Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Medizinische Poliklinik
Prof. Christoph Hess

Sprechstunden

2018 2017
Ambulante Patienten (Kontakte) 51'262 47'579
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 84.7% 80.5%
Tarmedpunte (verrechenbar) Sprechstunden 4'030'000 3'675'000
Sprechstunden
Internistische Sprechstunden 10'338 9'922
Klinische Immunologie/Immundefizienz 1'229 913
Hypertonie 1'639 1'279
Rauchstopp 1'055 967
Impfen 615 446
Nierensteinleiden 224 172
Isolationen 462 285
Sprechstunden gesamt 15'562 13'699
Tagesklinik 6'966 6'870
Diagnostik 5'927 5'738
Total 28'455 26'307

Wachstumsrate Sprechstunden

15'562
2018
13'699
2017

Wachstumsrate Tagesklinik

6'966
2018
6'870
2017

Wachstumsrate Diagnostik

5'927
2018
5'738
2017

Überblick

Nach 2017 (+1‘493 Konsultationen/Wachstumsrate 6%) ist es uns auch 2018 gelungen, einen deutlichen Zuwachs an Konsultationen zu erzielen (+2`148 Konsultationen/Wachstumsrate 8%). Ganz erfreulich zu verzeichnen ist, dass alle Sprechstunden zu diesem guten Ergebnis beitragen konnten.

Neben den allgemeinen internistischen Sprechstunden inklusive walk-in Sprechstunden sind dies die Sprechstunden der Klinischen Immunologie/Immundefizienz, die Hypertonie-Sprechstunde, die Rauchstopp-Beratung, die Nierensteinsprechstunde und die Impfsprechstunde. Zu diesem sehr guten Ergebnis konnten auch unsere beiden Abteilungen «ambulante Diagnostik» und «Tagesklinik» einen wertvollen Beitrag leisten. Beiden Abteilungen ist es nicht nur gelungen das gute Ergebnis von 2017 zu halten, sondern auch noch leicht zu verbessern (Tagesklinik + 1%, Diagnostik + 3%,). Für die Bewertung ganz entscheidend ist, dass dieses Ergebnis trotz Reduktion des Stellenbudgets erzielt werden konnte und somit mit einer Steigerung der Produktivität einherging.

Auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen heisst dies, dass jede und jeder einzelne mehr geleistet hat und jede Berufsgruppe ihren ganz speziellen Anteil daran hat.

Ohne ein engagiertes Team, im speziellen ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Patientenservice, der Pflege, unseren Ärztinnen und Ärzten und last but not least unseren Sekretärinnen wäre eine solche Entwicklung nicht möglich.

Schwerpunkte, Fachgebiete und Berufsgruppen

  • Allgemeine Sprechstunden und walk-in: Die allgemeinen internistischen Sprechstunden fassen unterschiedliche Patientenbetreuungskonzepte zusammen. Niedergelassene Kolleginnen und Kollegen, aber auch Vertreter unterschiedlicher Fachdisziplinen im Haus bieten wir in den allgemeinen Sprechstunden die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten mit unklaren internistischen Problemen für eine umfassende ambulante Abklärung zuzuweisen. Dank der engen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Spezialisten können wir bei Bedarf spezielle Fragestellungen jederzeit auch interdisziplinär bearbeiten. Neben den Zuweisungen bieten wir für eine Auswahl von Patientinnen und Patienten auch eine langfristige Betreuung im Rahmen unserer Sprechstunden an, sofern dies auch von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen gewünscht und unterstützt wird. Diese Patienten zeichnen sich oft durch eine hohe Komplexität aufgrund einer Vielzahl von somatischen und psychischen Komorbiditäten aus.

    Sehr rege genutzt werden die walk-in Sprechstunden. Hier gewährleisten wir eine umfassende Erstabklärung bei akuten medizinischen Problemen ohne vorherige Terminvergabe. Diese Sprechstunden leisten dabei auch einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Interdisziplinären Notfallzentrums des Universitätsspitals.

    Die rege Nutzung dieser Sprechstundentypen schlägt sich auch in den Zahlen nieder. 2018 wurden im Vergleich zum Vorjahr 701 Konsultationen mehr durchgeführt (10’338 statt 9’637 Konsultation, Wachstum +7%).

  • Klinische Immunologie/Immundefizienz und Impfsprechstunde: In den Sprechstunden der klinischen Immunologie werden Patientinnen und Patienten mit zum Teil hoch-komplexen und auch seltenen immunologischen Erkrankungen behandelt. Der Erfolg der Sprechstunden liegt in der Interdisziplinarität, im Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und in eigenen Forschungsbeiträgen auf Spitzenniveau, sei es im Sinne der Grundlagenforschung oder im Rahmen translationaler Forschungsprojekte. Hinter diesem Erfolg stehen Namen: Unter der Leitung von Prof. Mike Recher hat sich die Sprechstunde der Primären Immundefizienz (PID) über die letzten Jahre äusserst erfolgreich entwickelt. Im Zentrum dabei steht die von ihm initiierte prospektive Immundefizienz/Immundysregulation-Kohorte (FuGe-PID Kohorte, EKNZ 2015-187). Ziel dieser Kohorte ist es, strukturiert im Langzeitverlauf immunologische Erkrankungen zu erforschen. Konkret werden klinische, immun-phänotypische («Deep phenotyping») sowie genetische (Next Generation Sequencing) Daten kombiniert, mit der Idee, die daraus gewonnenen Ergebnisse in den klinischen Alltag zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten überzuführen. Erfreulich ist, dass bereits relevante Forschungsergebnisse (Marquardsen 2017, Navarini 2017, Schwab 2018) international publiziert werden konnten. Als Anerkennung seiner exzellenten klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich der primären Immundefizienz durfte Prof. Mike Recher den begehrten Hemmi-Preis in Höhe von 30`000 CHF im Oktober 2018 entgegennehmen. Prof. Recher ist Mit-initiant einer Webseite für Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche (www.immunschwaeche-schweiz.ch) und ist Mitglied der klinischen Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie.

