Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Pathologie
Prof. Markus Tolnay

Kennzahlen

2018 2017
Anzahl Einsendungen 81'886 84'679
Anzahl verarbeitete Proben 111'984 114'496
davon intern 44'045 43'720
davon extern 67'393 70'776
Molekulare Tumordiagnostik (PCR, FISH) 2'180 1'779
Anzahl Konsilien 1'996 1'990
Anzahl Vollzeitstellen 83.6 83.6

Molekulare Tumordiagnostik (PCR, NGS, Methylomananalyse)

2'180
2018
1'779
2017

Highlights 2018

  • Die Anzahl verarbeiteter Proben hat insgesamt abgenommen, wobei dies insbesondere auf externe (gynäkozytologische) Einsendungen zurückzuführen ist. Gleichwohl ist der Anteil USB-externer Proben unvermindert hoch und macht rund 63% aller Einsendungen aus. Dies reflektiert die starke Verankerung der Pathologie des USB im freien Markt.
  • Die im Rahmen einer Public-Private Partnership zwischen Synlab Suisse SA und der Pathologie des USB hervorgegangene Zusammenarbeit wurde im Berichtsjahr weiter konsolidiert und wird in den nächsten Jahren kontinuierlich auf- und ausgebaut. Diese wird zukünftig das gesamte Angebotsspektrum der Pathologie umfassen.
  • Der Zuwachs an molekularpathologischen Untersuchungen ist weiterhin durch deren steigenden Bedarf im Rahmen der personalisierten Krebstherapie bedingt. Zusätzlich hat es sich bewährt, dass wir für die molekulare Untersuchung von soliden Tumoren konsequent die Technik des Next Generation Sequenzing anwenden. Mittlerweilen sind wir für diese Art von Untersuchen das in der Schweiz führende Institut. Die Technik der «Liquid Biopsy» haben wir weiter auf- und ausgebaut und ist für diverse Tumoren routinemässig für unsere Zuweiser verfügbar.
  • Als Neuerung haben wir im Berichtsjahr die Tumor-DNA Methylomanalyse routinemässig eingeführt. Dieses Verfahren erlaubt es, tumorspezifische DNA-Methylierungsprofile zu erstellen. Für deren Auswertung sind derzeit entsprechende machine-learning Algorithmen für Hirntumore, für Krebserkrankungen bei unbekanntem Primarius (cancer of unknown primary, CUP) sowie für Weichteiltumore/Sarkome inklusive peripherer Nervenscheidentumore verfügbar. Des Weiteren steht ein DNA Methylom-basierter Algorithmus für die prognostische Einschätzung von Meningeomen zur Verfügung.
  • Die seit April 2017 bestehende Kooperation mit Thermo Fisher Scientific, der global führende Partner von wissenschaftlichen Institutionen, wurde konsequent ausgebaut. Als weltweit führender Kompetenzzentrum-Partner von Thermo Fisher Scientifc wurde das Angebotsspektrum an neuen Assays und Panels signifikant erweitert, und wir sind weiterhin bestrebt, neueste Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung rasch in die Diagnostik zu überführen. Patientinnen und Patienten des Tumorzentrums am Universitätsspital Basel profitieren so unmittelbar von dieser Partnerschaft. Die Partnerschaft mit Thermo Fisher Scientific schliesst zudem eine enge Zusammenarbeit mit zahlreichen biomedizinischen und pharmazeutischen Firmen mit ein. Vor diesem Hintergrund sind wir global an zahlreichen klinische Studien beteiligt, für welche wir die molekulargenetischen Laborarbeiten übernehmen.  Ferner vermitteln wir unsere Expertise im Rahmen der Partnerschaft sowohl in Basel als auch auf internationaler Ebene im Rahmen praxisorientierter Schulungen.
  • Eine neue, sehr wertvolle Partnerschaft sind wir mit Ventana Medical Systems Inc., einer Tochterfirma von Roche, eingegangen. Dies auf dem Gebiet der digitalen Pathologie, wo wir gemeinsam Auswertealgorithmen im Rahmen der sogenannten «companion diagnostic» in der Krebsmedizin entwickeln. Durch diese Zusammenarbeit erlangen wir weltweit als eine der führenden Institutionen exklusiven Zugang zu den neuesten Technologien.

