Kliniken und Behandlungszentren
Leistungsbericht 2018

Radiologie und Nuklearmedizin
Prof. Elmar Merkle

Kennzahlen

2018 2017
Nuklearmedizinische Therapien 515 581
Nuklearmedizinische Diagnostik inklusive PET 8'264 7'994
Computertomografie 43'114 40'556
Magnetresonanztomografie 21'501 20'688
Ultraschall 10'655 9'899
Konventionelles Röntgen (Untersuchungen) 54'884 55'887
Mammografien 6'746 6'326
Interventionen Mammadiagnostik 481 557
zusätzli. Patientinnen im Screening-Programm 1'048 998
Angiografien 2'272 1'952
3D-Druckmodelle (FDM) 785 640
Ambulanzanteil Nuklearmedizin Diagnostik 87.3% 85.8%
Ambulanzanteil Radiologie 66.4% 66.7%
Tarmedpunkte Nuklearmedizin Diagnostik* 2'734'226 5'927'820
Tarmedpunkte Radiologie 18'997'000 21'269'697
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (stationäre Patienten) 100% 99.0%
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet» & «gut» (ambulante Patienten) 88.4% 86.5%
Ärztliche Mitarbeiter (FTE) 53.8 53.5

* Verrechnung von PET/CT erfolgt seit 09/2017 über Pauschalen. Das Gesamtvolumen aus Tarmed und Pauschale stieg um 1.5%

Screening-Mammografien

1'048
2018
998
2017

Angiografien

2'272
2018
1'952
2017

Magnetresonanztomografie

21'501
2018
20'935
2017

Highlights 2018

  • Wir bieten das gesamte Leistungsspektrum der modernen diagnostischen und therapeutischen Radiologie und Nuklearmedizin an, einschliesslich der minimalinvasiven interventionellen und endovaskulären Therapien sowie der Radionuklidtherapie.
  • Die bildgebende Diagnostik umfasst die konventionelle Radiologie inklusive der Mammografie und der Tomosynthese, alle Kontrastmittelverfahren, die Sonografie, die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT) und die angiografischen Verfahren sowie die nuklearmedizinische Diagnostik von der planaren Szintigrafie bis hin zu den modernen Hybridverfahren PET/CT (Positronen-Emissions-Tomografie/CT) und SPECT/CT (Single Photon Emission Computed Tomography/CT).
  • Im therapeutischen Bereich erweitern wir unser Spektrum laufend um Neuentwicklungen bei den minimalinvasiven und endovaskulären Verfahren der interventionellen Radiologie und der Neuroradiologie.
  • Die Radionuklidtherapie bildet – als Spezialität von nationaler und internationaler Bedeutung – einen der vier spitzenmedizinischen Schwerpunkte des Universitätsspitals Basel.
  • Unsere organbezogenen ärztlichen Fachabteilungen werden ergänzt von den Abteilungen für radiologische Physik und radiopharmazeutische Chemie.
  • Uns steht ein volldigitalisierter Gerätepark mit hochempfindlichen und strahlensparenden Detektorsystemen zur Verfügung, der 2018 durch die erste Kleintier-PET-Kamera der Nordwestschweiz erweitert wurde. Damit können wir die Bioverteilung neuer Radiopharmazeutika im narkotisierten Tier sichtbar machen und die Anzahl von Versuchstieren senken.
     