    Neben seinen Forschungsprojekten, welche das Ziel haben die Immunantwort bei Autoimmunerkrankungen und Impfung besser zu verstehen, ist PD Christoph Berger leitend in die Organisation der Immunologie-Sprechstunde eingebunden. Seine Schwerpunkte in der Immunologie umfassen die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Grossgefässentzündungen und die Impfsprechstunde. Die Impfsprechstunde entwickelt sich unter seiner Leitung aus einem reinen Dienstleistungsbetrieb zu einer universitären Sprechstunde mit dem Anspruch die Immunologie der Impfungen besser zu verstehen und dieses Wissen in die Dienstleistung zu integrieren. Ein besonderes Anliegen ist es ihm Patientinnen und Patienten mit primären oder erworbenen Störungen der Immunität, das heisst Menschen mit eingeschränkter Immunantwort bezüglich Impffragen fachlich kompetent und umfassend zu beraten. Die Wertschätzung als Arzt begründet sich neben seiner Exzellenz im Fachgebiet aus seiner Fürsorge für die ihm anvertrauten Patientinnen und Patienten. Organisatorisch erwähnenswert ist, dass durch die Konzentration der Impfsprechstunde auf einen Tag und die Vergabe von Terminsprechstunden die Auslastung deutlich gesteigert und unser ärztliches und pflegerisches Personal effizienter eingesetzt werden konnte (im Vergleich zu 2017 + 169 Konsultationen, Wachstumsrate + 38%).

    Als einen der wichtigste Pfeiler, klinisch und wissenschaftlich, steht uns seit vielen Jahren Prof. Thomas Daikeler zur Seite. Thomas Daikeler ist Leitender Arzt der Klinik für Rheumatologie und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Grossgefässvaskulitiden und ist aufgrund seiner breiten und langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Klinischen Immunologie für die Patientenbetreuung von grosser Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit ihm unterstreicht die Wichtigkeit und die Fruchtbarkeit einer interdisziplinären Kooperation.

    Prof. Christoph Hess, Chefarzt und Leiter der Klinischen Immunologie, ist Garant für die stark universitäre Ausrichtung der klinischen Immunologie mit nationaler und internationaler Vernetzung. Seine Arbeiten auf dem Gebiet des Immunmetabolismus werden mit kompetitiven Drittmitteln unterstützt und in international renommierten Fachzeitschriften publiziert und häufig zitiert. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Expertise wurde Christoph Hess 2018 zum Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfond (SNSF) berufen. Ein absoluter Höhepunkt mit internationaler Strahlkraft war im Sommer 2018 (24. -26. Juli) die Ausrichtung des «Cell Symposiums: Translational Immunometabolism» in Basel. Circa 400 Teilnehmende aus 34 Ländern und ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm machten diesen Kongress zu einem grossen Erfolg. Ein weiteres Zeichen des hohen akademischen Renommees welches Christoph Hess geniesst, ist seine Berufung auf den Lehrstuhl für Experimentelle Medizin der Universität von Cambridge (UK). Es ist erfreulich, dass es zusammen mit dem Rektorat der Universität Basel, des Dekans der Medizinischen Fakultät und des Direktors des USB gelungen ist, eine Doppelprofessur Basel/Cambridge einzurichten, welche sicherstellt, dass Prof. Hess dem Universitätsspital Basel weiter erhalten bleibt. Wir dürfen sehr auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein und sind optimistisch, dass das Doppelengagement von Christoph Hess für das USB eine fruchtbare Bereicherung bringen wird. Der

    Blick geht aber nicht zurück, sondern weiter in die Zukunft. Wie soll und wird sich die «Klinische Immunologie» weiterentwickeln am USB? Prof. Alexander Navarini, neugewählter Chefarzt Dermatologie, Prof. Diego Kyburz und Prof. Christoph Hess haben zu Händen des Ärztlichen Direktors des USB ein Konzeptpapier für ein zukünftiges interdisziplinäres Zentrum für Immunologie (IZI) erarbeitet. Ziel eines IZI ist die best-möglichste Behandlung aller Patientinnen und Patienten mit immunologischen Erkrankungen, eine qualitativ exzellente Forschung und Sicherstellung einer ausgezeichneten Lehre am USB zu ermöglichen. Kernpunkte, welche das Gelingen sicherstellen sollen, sind:
  1. Eine noch stärkere interdisziplinäre Ausrichtung mit Einbindung aller relevanten Fachgebiete und Expertisen
  2. Ein verbindliches «Immunoboard» als zentraler Angelpunkt für die Behandlung (hoch)-komplexer immunologischer Krankheitsfälle
  3. Die zentrale Integration der Forschung am IZI mit Einbringung der gesamten Expertise der Basler Immunologie-kompetenz
  4. Eine klare und verbindliche Organisation mit Festlegung von Verantwortlichkeiten
  5. Die Verhinderung von «Konkurrenz-» und «Fallzahl-Denken» auf dem Hintergrund zunehmendem Kostendrucks
  6. Der Ausbau von Teaching und Lehre im Sinne eines gegenseitigen Lehrens und Lernens von- und miteinander

    Mit Elan soll dieses Projekt nun umgesetzt werden und es ist dabei eine ganz besondere Freude, dass mit Prof. Alexander Navarani die Vernetzung zum Fachgebiet der Dermatologie/Allergologie auf dem Gebiet der Immunologie sowohl klinisch wie auch wissenschaftlich weiter vertieft werden kann.
     
  • Hypertonie-Sprechstunde: In der Hypertonie-Sprechstunde werden unter Leitung von Dr. Thilo Burkard Patientinnen und Patienten mit Schwierigkeiten bei der Diagnose oder Behandlung einer Hypertonie abgeklärt und in begründeten Fällen seltene oder sekundäre Ursachen ausgeschlossen. Weiter werden Patienten mit neu entdeckter oder bekannter Hypertonie behandelt, insbesondere Patienten, deren Blutdruck schwer einstellbar ist. Das Schwierige fängt beim Einfachen an: die Blutdruck-Messmethode ist ganz entscheidend, Messungen unter falschen Bedingungen können zu einer erheblichen Überdiagnose von Hypertonien führen, gleichzeitig können Hypertonien aber auch verpasst werden. Aus diesem Grunde wurde eine standardisierte BD-Messung etabliert, welche zwar zeitaufwendiger ist als schnelle Gelegenheitsmessungen während der Sprechstunde, aber eine hohe Qualität des Gemessenen garantiert. Die Hypertonie-Sprechstunde ist ein gutes Beispiel, wie Ärzte und Pflege durch intelligentes Interagieren bei hoher Qualität effizient wirken können. So konnten im Jahr 2018 gegenüber 2017 mit einem interprofessionellen Ansatz trotz der zeitaufwendigeren Methode der Blutdruckmessungen 360 Konsultationen (+28%) mehr durchgeführt werden. Dies auch dank unserer Oberärztinnen (Annina Vischer, Vera Freund, Corinna Klüber, Andrea Meienberg), welche vor allem die schwierigen Fälle der peri- und postpartalen und der therapierefraktären Hypertonie in ihren Sprechstunden sehen.

