Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Patientensicherheit
PD Dr. René Schwendimann

Die Abteilung Patientensicherheit ist der Förderung der spitalweiten Sicherheitskultur verpflichtet. Dazu gehören die Implementierung, Evaluation und dauerhafte Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen und Projekte zur Patientensicherheit.

Highlights 2018

  • CIRS@USB: Erstellung des spitalweiten Alerts zur Heparin Verordnung- und Verabreichungsproblematik («Heparin Verwirrungen») mit Integration der Umrechnungstabellen in Meona. Weiter wurde ein Kurzbericht zum Thema «Verwechslungen» verfasst und im Intranet veröffentlicht. Im Rahmen der Einführung neuer Mitarbeitenden wurden Pflegefachpersonen und Ärzte über CIRS@USB informiert. Neben den regulären CIRS-Einführungen wurden auf Anfrage Inputs auf USB Bettenstationen und für Laboranten am Bildungszentrum Gesundheit durchgeführt. Zudem sind neue Meldekreisverantwortliche individuell ins CIRS eingeführt worden.
  • DrugSafety@USB: Etablierung des Programms DrugSafety@USB mit Fortsetzung der vier Teilprojekte: «Schnittstellen», «Dienstleistungen», «Qualität- und Messinstrumente» und «Closed Loop Medication Documentation». Zu den diesjährigen Schwerpunkten gehörten Analysen von Praktiken der Medikationsverordnungen in der elektronischen Patientenkurve (Meona) mit Sicherheits- und Effizienz fördernden Auswirkungen auf den klinischen Workflow. Projektstart «Zentrale Arzneimitteldatenbank» (ZAMD) einschliesslich Vorbereitungsarbeiten und ersten Funktionstests. Inkraftsetzung der klinikübergreifenden USB Heparinschemata, Initiierung und Mitarbeit an einer klinikübergreifenden, einheitlichen Darstellung von Opioid-Schemata sowie Initiierung des Projekts «eSupport for Drugsafety», ein Frühwarnsystem für unerwünschte Arzneimittelwirkungen und medikationsbezogene Probleme in den elektronischen Patientenkurven.
  • Safety Rounds: Durchführung von acht erweiterten Sicherheitsrundgängen in Abstimmung mit den klinischen Bereichsleitungen und der Q-Kommission. Insgesamt kann den besuchten Abteilungen (Bettenstationen, Untersuchungs- und Therapieeinheiten) ein gutes Zeugnis ausgestellt werden. Punktuelle Handlungsbedarfe zeigten sich jedoch beispielsweise bei der Infektionsprophylaxe (Handhygiene), bei der Medikationssicherheit oder beim Dokumentationswesen (Medienbrüche).
  • Sichere Chirurgie: Die Revision der präoperativen Checkliste wurde mit Einbezug aller chirurgischen Disziplinen im Frühjahr abgeschlossen. Hierbei wurde deutlich, dass der digitale Erfassungs- und Abrufprozess von Einverständniserklärungen (Informed Consent) überarbeitet werden muss, um die formalen Kontrollen vor einem operativen Eingriff besser zu gewährleisten. Im Projekt «Imito Scan» ist dieses Anliegen nebst anderen Dokumentations- und Archivierungsbedürfnissen aufgenommen worden. Ausser grundsätzlichen Absichtserklärungen zu einem Programm «Sichere operative Medizin» konnten im Berichtsjahr in den USB Organisationseinheiten keine weiteren Schritte zu dessen bereichsübergreifenden Organisation unternommen werden, aufgrund anderer Prioritäten in den Kliniken.
  • Simulationsübung «Raum des Schreckens»: Acht reguläre Durchführungen der Simulationsübung «Raum des Schreckens» im Rahmen des USB Fort- und Weiterbildungsangebots sowie fünf zusätzliche Durchführungen für Teams von Bettenstationen (HNO und Medizin 5.1). Weiter wurde die Simulationsübung am internationalen wissenschaftlichen Kongress für Pflege- und Gesundheitspädagogik (1. September 2018) vorgestellt.
  • Weitere Aktivitäten: Mitorganisation und erfolgreiche Durchführung und Datenanalyse der nationalen ANQ Prävalenzmessung (Sturz, Dekubitus, Freiheitseinschränkende Massnahmen) am 13. November 2018 sowie sechs Fortbildungsveranstaltungen für neue Mitarbeitende der Pflege/Hebammen zu Patientensicherheit und CIRS. Hinzu kamen individuelle Beratungen im Kontext Patientensicherheit und weitere Vortragstätigkeit zum Themenkreis Patientensicherheit auf Einladung. Es wurde eine Richtlinie zur initialen Patientenidentifikation im USB erstellt, die dem Anliegen Rechnung trägt, die Identität der im USB behandelten Patientinnen und Patienten zu kennen. Darüber hinaus wurde die Dozententätigkeit zu Patientensicherheit und Qualität im Masterstudiengang Pflegewissenschaft an der Universität Basel wahrgenommen. Im Herbst erfolgte die Datensammlung zur nationalen Studie «Unterstützung betroffener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einem Behandlungsfehler».

Ausblick 2019

  • Sicherheitsrundgänge – Follow up inklusive Zweitbefragung zu Sicherheitsklima und Zusammenarbeit
  • DrugSafety@USB – Einführung und operative Nutzung der zentralen Arzneimitteldatenbank
  • DrugSafety@USB – «eSupport for Drugsafety» (DRP-Risikostratifizierung/UAW-Überwachung, Trigger Tool zur Erfassung von unerwünschten Arzneimittelereignissen)
  • Bereichsübergreifende Organisation eines Programms «Sichere operative Medizin»
  • ID Patientenarmband – Operative Nutzung zur Kontrolle von Blutprodukten
  • ANQ Prävalenzerhebung in Zusammenarbeit mit Pflege/MTT
  • CIRS@USB technische Systemerweiterungen 
  • Weiterentwicklung der Simulationsübungen im Hinblick auf Interprofessionalität
  • Wissenschaftliche Projekte: Global Trigger Tool zur Entdeckung von «Adverse events» im Patientendossier, Unterstützungsprogramme in Schweizer Spitälern für «Second victims», Sicherheitsrundgänge als systemische Intervention.

Ausgewählte Publikationen

  • Schwendimann R, Blatter C, Dhaini S, Simon M, Ausserhofer M. The occurrence, types, consequences and preventability of in-hospital adverse events – A scoping review
    BMC Health Services Research 2018; 18:521, doi.org/10.1186/s12913-018-3335-z
  • Musy SN, Ausserhofer D, Schwendimann R, Rothen HU, Jeitziner MM, Rutjes AWS,
    Simon M. Trigger Tool-Based Automated Adverse Event Detection in Electronic Health Records: Systematic Review J Med Internet Res 2018; 20(5):e198. doi:10.2196/jmir.9901
  • Dhaini SR, Denhaerynck K, Bachnik S, Schwendimann R, Schubert M, De Geest S, Simon M. Work schedule flexibility is associated with emotional exhaustion among registered nurses in Swiss hospitals: A cross-sectional study. International Journal of Nursing Studies 2018; 82: 99-105. DOI10.1016/j.ijnurstu.2018.03.019
  • Schiess C, Schwappach D, Schwendimann R, Vanhaecht K, Burgstaller M, Senn B.
    A transactional «second victim»-model – experiences of affected health care professionals in acute-somatic inpatients settings: a qualitative meta-synthesis.
    Journal of Patient Safety 2018 Jan 30. doi: 10.1097/PTS.0000000000000461.