Klinische Dienstleistung

  • Zu den Neuerungen in der Diagnostik gehören in der MRT zwei funktionelle Techniken zur Beurteilung von benignen und malignen Knochenbefunden (Dixon und Diffusion), in der CT das Dichte-Mapping der Lungen (zur Biopsieplanung) und die dosisreduzierte, optional gewichtsbelastete 3D-CT für periphere Gelenkuntersuchungen.
  • Auch das therapeutische Angebot konnte erweitert werden. Wir bieten – neben anderen Neuerungen – die Prostataembolisation zur Behandlung der benignen Prostatavergrösserung an.
  • Dank des neuen, hochmodernen Hybrid-OP auf Ebene des Notfallzentrums können wir seit 2018 stark betroffene Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten direkt im Hybrid-OP mittels multimodaler CT abklären und vor Ort, ohne Zeitverluste, endovaskulär behandeln. Die Behandlung von Lebertumoren beziehungsweise -metastasen mittels der selektiven internen Radiotherapie (SIRT) konnten wir durch den Einsatz von Holmium-166-Mikrosphären (QuiremSpheren®) verbessern.
  • Mit 177Lu-PP-FF11N konnte ein neues Radiopharmazeutikum an ein Pharmaunternehmen lizenziert und mehr Patientinnen und Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom zugänglich gemacht werden, dies dank der erfolgreichen Kooperation mit dem Paul Scherrer Institut.
  • Für 2019 geplant ist die gezielte 177Lu-PSMA-Therapie des 68Ga-PSMA-PET-positiven kastrationsresistenten Prostatakarzinoms – zur Behandlung zahlreicher Patienten.
  • Manche Entwicklungen haben Auswirkungen auf unser gesamtes Fachgebiet. Wir arbeiten daran, Hilfsmittel, die auf künstlicher Intelligenz basieren, auch in der klinischen Routine einzuführen und haben dies bereits bei der automatisierten Erkennung von Frakturen umgesetzt.
  • Die ebenfalls von all unseren Fachgebieten geförderte strukturierte Befundung wurde weiter verbessert, um unsere Befunde – entsprechend der Anforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Zuweiser – stärker zu gliedern und durch benutzerfreundliche, aussagekräftige Inhaltselemente anzureichern. 2018 haben wir uns auf die volumetrische Erfassung von Organen und Strukturen fokussiert, damit Gewebe über biometrische Marker besser charakterisiert und quantifiziert werden kann.
  • Gut ausgelastet ist mittlerweile das Zentrum für Bilddiagnostik, unsere mit Unterstützung des spezialisierten Kernteams am USB betreute Aussenstelle (mit den Standorten Bahnhof SBB in Basel und Rennbahnklinik in Muttenz) für ambulante Patientinnen und Patienten. Die Zufriedenheit von Patienten und Zuweisern wird regelmässig erhoben und blieb sehr hoch (Index: 98%). Zur Verbesserung der Abläufe trug unter anderem die Einrichtung einer Krankenwagenzufahrt bei.
  • Das in Kooperation mit der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie betriebene 3D Print Lab bietet dreidimensionale, auch sterilisierbare, Modelle für Operationsplanung und -durchführung, Patientenaufklärung und Lehre an, seit 2018 mit der Möglichkeit, mehrfarbige Modelle zur detailgetreuen anatomischen Repräsentation zu erstellen. Im vergangenen Jahr war es erneut an der Durchführung des sehr gut besuchten «Symposium on 3D for Life Sciences» beteiligt.
  • Die Anwendung des Strahlenschutzes an unserer Klinik wurde 2018 zum 2. Mal durch die Europäische Gesellschaft für Radiologie evaluiert und erneut mit der Höchstnote bewertet. Sie bestätigt den hohen Stellenwert des Strahlenschutzes an unserer Klinik.
  • Das neue Labor der radiopharmazeutischen Chemie erhielt im vergangenen Jahr die Betriebsbewilligung der Swissmedic, dies nach erfolgreicher Inspektion durch das BAG und das regionale Heilmittelinspektorat. Damit können wir komplexe EU-GMP-pflichtige Radiopharmazeutika und klinische Prüfpräparate für die Bildgebung und die Therapie unserer Patienten direkt vor Ort herstellen – zum Beispiel 68Ga-DOTATOC und 177Lu-DOTATOC.
  •  Die Kennzahlen konnten leicht gesteigert werden; erwähnenswert sind insbesondere die Ergebnisse von Angiografie (um 16,4%), Screening-Mammografie (um 5%) und Magnetresonanztomografie (um 2,7%; vgl. die Grafik).
     

Organisatorische Entwicklungen

  • Die interimistische Leitung der Abteilung für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie wurde ab Januar 2018 von Dr. Kristine Blackham übernommen und ging ab Mai 2018, nach deren Rückkehr, an Dr. Johanna Lieb. Mit Prof. Christoph Stippich hatte ein Teil unseres Teams von Neuroradiologen bis zum Frühjahr 2018 nach Zürich gewechselt.
  • Prof. Melpomeni Fani, Leiterin der Abteilung für radiopharmazeutische Chemie (Forschung und Lehre), wurde vom Universitätsrat zur klinischen Professorin für radiopharmazeutische Chemie der Universität Basel gewählt.
     