    Aufgrund der Qualität der Sprechstunde mit interdisziplinärem Zusammenwirken (Endokrinologie, Nephrologie, Angiologie, Kardiologie, Gynäkologie) erfolgte im Februar 2018 die Rezertifizierung als «Excellence Centre» durch die European Society of Hypertension (ESH Council).

    Hoher Blutdruck ist eine gefährliche Erkrankung. Viele Menschen sind davon betroffen ohne etwas davon zu merken. Der Öffentlichkeitsarbeit kommt deshalb eine ganz besonders wichtige Rolle zu. Mit grossem Einsatz haben das ganze Team um Dr. Thilo Burkard durch den ganzen Mai 2018 hindurch an der internationalen «MayMeasure» Kampagne der «International Society of Hypertension» mitgewirkt. Unter ihrer Anleitung haben junge, enthusiastische Medizinstudentinnen und –studenten Blutdruckaktionen an Veranstaltungen der SeniorenUni und in diversen Fitnessstudios durchgeführt, sozusagen «jung» und «alt» miteinbezogen. Verbunden mit einem guten Zweck konnte das USB lokal gewinnend auftreten und war mehrmals international in den sozialen Medien präsent.

    Sicherung und Weiterentwicklung von exzellentem Know-how ist nur möglich, wenn wir für eine stetige Weiterbildung offen sind. Dr. Annina Vischer war es möglich, 2018 als eine von 4 Schweizer Teilnehmenden an der Hypertension Summerschool der European Society of Hypertension in Les Diablerets teilzunehmen.

    Die Dienstleistung wird begleitet von einem intensiven und 2018 besonders erfolgreichen Forschungsprogramm zu klinischen Fragestellungen des Blutdruckmonitorings und -managements unter Mitwirkung der Inneren Medizin, Kardiologie und Gynäkologie. Hinter den Kliniken stehen engagierte Ärztinnen und Ärzte ohne deren Einsatz diese Erfolge nicht möglich wären: Dres A. Vischer, P. Krisai, T. Socrates, O. Lapaire, J. Eckstein, C. Winterhalder, A. Meienberg, Ch. Raichle und andere. Die wissenschaftlichen Beiträge konnten an nationalen und internationalen Kongressen (unter anderem ESH Congress, Deutscher Hypertoniekongress) präsentiert werden. Zur Freude aller wurde Dr. Annina Vischer am Kongress der Deutschen Hochdruckliga in Berlin am 24.11.2018 für Ihre Präsentation «Impact of Single Visit American vs. European Office Blood Pressure Measurement Procedure on Individual Blood Pressure Classificiation» mit dem «Best of» Preis ausgezeichnet. Dr. Thilo Burkard wurde zudem als «National reviewer» der Schweizer Gesellschaft für Kardiologie eingeladen, an der Erarbeitung der neuesten europäischen Hypertonierichtlinien mitwirken.

    Eine gute Nachricht haben wir 2017 für Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten verkündet. Dr. Annina Vischer startete in Kooperation mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie eine Spezialsprechstunde für Patientinnen und Patienten mit V.a. eine Hypertrophe Kardiomyopathie, Arrhythmogene Kardiomyopathie, Long-QT-Syndrom & Brugada-Syndrom (HALB-Sprechstunde). Während Annina Vischer 2017 mit 6 Patienten startete, konnte sie 2018 bereits 30 Patientinnen und Patienten beraten und betreuen. Ein echter Mehrwert und eine klassische universitäre Aufgabe unabhängig jeder Kosten- und Ertragsdiskussion.

    Das Team der Hypertonie-Sprechstunde schaut gerne auf 2018 zurück und optimistisch nach vorne. Die Visibilität und das Angebot der Sprechstunde für Zuweiser und Patienten soll verstärkt werden. Ein Fokus für die kommenden Jahre soll auf die wichtigen Felder der «Patient education» und des «Patient empowerment» gelegt werden. Weiter sind fachübergreifende Forschungsprojekte, unter anderem mit der Frauenklinik geplant. Zudem soll die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzten weiter vertieft und ein Erfolgsmodell am USB werden.

  • Rauchstopp Sprechstunden und Tabakprävention: Das Angebot der Rauchstopp-Sprechstunde unter Leitung von Dres Andrea Meienberg und Thilo Burkard stösst bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch bei unseren Patientinnen und Patienten auf eine grosse Resonanz. Zum ersten Mal wurden mehr als 1’000 Konsultationen/Jahr durchgeführt, mit einem Plus von 88 Konsultationen (+9%) im Vergleich zu 2017. Dieser Erfolg ist ganz im wesentlichen unseren Rauchstopp-Beraterinnen zu verdanken und des tollen interprofessionellen Klimas, welches zwischen der ärztlichen Leitung und dem Beraterteam besteht und gepflegt wird. Der Weggang von Nathalie Klaus im Sommer 2018 war allerdings ein Wermutstropfen. Nathalie Klaus war von Anfang an dabei, half mit, das Programm zu entwickeln und leistete über 4 Jahre erfolgreiche Arbeit und sorgte mit ihrer Persönlichkeit für ein positives, «helles» Arbeitsumfeld. Umso mehr freuen wir uns, dass es uns gelang mit Frau Silvia Caviola eine tolle neue Mitarbeiterin für unser Team zu gewinnen. Silvia Caviola ist Psychologin und somit fachlich eine echte Bereicherung. Die Stütze und ruhende Kraft mit jahrelanger Erfahrung ist und bleibt Frau Uta Engler. Dank ihr gelang es uns, den personellen Übergang völlig reibungslos zu gestalten. Neu ausbilden konnten wir zudem Frau Salome Rümmler, welche nun ab Mai 2018 als Rauchstopp-Beraterin am Standort Gellert für Patientinnen und Patienten aus der kardialen Rehabilitation und Prävention tätig ist.
    Die Aus- und Weiterbildung für Rauchstopp-Beraterinnen und Berater ist uns ein besonders grosses Anliegen. Um dieses Anliegen umzusetzen, haben wir unter der Schirmherrschaft der Universität Basel einen Weiterbildungskurs für nicht-ärztliche Rauchstoppberatung entwickelt und konnten diesen vom 14.6.-16. Juni 2018 zum ersten Mal mit 9 Teilnehmenden in Basel durchführen. Ein zweiter Kurs ist bereits für das Jahr 2019 (4.-6. April 2019) geplant. Nähere Details finden sich unter: https://advancedstudies.unibas.ch/studienangebot/kurs/rauchstoppberatung-fuer-medizinische-fachpersonen-197954.

