Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Pflege/MTT
Dr. Jacqueline S. Martin

Highlights 2018

  • Ende September 2018 wurde die Stelle der Leiterin Praxisentwicklung Pflege durch die Pensionierung von Dr. Irena Anna Frei vakant. Sie hatte diese Funktion seit 2005 engagiert wahrgenommen und sich dabei immer sowohl für die Etablierung unterstützender Strukturen und einer inspirierenden Organisationskultur als auch für die gezielte Nachwuchsförderung von akademisch gebildeten Pflegefachpersonen eingesetzt. Als Nachfolgerin wurde Dr. Susanne Knüppel Lauener gewählt; eine sehr erfahrene diplomierte Pflegefachfrau, die an der Universität Witten-Herdecke promoviert und in den letzten Jahren im Masterstudiengang Pflegewissenschaft sowie im Leistungsbereich Forschung an der ZHAW in Winterthur gearbeitet hat.

  • Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Zertifizierung des interprofessionellen Palliativ Care Dienstes im November 2018. Von den Auditoren wurde unter anderem die interprofessionelle Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe, der Blick auf die Ganzheitlichkeit und die spürbar gelebte Kultur der Integration von Palliative Care am USB lobend erwähnt.

Praxisentwicklung Fachbereich Pflege

Als grosses Highlight fand im August 2018 zum ersten Mal in der Schweiz die internationale Konferenz Enhancing Practice in Basel statt. Sie wurde durch das Netzwerk Praxisentwicklung der drei Universitätsspitäler Basel, Bern und Zürich organisiert und durchgeführt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Europa, Australien und Kanada engagierten sich in Workshops, Poster- Präsentationen und Plenarveranstaltungen und kreierten eine inspirierende Lernatmosphäre.

Das strategische Ziel der Praxisentwicklung zur Gewährleistung einer personenzentrierten Versorgung verfolgen wir seit 2007. Unterstützt wird dies auch durch das Netzwerk der drei Universitätsspitäler und die Mitgliedschaft im International Practice Development Collaborative. Im Berichtsjahr wurde mit verschiedenen Personengruppen eine Evaluation zur Wirksamkeit des Ansatzes durchgeführt. Die Resultate wurden im Rahmen des Abschiedssymposiums von Dr. Irena Anna Frei dem Forum Pflege sowie geladenen Gästen präsentiert. Die Ergebnisse zeigten, dass das systematische Vorgehen dieses Ansatzes den aktiven Einbezug der Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden fördert und damit zur Entwicklung einer personenzentrierten Kultur beiträgt. Eine Herausforderung ist jedoch die unterschiedliche Leadership Kompetenz der Fach- und Linienführungspersonen Pflege sowie die gezielte Nachwuchsförderung von Pflege-Expterinnen und –Experten, um die Stellen (wieder-)besetzen zu können.

Die Leitlinie Dekubitusprävention wurde überarbeitet und erweitert im Juni 2018 in Kraft gesetzt.

Praxisentwicklung Fachbereich Therapien

Der Sozialdienst leistete wichtige fachliche Beiträge durch sein Engagement in diversen Fachgremien wie zum Beispiel in der Koordinationsgruppe behinderte Patienten im Spital, und in der Mitgestaltung zukünftiger Behandlungssettings und Angebote für Patientinnen und Patienten. So wurde mit der Psychosomatik gemeinsam ein Modellprojekt zu kollaborativen Versorgung in der Prävention psychosozialer Belastungsfolgen in der Somatik gestartet. Eine weitere spannende Kooperation konnte Spitalgrenzen überschreitend mit dem Universitäts-Kinderspital beider Basel im Netzwerk «Rare Diseases» Schweizweit geknüpft werden.

Neben fachlichen Themen sind Fragestellungen zu ethischen Haltungen im Rahmen der jeweiligen Probleme immer wieder eine grosse Herausforderung. Eine bereichernde Erfahrung hierzu stellte das Symposium der Ethikkommission im November dar, an der wir als Podiumsmitglied mitgewirkt haben.

Forschung

Healthcare associated Influenza Prevention (HaIP): Erfassung und Evaluation der Grippepräventionsmassnahmen durch Gesundheitsfachpersonen und beeinflussenden Faktoren sowie die Pilot-Durchführung einer Intervention zur Verbesserung der Grippeprävention durch Gesundheitsfachpersonen. (Studienleitung: Prof. Dunja Nicca)

In Zusammenarbeit mit dem Labor Funktionelle Biomechanik USB und Masterstudierenden der Physiotherapie konnten in der Studie zu chronisch lumbalen Rückenbeschwerden die Messungen mit Probanden abgeschlossen werden.

Ausgewählte Publikationen

  • Rettke H, Pretto M, Spichiger E, Frei IA, Spirig R. Using Reflexive Thinking to Establish Rigor in Qualitative Research. Nurs. Res. 2018;67(6): 490-7. doi: 10.1097/NNR.0000000000000307.
  • Reiter-Theil S, Wetterauer Ch, Frei IA. Taking One’s Own Life in Hospital? Patients and Health Care Professionals Vis-à-Vis the Tension between Assisted Suicide and Suicide Prevention in Switzerland. Int. J. Environ. Res. Public Health. 2018; 15 (6):1272. doi.org/10.3390/ijerph15061272
  • Hasemann W, Tolson D, Godwin J, Spirig R, Frei I.A, Kressig R. Nurses' Recognition of Hospitalized Older Patients With Delirium and Cognitive Impairment Using the Delirium Observation Screening Scale: A Prospective Comparison Study. J Gerontol Nurs. 2018; 44:35-43. doi: 10.3928/00989134-20181018-02.
  • Grossmann F, Barandun Schäfer U, van Lieshout F, Frei IA. Personenzentriert pflegen am Universitätsspital Basel - Eine Annäherung an das Person-Centred Practice Modell. PADUA. 2018;13 (1): 7-12.
  • Fröhlich M.R, Hürlimann B, Warmuth I, Helberg D, Frei IA. Freiheitsbeschränkende Massnahmen - Fixieren oder nicht? Intensiv. 2018; 26: 239-243.