, Organisation des Nordwestschweizer Infektiologie & Spitalhygiene Symposiums und «First Swiss OPAT Symposium», Umstellung auf elektronischen Workflow und elektronische Krankengeschichten, Einführung der Spracherkennung, über 100 Personalmutationen, administratives Management des VRE-Outbreaks, Umsetzung neue Version Tarmed-Tarife im ambulanten Bereich, administrative Verwaltung der Drittmittel mit rund 10'000 Kontenbewegungen pro Jahr, Erstellen/Aktualisieren von AOP-Dokumenten (Arbeitsorganisation und -prozesse) und so weiter.

Spitäler, Kliniken und Praxen mit einer institutionalisierten Zusammenarbeit

Herzlich danken wir allen Partner: Kantonsspital Aarau, Kantonsspital Baselland, Rehab Basel, Bürgerspital Basel, Reha Chrischona, Felix Platter-Spital, Rennbahnklinik, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Hôpital du Jura Delémont, Bethesda Spital, Merian Iselin Klinik, Vista Klinik, Dr. Gerd Laifer, Praxis Hammer, Dr. Madeleine Rothen, MedCenter Volta, Dr. Claude Scheidegger, Basel, Dr. Lucas Sponagel, Praxisgemeinschaft Warteckhof, Chronic Diseases Clinic Ifakara/Tansania, Swiss Tropical & Public Health Institute, Basel, und viele mehr.

Ausgewählte Publikationen

  • Liu Y, Bai P, Woischnig AK, Charpin-El-Hamri G, Ye H, Folcher M, Xie M, Khanna N*, Fussenegger M*. Immunomimetic designer cells protect mice from MRSA infection. Cell. 2018 Jul 12;174(2):259-270.e11. *contributed equally to this work.
  • Ryom L, Boesecke C, Bracchi M, Ambrosioni J, Pozniak A, Arribas J, Behrens G, Mallon P, Puoti M, Rauch A, Miro JM, Kirk O, Marzolini C, Lundgren JD, Battegay M; EACS Governing Board. Highlights of the 2017 European AIDS Clinical Society (EACS) Guidelines for the treatment of adult HIV-positive persons version 9.0. HIV Med. 2018 May;19(5):309-315. doi: 10.1111/hiv.12600. Epub 2018 Mar 1.
  • Stader F, Kinvig H, Battegay M, Khoo S, Owen A, Siccardi M, Marzolini C. Analysis of Clinical Drug-Drug Interaction Data To Predict Magnitudes of Uncharacterized Interactions between Antiretroviral Drugs and Comedications. Antimicrob Agents Chemother. 2018 Jun 26;62(7). pii: e00717-18. doi: 10.1128/AAC.00717-18. Print 2018 Jul.
  • Tschudin Sutter S, Sepulcri D, Dangel M, Ulrich A, Frei R, Widmer AF. Simplifying the WHO protocol: Three steps versus six steps for performance of hand hygiene - a cluster-randomized trial. Clin Infect Dis. 2018 Nov 3. doi: 10.1093/cid/ciy948. [Epub ahead of print].
  • Tschudin-Sutter S, Kuijper EJ, Durovic A, Vehreschild MJGT, Barbut F, Eckert C, Fitzpatrick F, Hell M, Norén T, O'Driscoll J, Coia J, Gastmeier P, von Müller L, Wilcox MH, Widmer AF, Committee. Guidance document for prevention of Clostridium difficile infection in acute healthcare settings. Clin Microbiol Infect 2018 Oct;24(10):1051-1054.