    Die Sensibilisierung der Bevölkerung und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit ist uns ein weiteres zentrales Anliegen, weshalb wir uns auch 2018 aktiv an verschiedenen Anlässen des Universitätsspitals und des Gesundheitsdepartements in der Tabakprävention engagiert haben, wie zum Beispiel am Infotag des Lungenzentrums oder am Öffentlichkeitstag zur Tabakprävention des Gesundheitsdepartements Basel.
    Eines vom Schönsten ist nach wie vor die Durchführung von Präventionsveranstaltungen für Schulkinder aus dem Raum Basel. Die Veranstaltung «Nichtrauchen ist clever!» richtet sich an Schulkinder im Alter von 13 bis 15 Jahren. Pro Jahr werden circa 15-20 Veranstaltungen mit insgesamt etwa 500-600 Schülerinnen und Schülern auf dem Campus des Universitätsspitals durchgeführt. Die Veranstaltung ging 2018 in ihr fünftes Jahr. Seit Bestehen haben mittlerweile mehr als 2’300 Kinder teilgenommen. Das Feedback bei Kindern und Lehrern ist äusserst positiv. Die Veranstaltung wurde zudem im Rahmen einer Masterarbeit auf ihre Qualität und den Effekt zum ersten Mal systematisch von Dr. Meienberg evaluiert.

    Auf Anfrage und mit Unterstützung der Schweizer Gesellschaft für Kardiologie und der Schweizer Herzstiftung arbeiten Dres. Andrea Meienberg und Thilo Burkard daran, das Know-how und die Erfahrungen der Veranstaltungen für die gesamte Schweiz verfügbar zu machen und den lokalen Erfolg national auszusäen. 2018 wurden die ersten Pilotveranstaltungen in Zürich durchgeführt, Tessin startet Anfang 2019 und St. Gallen soll als weiterer Kanton folgen.

    Damit sind wir schon bei der Zukunft. Das Arbeitspensums von Uta Engler und Silva Caviola umfasst derzeit 1,1 FTE. Aufgrund der Auslastung ist eine Erhöhung der Stellenprozente des Beraterteams im Jahre 2019 dringend nötig, geplant ist eine moderate Aufstockung von 0,2 FTE. Die Finanzierung ist leider – trotz wiederholter Anläufe – immer noch nicht gesichert und ist derzeit von Drittmitteln abhängig (FTE 0,8). Aufgrund der Unterdeckung im Bereich der Ambulanten Kliniken sind die Massnahmen zur Kostenreduktion zwar durchaus verständlich, treffen hier aber einen sehr vulnerablen und wichtigen Bereich der Primär- und Sekundärprävention. Das Ressort Personal unterstützte uns im Rahmen der Gesundheitsentwicklung des USB von Beginn an und beteiligt sich mit 0,3 FTE an den Personalkosten. Mit diesen Ressourcen wird es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, gratis das Angebot der Rauchstopp-Beratung wahrzunehmen. Wir sind sehr dankbar für dieses positive Zeichen der Unterstützung, welche auch 2019 gewährleistet wird. Nun hoffen wir, dass es uns endlich gelingt das Dienstleistungsangebot der Rauchstopp-Beratung für Patientinnen und Patienten finanziell sicher zu stellen und in eine reguläre Budgetierung überzuführen (FTE 1,0 inkl. 0,2 FTE Personalaufstockung). Es ist jedes Mal ein ganz spezielles Erlebnis, wenn sich ein hospitalisierter Patient auf der Herzchirurgie oder einer anderen Abteilung aufgrund der ausliegenden Flyer oder aufgrund des Hinweises unseres medizinischen Personals im Hause für eine Rauchstopp-Beratung anmeldet und es uns gelingt, ihn auf seinem Weg zur Rauchfreiheit erfolgreich zu unterstützen. Im besten Sinne nachhaltig investierte Ressourcen für die Gesundheit, deren Finanzierung doch möglich sein sollte.

  • Tagesklinik: Die Tagesklinik wird von einer Vielzahl von Kliniken zur Durchführung von ambulanten Infusionstherapien und für diagnostische Abklärungen (vor allem Stoffwechselabklärungen und Punktionen) genutzt: Starke Nutzer sind die Hämatologie (1’567 Therapien), die Ambulante Innere Medizin und die Immunologie (1’328 Therapien), die Rheumatologie (961 Therapien), die Endokrinologie (763 Therapien und Stoffwechselabklärungen) und die Gastroenterologie (714 Therapien). Für die Allergologie, Pneumologie, Neurologie, Infektiologie, Nephrologie und andere wurden insgesamt 371 Therapien durchgeführt. Für das OPAT (outpatient antibiotic therapy) Programm wurden zudem in enger fachlicher Zusammenarbeit mit der Infektiologie insgesamt 1’262 Therapien durchgeführt. Zur Verbesserung der Dienstleistung und zur Entlastung des Notfallzentrums wurden in den Wintermonaten die Patientinnen und Patienten nun auch an den Wochenenden durch das OPAT-Team betreut und nicht – wie in den Vorjahren – durch das Personal des Notfallzentrums.

    Somit konnten im Jahr 2018 wiederum knapp 7`000 Therapien und diagnostische Abklärungen durchgeführt werden. Die Verlagerung der tagesklinischen Fälle der Gastroenterologie/Hepatologie in die tagesklinischen Räumlichkeiten der Privatsprechstunde im 1. Stock, welche Mitte 2018 vollzogen wurde, konnte 2018 durch einen Zuwachs in den anderen Segmenten erfolgreich kompensiert werden.

     Die pflegerischen Leistungen sind bei den ambulanten Infusionstherapien von zentraler Bedeutung. Wir sind sehr froh, über ein fachlich sehr gut ausgebildetes und motiviertes Pflegeteam zu verfügen.

  • Diagnostik: Die Sonographie ist ein Schwerpunkt unserer Diagnostik. Das Angebot der «internistischen» Sonographie erfreut sich einer zunehmenden Wahrnehmung im Hause. So konnte im Jahr 2018 verglichen mit 2017 eine Zunahme der Untersuchungen um 294 (+26%) auf total 1’409 Untersuchungen verbucht werden.