Ausblicke 2019

  • Die Pathologie darf weiterhin einen grossen Stamm von externen Spitälern und Privatpraxen zu ihren Kunden zählen. Dabei sind insbesondere die langjährigen Vertragspartner (Hôpital du Jura und die Kliniken des Landkreises Lörrach GmbH) zu nennen.
  • Eine weitere wegweisende Entwicklung ist die vertiefte Zusammenarbeit der Pathologie mit der Medizinischen Genetik. Unter der nun offiziellen Bezeichnung «Institut für Medizinische Genetik und Pathologie» arbeiten die weiterhin eigenständigen Fachgebiete eng zusammen. Vor dem Hintergrund zunehmender molekulargenetischer Untersuchungen im Rahmen der personalisierten Medizin können dabei die beiden Fachgebiete vom gegenseitigen Wissenstransfer und den damit verbundenen Synergien optimal profitieren.
  • Qualität steht im Zentrum unseres Tuns. Vor diesem Hintergrund wurde die Akkreditierung durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle erfolgreich bestätigt und der Geltungsbereich um diverse molekulare Analysen erweitert. 2019 wird das gemeinsame Institut für Medizinische Genetik und Pathologie erstmalig gemeinsam einem Akkreditierungsaudit unterzogen. Qualität garantieren auch unsere Spezialisten-Teams. Dies widerspiegelt sich in der erneut hohen Anzahl von externen Pathologieinstituten angeforderten Konsiliaruntersuchungen.
  • Die Pathologie war sehr aktiv in die interdisziplinäre Betreuung der Patientinnen und Patienten mit eingebunden. Die Pathologie ist dabei ein wichtiger Partner in den diversen Behandlungszentren, insbesondere aber im Tumorzentrum des USB, wo wir in allen organspezifischen Zentren in der Leitung vertreten sind.
  • In der Forschung waren die Publikationsleistung und Drittmitteleinwerbung unvermindert hoch, wobei stellvertretend die grosszügigen Unterstützungen vom Schweizerischen Nationalfonds und der Schweizerischen Krebsliga/Oncosuisse erwähnt seien. Zahlreiche Forschende der Pathologie durften 2018 Auszeichnungen und Forschungspreise entgegennehmen. Unsere Expertise in der molekularen Diagnostik wird letztendlich auch dadurch reflektiert, dass wir bevorzugter Partner für molekulare Auftragsforschung diverser Life Science Firmen sind.
  • Im Berichtsjahr wurden PD Dr. med. et Dr. phil. nat. Matthias Matter und PD Dr. Thomas Menter an der medizinischen Fakultät der Universität Basel habilitiert. Prof. Elisabeth Bruder wurde zur Titularprofessorin befördert.
  • In der Lehre beteiligte sich die Pathologie aktiv in sämtlichen Jahreskursen (Bachelor und Master) des Human- und Zahnmedizincurriculums, wie auch in der Postgraduate-Ausbildung diverser anderer Disziplinen.

Ausgewählte Publikationen

  • Restelli LM, Oettinghaus B, Halliday M, Agca C, Licci M, Sironi L et al. Neuronal mitochondrial dysfunction activates the integrated stress response to induce fibroblast growth factor 21. Cell Rep. 2018 Aug; 24(6):1407-1414.
  • Hench J, Bihl M, Bratic-Hench I, Hoffmann P, Tolnay M, Bösch Al Jadooa N et al. Satisfying your neuro-oncologist: a fast approach to routine molecular glioma diagnostics. Neuro Oncol. 2018 Nov; 20(12):1682-1683.
  • Ng CKY, Di Costanzo GG, Tosti N, Paradiso V, Coto-Llerena M, Roscigno G, et al. Genetic profiling using plasma-derived cell-free DNA in therapy naïve hepatocellular carcinoma patients: a pilot study. Ann Oncol. 2018 May; 29(5):1296-1291.
  • Girsberger M, Halter JP, Hopfer H, Dickenmann M, Menter T. Kidney pathology after hematologic cell transplantation – a single-center observation study of indication biopsies and autopsies. Biol Blood Marrow Transplant. 2018 Mar; 24(3):571-580.
  • Juskevicius D, Jucker D, Dietsche T, Perrina V, Rufle A, Ruiz C et al. Novel cell enrichment technique for robust genetic analysis of archival classical Hodgkin lymphoma tissues. Lab Invest. 2018 Nov; 98(11):1487-1499.