Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Medizinisches Zentrum: Herzzentrum
Prof. Stefan Osswald, Prof. Friedrich Eckstein

Kennzahlen Kardiologie

2018 2017
Stationäre Patienten Kurzzeitklinik 2'126 2'274
Ambulante Patienten (Kontakte) 30'665 28'862
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 5'114'000 5'692'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 98.6% 97.2%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 89.3% 90.7%
Ärztliche Mitarbeitende (FTE per 31.12.) 32.90 30.55
PTCA 1'208 1'366
TAVI 118 131
Schrittmacherimplantationen 308 287
ICD-Implantationen 96 85
Ablationen 681 741
CRT 48 55
Echokardiographien, transthorakal 10'383 11'691
Echokardiographien, transoesophageal 1'191 1'118
Stressechokardiographien 283 236
MPS/Herz PET/CMR/CCT 3'590 3'242

Stationäre Patienten

2'126
2018
2'274
2017

Kennzahlen Herzchirurgie

2018 2017
Stationäre Fälle 674 634
Stationäre Operationen 813 867
Ambulante Patienten (Kontakte) 1'911 1'366
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 378'000 325'000
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 96% 97.6%
Beurteilung der medizinischen Qualität als "überragend & sehr gut" (amb. Pat.) 89.7% 92.4%
Minimalinvasive Mitralchirurgie 62 49
Chirurgie der thorakalen Aorta 99 102
Trikuspidal-/Pulmonalklappenchirurgie 21 26
Kombinationseingriffe mit HLM 195 229
LVAD-Implantationen 4 8

Stationäre Fälle

674
2018
634
2017

Highlights 2018 / Ausblick 2019

Das gemeinsame Ziel der Kardiologie und Herzchirurgie ist die Gründung des Universitären Herzzentrums, der entsprechende Auftrag wurde durch den Verwaltungsrat formuliert. Somit kann das bereits sehr erfolgreich gelebte, virtuelle Herzzentrum formalisiert werden. Tägliche Patientenbesprechungen zur Planung patientenbezogen optimierter Therapie sind bereits ebenso Routine wie die gemeinsamen Kaderbesprechungen und -events, Aus-, Weiter- und Fortbildungen sowie gemeinsame Forschungsvorhaben. Hierbei zeigen sich die Vorteile eines real gelebten Heart Team Gedankens, die eine qualitätsorientierte, hocheffektive und schnelle Behandlung auch für Patientinnen und Patienten mit komplexen Herzproblemen ermöglichen.
Die strukturelle und persönliche Vernetzung der Herzchirurgie, Kardiologie, und des CRIB zum Universitären Herzzentrum am USB konnte mit grossem Elan vorangetrieben werden. Sie stellt eine bestmögliche Behandlung unserer Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen sicher, jetzt und auch in der Zukunft. Die interventionelle Echokardiografie (Herzohrverschlüsse, Cardioband, Mitraclip, TAVI) hat sich zu einer eigenen hochkompetenten Subspezialität und wesentlichem Pfeiler in der Auswahl und Durchführung von komplexen Behandlungen entwickelt. Obwohl das Durchschnittsalter und damit die Komorbiditäten unserer Patientinnen und Patienten progredient angestiegen sind, haben wir die Hospitalisationszeiten weiter verkürzen können. Ein grosser Effort wurde in das AVOS Projekt (Ambulant vor Stationär) gesteckt, um dem steigenden Patientenbedürfnis von ambulanten Eingriffen (Herzkatheter, Schrittmacher, etc.) gerecht zu werden, gleichzeitig aber sicherzustellen, dass es dadurch zu keiner Qualitätsminderung kommt. Die Kooperation mit dem Kantonsspital Solothurn und dem Hôpital du Jura konnten über Personalrotationen und vertragliche Regelungen erfolgreich auf- beziehungsweise weiter ausgebaut werden. Neu haben wir das Herz PET als die genaueste Untersuchung zum nicht-invasiven Nachweis einer funktionell relevanten koronaren Herzerkrankung als erstes Universitätsspital in der Schweiz eingeführt. Die Anmelde-Prozesse und Informationswege (online Datenzugriff) wurden durch die CardioApp Software weiter verfeinertet, zusätzlich wurde eine einheitliche Telefonnummer für Informationen (+41 61 265 44) und Anmeldungen (+41 61 265 44 45) realisiert.
Das CRIB hat seine schweizweite Führungsrolle als erfolgreichstes Institut für kardiovaskuläre Outcome-Forschung und nachhaltige Nachwuchsförderung weiter ausgebaut. Mit gleich mehreren bahnbrechenden wissenschaftlichen Publikationen in internationalen Top-Zeitschriften konnten wichtige Bausteine zur weiteren Verbesserung der Patientenbehandlung für wichtige Krankheitsbilder wie akuter Herzinfarkt, koronare Herzerkrankung, Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz erarbeitet werden. Ein besonderer Erfolg konnte im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Anästhesie, Chirurgie, Traumatologie, Orthopädie, und Labormedizin zur besseren Früherkennung und Behandlung des peri-operativen Myokardinfarktes errungen werden.
In der Herzchirurgie haben sich die Eingriffszahlen stabil gehalten, es fand eher eine leichte Erhöhung der Fallzahlen statt, ohne dass Behandlungsindikationen ausgeweitet wurden. Wir sehen eine Zunahme von überregional zugewiesenen Patientinnen und Patienten zum Herzzentrum. In unserem Patientengut steigt erfreulicherweise der Anteil an minimal-invasiven Operationen und Zugängen kontinuierlich. Neben der seit nunmehr einem Jahrzehnt durchgeführten endoskopischen Venenentnahmen für die Bypass-Operationen werden nun auch zunehmend Radialis Grafts endoskopisch entnommen. Weiterhin konnte erfreulicherweise der Anteil an rekonstruktiven Herzklappenoperationen erhöht werden. Dies liegt hauptsächlich an einer kontinuierlich hohen, fast 100% Rekonstruktionsrate bei Mitralklappen mit schwerer Insuffizienz und gleichzeitiger Reduktion des Operationsrisikos. Hier hat sich die chirurgische Technik «respect than resect» unter Erhalt des Segelapparates und Einbringen von künstlichen Sehnenfäden als Routineverfahren etabliert. Zudem zeigen sich die vielfältigen Vorteile des bei uns routinemässig durchgeführten, gewebeschonenden, minimal-invasiven seitlichen minimal-invasiven Zugangswegs unter Vermeidung einer Sternotomie. Wegen der kleinen Hautinzision wird die Operation mittels Endoskop in 3D auf grosse Bildschirme im Operationssaal visualisiert. Neben exzellenter Übersicht ermöglicht dies auch die intraoperative Besprechung des Befundes sowie die operative Vorgehensweise und kommt somit auch der Ausbildung im Team zugute.

Ausgewählte Publikationen Kardiologie

Ausgewählte Publikationen Herzchirurgie