    Neben einer qualitativen hochstehenden Dienstleistung für die Patientinnen und Patienten ist die Ausbildung angehender Internisten von grosser Bedeutung. Die Sonographie ist aus vielen Praxen niedergelassener Ärzte nicht mehr wegzudenken. Unsere Verantwortung hierbei ist es, einen guten Beitrag in der Ausbildung der zukünftigen Kolleginnen und Kollegen zu leisten. Für die Dienstleistung und die Ausbildung ist ein breit aufgestellter Kader mit hohen Fertigkeiten unabdingbar. Es freut uns, dass das Team unter Leitung von Dr. Andrea Meienberg sich fachlich weiter entwickeln konnte. Andrea Meienberg ist seit 2018 als Kursleiterin Modul Abdomen und «Point-of-care Sonographie» (POCUS) Basis Notfall-Sonographie der SGUM anerkannt. Unsere beiden Oberärztinnen Dres. Vera Freund und Katrin Bopp haben beide 2018 neu den Tutorenstatus der SGUM für das Modul Abdomen erhalten und zudem den Fähigkeitsausweis «Point-of-care Sonographie» (POCUS) Basis Notfall-Sonographie und den Tutorenstatus für dieses Modul erworben. Dr. Thilo Burkard konnte den Tutorenstatus «Point-of-care Sonographie» (POCUS) für kardiale Notfallsonographie erwerben. Sämtliche Tutoren und Kursleiter unserer Klinik beteiligen sich aktiv an den unterschiedlichen Ultraschalkursen der MedAcademy (Grundkurs Abdomen, Basis-Notfallsonographie, Kardiovaskuläre Notfallsonographie).

    Passend zum Schwerpunkt der Hypertonie-Sprechstunde werden zudem 24-h-BD-Messungen, 24-h-EKGs, nächtliche Pulsoxymetrien und ambulante Echokardiographien durchgeführt. Um Parallelwelten zu vermeiden, werden alle Befunde und Resultate im Cardioapp im ISMed online zur Verfügung gestellt.

    Weiter führten wir trotz der neuen niederschwelligen Bezugsmöglichkeit eines HIV-Tests in Apotheken auch dieses Jahr über 600 anonyme HIV-Tests durch.

  • Pflege: Tätigkeiten und Entwicklungen: Wie aus obigen Berichte zu entnehmen ist, betreute unser Pflegeteam in allen Bereichen unserer Klinik eine wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten, was ausserordentlich erfreulich, aber auch entsprechend anspruchsvoll ist. Veränderungen im Stellenbudget sowie immer wieder neue Anforderungen an das Pflegeteam von Seite der verschiedenen Fachdisziplinen, welche ihre Patientinnen und Patienten in unserer Klinik sehen, verlangen eine ständige Überprüfung und Anpassung der Arbeitsorganisation. Dies geschieht in Arbeitsgruppen, welches sich aus der Optik der Patientinnen und Patienten, aus der eigenen individuellen Optik und der Optik des Teams mit konkreten Fragestellung auseinandersetzen, um eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse zu ermöglichen.

    Neben der Optimierung von Prozessen sind Weiter- und Fortbildungen von zentraler Bedeutung, um den vielfältigen Anforderungen für die personenzentrierte und evidenzbasierte Betreuung der Patienten gerecht zu werden. Sei es durch den Besuch von externen Weiterbildungsveranstaltungen oder durch die Teilnahme an internen kontinuierlichen Fortbildungen, wie Inputs von Ärzten und Fachpersonen (ask the expert), Berichte aus Weiterbildungen, Quiz zu Fachfragen oder durch den Besuch von anderen Dienstleistern wie Labor oder Entsorgung.

    Neben der Dienstleistung wurde über die letzten Jahre die Ausbildungsmöglichkeit für Medizinische Praxisassistentinnen MPA unter Federführung von Reinhild Harant und mit Unterstützung des gesamten Teams aufgebaut. Aktuell begleiten wir zwei auszubildende MPA.

    Eine Freude war es für uns, anlässlich der internationalen «Enhancing Practice Conference, Leading and Facilitating within Practice Development in Healthcare» unser Poster «Empowering Nurses to instigate change and improve Person-centred care in a Medical Outpatient’s Department» (Mary Louise Daly, Sabine Egli) vorzustellen und einen kurzen Film präsentieren zu dürfen.

    Wir schätzen unser stabiles Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege, welches in den verschiedenen Fachbereichen ein grosses Wissen und grosse Erfahrung aufweist. Davon dürfen auch immer wieder Kolleginnen und Kollegen aus dem USB, aber auch von der Spitex profitieren, die einen oder mehrere Tage kommen, um mitzuarbeiten und so unsere Arbeit direkt kennenzulernen. Ein grosses Lob gebührt dem Team auch dafür, dass es regelmässig junge Menschen begleitet, die zum Schnuppern oder für ein Praktikum kommen. Weiter sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bereit, Menschen zu unterstützen, welche für einen Arbeitsversuch bei uns eingesetzt werden. Immer wieder erhält unser Pflegepersonal positive Rückmeldungen über die Offenheit und Hilfsbereitschaft von Menschen, welche – aus welchen Gründen auch immer – sich für unsere Arbeit interessieren oder Gelegenheit haben, in unseren Alltag hineinzuschauen.

 

  • Patientenservice, Administration und Sekretariate: Tätigkeiten und Entwicklungen: Aufgrund einer konzentrierten Teamleistung unserer administrativen Mitarbeitenden unterstützt von unserer Oberärztin Dr. Vera Freund ist uns die Umstellung von hard-copy Krankengeschichten (KG) auf e-KGs gelungen. Die Umstellung ist nicht ganz unproblematisch, da die zur Verfügung stehenden Programme nicht ideal auf eine elektronische KG im ambulanten Setting ausgerichtet sind (unter anderem ISMED). Die Führung einer ambulanten e-KG ist somit immer noch ein zeitaufwändiges und ineffizientes Unterfangen, welche das reibungslose klinische Arbeiten erschwert. Mit genannter Umstellung wurden auch die Strukturen und Vorgaben für Berichte vereinfacht und zudem ein elektronischer Berichtsflow angelegt, um unnötige Schlaufen im Prozess zu unterbinden. Leider ist es immer noch nicht möglich, die Effektivität dieses Prozesses klar zu bemessen, da der Prozess von Diktat bis zum Versand eines Berichtes nicht klar und einfach monitorisiert werden kann. Um in Zukunft mit einem verbesserten elektronischen Krankensystem in der Klinik arbeiten zu können, ist eine enge Einbindung von den Anwendern in die Planung von besonderer Wichtigkeit. Es ist somit sehr erfreulich, dass Sabine Egli als Vertreterin Pflege, sowie Dres. Andrea Meienberg und Thilo Burkard als Mitglieder des Projektteams des USB-weiten Projektes «ambulante elektronische KG» einen wichtigen Beitrag für die Zukunft leisten können.

    Weiter wurde das Spracherkennungssystem «Dragon» eingeführt, so dass nun ein geeignetes Segment an Briefen direkt von unseren Ärztinnen und Ärzten diktiert werden kann. Die genannten Umstellungen waren nur möglich, weil unsere Ärztinnen und Ärzte bereit waren, einen Teil der administrativen Arbeiten zu übernehmen und die neuen Prozesse aktiv mitzutragen. Mit diesen wichtigen Massnahmen ist es uns gelungen, insgesamt Ressourcen zu sparen und den Abbau von Personal im administrativen Bereich zu kompensieren.

 

  • Personalarztdienst Tätigkeiten und Entwicklungen: Seit dem Jahre 2017 ist der Personalärztliche Dienst (PAD) an die Ambulante Innere Medizin angegliedert und wird von Dr. Florian Banderet geleitet. Es besteht eine enge Zusammenarbeit, vor allem auf ärztlicher Seite: Dr. Florian Banderet steht der Ambulanten Medizin mit Rat und Tat, insbesondere für infektiologische Fragestellungen, zur Verfügung, umgekehrt bietet die Ambulante Innere Medizin eine ideale Plattform an klinischen Herausforderungen, welche gewährleisten, dass Dr. Banderet weiterhin seine fachlichen Fähigkeiten voll entfalten und weiterentwickeln kann.

    Der Personalarztdienst verzeichnete im Jahre 2018 eine steigende Anzahl an Konsultationen, wobei davon ein Grossteil Eintrittsuntersuchungen (65%), gefolgt von Nachtarbeit-Obligatoriums-Untersuchungen für die UPK (10%), waren. Im Jahre 2018 stellten sich 274 Personen mit akzidentiellem Kontakt mit Blut- oder anderen biologischen Flüssigkeiten (EBF), zumeist Stichverletzungen, vor. Insgesamt wurden 865 Impfungen verabreicht. Hochgerechnet ergibt dies durchschnittlich 1,4 Impfungen pro Eintritt, was die Notwendigkeit der personalärztlichen Eintrittsuntersuchung und deren Bedeutung für die Prävention von Arbeitsunfällen und die Patientensicherheit unterstreicht.

    Neben den hausinternen Leistungen betreut der Personalarztdienst die Mitarbeitenden externer Spitäler in personalärztlichen Belangen: UKBB, UPK, REHAB. Neu wurde zusätzlich die Betreuung der Mitarbeitenden des IOB «Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel» übernommen. Die Betreuung von externen Mitarbeitenden macht nun bereits knapp die Hälfte der Eintrittsuntersuchungen aus, was die über das USB hinausreichende Bedeutung des Personalarztdienstes aufzeigt.

    Die Grippeepidemie 2017/2018 zeichnete sich durch eine ungewöhnlich lange Dauer mit vielen hospitalisierten Patienten aus. Die Impfkampagne wurde 2017/2018 und 2018/2019 durch den Personalarztdienst in enger Zusammenarbeit mit der Spitalhygiene und der Inneren Medizin organisiert. Die Impfrate blieb mit 28% (alle Spitalmitarbeitenden) stabil und wir hoffen, diese in Zukunft steigern zu können. Insgesamt wurden 865 Impfungen durch den Personalarztdienst durchgeführt und weitere 573 Injektionen durch das Pflegeteam der Ambulanten Inneren Medizin

Qualität und Reflexion

Regelmässig fanden auch 2018 wieder zahlreiche Fallvorstellungen, ein Literaturclub, update Vorlesungen und die interprofessionelle Bearbeitung von CIRS-Fällen statt.

Teamanlässe

Im Rahmen der Weihnachtsfeier tauchte das gesamte Team unserer Klinik in die Welt des Casinos ein. An drei Tischen, die von professionellen Croupiers betreut wurden, konnten Roulette, Poker und Black Jack gespielt werden. Als Gewinn winkte ein Pokal, gefüllt mit erspielten Schokoladedukaten. Der Abend endete nach den abgeschlossenen Spielrunden mit Musik und Tanz und liess das Jahr 2018 in guter Stimmung ausklingen. Ein besonderer Dank hier an unsere Pflegeleitung Sabine Egli, welche diesen Anlass federführend organisiert hat.

Lehre, Fort- und Weiterbildung

Dr. Andrea Meienberg wurde 2018 der Lehrauftrag der medizinischen Fakultät der Universität Basel für Sonographie im Medizinstudium erteilt. In der Folge konnte unter ihrer Mitarbeit und in enger Kooperation mit den Kliniken der Radiologie, der Notfallmedizin und der Stationären Inneren Medizin zum ersten Mal ein obligatorischer Sonographiekurs für unsere Studentinnen und Studenten der Humanmedizin (1.MA) an der Universität Basel durchgeführt werden. Dieses Angebot ist ein eindeutiges Plus und stärkt die Attraktivität an der Universität Basel Medizin zu studieren.

Auch die hausinterne Weiterbildung für unsere Assistenzärztinnen und -ärzte der Inneren Medizin konnte weiter standardisiert und verbessert werden. So haben diverse Assistenzärztinnen und -ärzte der Innere Medizin eine einmonatige Ultraschall-Rotation auf der Medizinischen Poliklinik durchführen können und bei dieser Gelegenheit supervidierte Ultraschalluntersuchungen für ihren Fähigkeitsausweis sammeln können. Als zusätzliche flankierende Massnahmen konnten diverse Fortbildungen zum Thema Ultraschall, zum Beispiel im Rahmen der Konsiliarvisiten der Stationären Inneren Medizin durchgeführt werden.

Das Engagement von Dr. Andrea Meienberg in Lehre, Aus- und Weiterbildung steht auf einer fundierten Basis eigener Weiterbildung. Andrea Meienberg konnte Ende 2018 erfolgreich ihren 2-jährigen berufsbegleitenden «Master of Medical Education» (MME) abschliessen. Die offizielle Übergabe der Urkunde wird im Frühjahr 2019 erfolgen. Bereits vor Abschluss ihres Masters wurde Frau Meienberg eingeladen, das im Sommer durchgeführte internationale Rogano Meeting (24.-25. August) mit zu organisieren, welches dieses Jahr in Basel durchgeführt wurde. Das Meeting stand unter dem Motto «the development of PhD students and postdoctoral researchers within a climate of high-level, international, scholarly debate». Weiter war Dr. Meienberg als Reviewerin für den AMEE (Association for Medical Education) Kongress in Basel tätig.

Dr. Meienberg organisiert und koordiniert für unsere Klinik unsere Lehraufgaben für den Studiengang der Humanmedizin: Examinatoren für OSCE-Prüfungen und Staatsexamen, Tutoren für den AP-Unterricht, Basisnotfallsonografiekurs und Gesprächsführungskurs, Schreiben und Revidieren von Prüfungsfragen und OSCE-Posten. Weiter unterrichten wir in den Modulen «vom Symptom zur Diagnose» und geben Vorlesungen in der Differentialdiagnose internistscher Erkrankungen im 6. Jahreskurs. Dr. Thilo Burkard organisiert und koordiniert die Vorlesungsreihe zur Inneren Medizin für Zahnmediziner und ist ausserdem als Mitglied des Wissenschaftlichen Komitees der MedArt mit an der Ausgestaltung der wichtigsten Fortbildung des Universitätsspitals Basel beteiligt.

Neben der Ausbildung unserer jungen angehenden Ärztinnen und Ärzte ist es uns sehr wichtig, einen Beitrag für die Fortbildung unserer niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zu leisten. Dr. Vera Freund und Dr. Andrea Meienberg organisieren unsere äusserst beliebte Veranstaltungsreihe «Gemeinsam vorwärts» – Die Fortbildung für und mit unseren Hausärztinnen und -ärzten. Die Veranstaltung findet 4 Mal jährlich statt und wird von jeweils von 50-80 Kolleginnen und Kollegen besucht. Die Resonanz ist ausgezeichnet. An dieser Stelle allen Kliniken und Ärztinnen des USB unser Dank für das aktive Mitwirken als Referentin oder Referent.

Wissenschaft und Forschung

Prof. Mike Recher leistet hervorragende Arbeit im Bereich der Immundefizienz. Dank seines Einsatzes haben wir im Bereich der Immundefizienz ein Alleinstellungsmerkmal in der Nordwestschweiz. Prof. Recher leitet die klinische Immundefizienz-Sprechstunde und verbindet die klinische Arbeit mit hochrangiger Forschung und vice versum. Grundlagen-orientierte Projekte helfen, die Erkrankungen besser zu verstehen. Mike Recher hat vom Schweizerischen Nationalfonds 2018 eine erneute Verlängerung seiner Förderprofessur erhalten, welche mit 400'000 CHF dotiert ist. Daneben konnte er, respektive seine Mitarbeitenden 2018 Drittmittel im hohen vierstelligen Franken-Bereich von mehreren Stiftungen einwerben. Mike Recher hat 2018 acht wissenschaftliche Arbeiten publiziert. Zwei seiner Mitarbeiter konnten 2018 erfolgreich ihre Biologie-Doktorarbeit an der Universität Basel abschliessen. Mike Recher hält Vorlesungen an der Universität Basel und an der ETH Zürich.

Das Immunbiologie Labor (DBM) um Prof. Christoph Hess fokussiert auf translationale Fragestellungen der Lymphozytenfunktion. Ziel dieser Arbeiten ist es, Krankheiten, welchen eine immun-metabolische Dysregulation zugrunde liegt, besser zu verstehen. Die Forschungsgruppe konnte ihre eigenen und kollaborativen Arbeiten in herausragenden Fachzeitschriften publizieren (e.g. Immunity, European Journal of Immunology, Aging – Cancer Cell, Nature Medicine, American Journal of Transplantation). Nebst den laufenden kompetitiven Drittmitteln (SNSF Projektgrant, SNSF Sinergia Grant, SNSF MHV Grant, SNSF MD PhD Grants, Gebert Rüf Stiftung, Krebsliga) wurde Bojana Müller-Durovic ein Nachwuchsgrant der Universität Basel zugesprochen.

PD Dr. Christoph Berger untersucht in seinem Labor für Translationale Immunologie die Krankheitsentstehung einer Autoimmunerkrankung, welche die grossen Gefässe betrifft (Grossgefässvaskulitis). Dieses Projekt stützt sich unter anderem auf die Basler Riesenzellarteriitis-Kohorte, welche seit 2011 gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Rheumatologie geführt wird und schweizweit die grösste derartige Kohorte darstellt. Patientinnen und Patienten werden dabei auch in einer prospektiven Beobachtungskohorte untersucht. Dies erbrachte bereits wichtige Erkenntnisse betreffend Diagnostik und Behandlung, von welchen betroffene Menschen bereits profitieren konnten. Für 2019 ist nun geplant, schweizweit eine derartige Riesenzellarteriitis-Kohorte zu etablieren. Weiter interessiert das Team um Christoph Berger, wie es gelingen kann, die saisonale Grippeimpfung zu verbessern. Mit Unterstützung durch die Clinical Trial Unit leitet Christoph Berger seit 2017 eine prospektive Impfkohortenstudie, welche Erkenntnisse zur Verbesserung der Zusammensetzung des Impfstoffes liefern soll. Ein weiteres Ziel ist es, die individuelle Impfantwort und den Einfluss wiederholter Impfungen auf das Immunsystem besser verstehen zu können. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten hat Christoph Berger in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht (12 Publikationen, davon 5 als Erst- oder Letztautor). 2018 hat Christoph Berger einen 3-Jahres Forschungsgrant der Uniscientia Stiftung und einen Grant der FSRMM (Schweizerische Stiftung für die Erforschung vom Muskelkrankheiten) akquiriert.

Dr. Thilo Burkard fokussiert sich mit seiner Arbeitsgruppe auf verschiedene Aspekte des Managements der arteriellen Hypertonie. Im Vordergrund standen in den letzten Jahren vor allem die Technik der Blutdruckmessung in der Praxis sowie neuartige Methoden zur 24 Stundenblutdruckmessung und -screening. Arbeiten zu diesem Thema konnten im «Hypertension» und im «Heart» prominent publiziert werden. Ein weiteres Interesse liegt im besseren Verständnis hämodynamischer und hormoneller Veränderungen bei Patienten mit neu diagnostizierter Hypertonie und inwieweit diese für individuelle Therapieanpassungen genutzt werden können. Hier sind erste Ergebnisse aus den entsprechenden Studien für 2019 zu erwarten. Insgesamt konnte Thilo Burkard 2018 fünf Arbeiten als Erst- oder Letztautor veröffentlichen und war als Nationaler Reviewer der Schweizer Gesellschaft für Kardiologie an der Erstellung der neuen Europäischen Leitlinien zur Behandlung der Hypertonie involviert.

Kostenentwicklung, Ertrag und ambulante Initiative

Als Universitätsklinik ist es uns nicht nur ein Anliegen, quantitativ produktiv zu sein, sondern für die gesamte Behandlung unserer Patientinnen und Patienten höchste Qualität zu garantieren. Im Spannungsfeld von Ertrags- und Kostenrechnungen wird dieser Anspruch in Zukunft mehr denn je eine grosse Herausforderung darstellen. Aufgrund der Unterdeckung im ambulanten Bereich ist es uns bewusst, dass auch wir unseren Beitrag für ein positives Betriebsergebnis des USB leisten müssen. Wir haben uns dieser Aufgabe von Beginn an gestellt und durch Reorganisationen in den Abläufen, Abbau von administrativen Aufgaben, Stelleneinsparungen und einer Steigerung der Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kosten gesenkt und den Ertrag gesteigert. Die wichtigsten Massnahmen des letzten Jahres seien hier aufgeführt, jeweils in der Entwicklung von 2017 auf 2018:

Stellenreduktion in FTE:

  • Administration: 0,9 (2019: weitere 0,6)
  • Pflege: 0,9 (2019: weitere 0,3)
  • Ärzte: 0,7
     

Begleitenden Massnahmen zur intelligenten Arbeitsgestaltung und Ertragssteigerung:

Administration:

  • Komplette Abschaffung von hard-copy KG und Umstellung in e-KG
  • Einführung e-Diktat (Dragon)
  • Prozessoptimierung Berichtswesen inklusiv Kürzung Arztbriefe

Pflege:

  • Interprofessionelles Management der Hypertonie-Sprechstunde (Entlastung der Ärzte)

Ärzte:

  • Homogenisierung ambulanter Sprechstundentaktung
  • Abschaffung administrativer Blöcke
  • Abbau/Abschaffung weniger produktiver «Rotationssprechstunden»: Swiss-TPH, Hämatologie, Rheumatologie, ASIM-Gutachten
  • Streichung der internistischen OA-Visite Gynäkologie (FTE -0,35), Reduktion der internistischen OA-Visite HNO (FTE -0,15)
  • Ausbau der Sprechstunden-Kapazitäten für AA um circa 60 Stunden/Woche
  • Schaffung zusätzlicher Sprechstundenkapazitäten für Kaderärzte von circa 30 Stunden/Woche

Fremdkosten:

  • Reduktion des Dolmetscherdienstes (HEKS): circa 50'000 CHF

Trotz all dieser Massnahmen ist aufgrund der Tarifierung eine Klinik mit überwiegend reiner Sprechstundentätigkeit kaum gewinnbringend führbar, insbesondere, wenn wir uns verpflichtet fühlen, auch in Zukunft für Patientinnen und Patienten mit komplexen und teils sehr seltenen Krankheitsbildern ein universitäres Zentrum bleiben zu wollen. Andererseits konnten wir bei den ersten Optimierungsprojekten zeigen, dass sich der Mehrwert der Ambulanten Inneren Medizin auch aus ihrer Funktion als wichtige Eintrittspforte und Drehscheibe für Patientinnen und Patienten ergibt. Das Bemühen um eine vertrauensvolle Patientenbindung und die daraus resultierenden Patientenströme in andere Kliniken und Institute stellen einen Mehrwert für das gesamte USB dar.

Drittmittel für Projekte, Nachwuchsförderung, Preise

( Projekt, Verantwortlich, Instituion/Sponsor: Fördersumme)

  • Nichtrauchen ist clever!
    Thilo Bukard und Andrea Meienberg, Gesundheitsdepartement Basel: CHF 5'000, Stiftung kardiovaskuläre Forschung: CHF 9'000
  • RAAS Peptide Profiles and Hemodynamics in Treatment-Naive Arterial Hypertension
    Thilo Burkard, Stiftung kardiovaskuläre Forschung: CHF 17'500
  • Servier; Gesundheitsdepartement Basel
    Thilo Burkard, MayMeasure: CHF 5'000
  • SNF Förderprofessur
    Mike Recher, SNSF: CHF 397'000
  • Analysis of mechanisms driving adaptive, T cell dependent IL-6 production and ist implication in infection and immunopathology
    Mike Recher, Novartis Foundation for Biomedical Research: CHF 60'000
  • Promotionsprojekt
    Annette Rovina (Labor Mike Recher), Promotionsstipendium Goldschmidt-Jacobson Stiftung: CHF 53'626
  • Hemmi Preis 2018
    Mike Recher, Hemmi Stiftung: CHF 30'000
  • Impact of repeated Vaccination on the Influenza immune response
    Christoph Berger, Goldschmidt Jacobson – Bed to Benchside for Top Clinicians: CHF 435'000
  • Large vessel Vasculitis and leaky Gut
    Christoph Berger, Novartis Foundation for Biomedical Research: CHF 60'000
  • Role of glucose and serine metabolism in regulating the CD8+ T cell memory response
    Christoph Hess, SNSF: CHF 850'000
  • Metabolic requirements of EBV infection
    Bojana Müller-Durovic, Universität Basel: CHF 80'000

Ausgewählte Publikationen

  • Bantug G., M. Fischer, J. Grählert, M.L. Balmer, G. Unterstab, L. Develioglu, R. Steiner, L. Zhang, A.S. Henriques da Costa, P.M. Gubser, A.-V. Burgener, U. Sauder, J. Löliger, R. Belle, S. Dimeloe, J. Lötscher, A. Jauch, M. Recher, G. Hönger, M.N. Hall, P. Romero, C. Frezza, C. Hess. Mitochondria–ER contact sites are immunometabolic hubs that orchestrate the rapid recall response of memory CD8+ T cells. Immunity 2018. 48:542-555.
  • Burkard T, Mayr M, Winterhalder C, Leonardi L, Eckstein J, Vischer AS. Reliability of single office blood pressure measurements. Heart 2018;104(14):1173-1179
  • Recher M, Hirsiger JR, Bigler MB, Iff M, Lemaître B, Scherer K, Häusermann P, Siegrist CA, Berger CT. Immune system correlates of extensive limb swelling in response to conjugated pneumococcal vaccination. NPJ Vaccines. 2018 May 18;3:17
  • Hodel NC, Hamad A, Praehauser C, Mwangoka G, Kasella IM, Reither K, Abdulla S, Hatz CFR, Mayr M. The epidemiology of chronic kidney disease and the association with non-communicable and communicable disorders in a population of sub-Saharan Africa. PLoS One. 2018 Oct 31;13(10):e0205326.
  • Bigler MB, Hirsiger JR, Recher M, Mehling M, Daikeler T, Berger CT. Varicella zoster virus-specific T cell responses in untreated giant cell arteritis. Arthritis Rheumatol. 2018 Feb;70(2):318-320