Lehre

  • Wir sind in die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärzten, Zahnärzten, Radiologiefachpersonen, Physikern, Biologen, Chemikern sowie anderen Fachleuten involviert und betreuen zahlreiche Studierende, Unterassistenten, Diplomanden und Doktoranden. Auch 2018 haben wir für unser Engagement in der Lehre sehr gute Rückmeldungen erhalten, etwa in Form des Dozierendenpreises der Fachschaft Medizin für die mit der Fachhochschule Nordwestschweiz entwickelte E-Learning-Plattform Raprad. Positives Feedback erreichten auch wieder die praxisbezogenen Lehrveranstaltungen für Studierende der Humanmedizin: die interprofessionellen Projekte im 3. Bachelor sowie der zum 4. Mal durchgeführte, weiterhin gut besuchte, elektive Hands-On-Workshop zur klinischen Bildgebung in den Semesterferien.
  • Die organbasierte Subspezialisierung haben wir nun auch in der Weiterbildung komplett umgesetzt, so bei den Fellowships und Vertiefungsschwerpunkten.
  • Für ihre guten Ergebnisse an den Teilprüfungen erhielten drei unserer Assistenzärzte den Prüfungspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Radiologie. Unsere Studentin des Studiengangs Gesundheitsmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg wurde mit dem Preis der Stadt Lörrach für ihre überdurchschnittliche Bachelorarbeit ausgezeichnet.
     

Forschung

  • Unsere Forschungstätigkeit wurde mehrfach gewürdigt: Preise nationaler und internationaler Fachgesellschaften gingen erneut nicht nur an die etablierten, sondern auch die jungen Wissenschaftler, zum Beispiel für die Forschung zur funktionellen Lungenbildgebung (sowohl für Arbeiten zur MRT als auch zur SPECT/CT), zur Gadolinium-Akkumulation, zur Lokalisation von Insulinomen, zur Myokard-Perfusions-Szintigrafie, zu neuen nuklearmedizinischen Systemtherapien zur Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms und zur perkutanen radiologischen Gastrostomie.
  • Breit rezipiert wurde indes auch unsere Forschung zum Einsatz der künstlichen Intelligenz in der Klinik. Unsere Wissenschaftler haben 2018 verschiedene Algorithmen zur automatisierten Erkennung getestet (abdominelle sowie pulmonale Fälle) und Algorithmen zur Frakturerkennung in die klinische Routine überführt.
  • An den grossen Fachkongressen zur Radiologie, Nuklearmedizin und MR-Physik stiessen zahlreiche Beiträge aus Basel auf ein sehr erfreuliches Echo.

Ausgewählte Auszeichnungen

Bauman G: Andres-Giedion Award (best abstract submission and presentation of the Pediatric Imaging Session) für «Repeatability of ventilation and perfusion impairment assessed with matrix pencil decomposition MRI and lung function in children with cystic fibrosis». Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (SGPR).

Gehweiler J: Kuo York Chynn Neuroradiology Research Award (Bester neuroradiologischer Abstract 2018) für «The Gadolinium Deposition Debate Revisited Using a Fully Automated Big Data Approach». Radiological Society of North America (RSNA).

Takes M: Preis für das Top 10% rated scientific paper für «Percutaneous radiological gastrostomy without nasogastral insufflation – description of a novel method». Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe (CIRSE).

Asugewählte Publikationen

  • Antwi K, Fani M, Heye T, Nicolas G, Rottenburger C, Kaul F, Merkle E, Zech CJ, Boll D, Vogt DR, Gloor B, Christ E, Wild D. Comparison of glucagon-like peptide-1 receptor (GLP-1R) PET/CT, SPECT/CT and 3T MRI for the localisation of occult insulinomas: evaluation of diagnostic accuracy in a prospective crossover imaging study. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2018 Dec;45(13):2318-2327.
  • Benz RM, Harder D, Amsler F, Voigt J, Fieselmann A, Falkowski AL, Stieltjes B, Hirschmann A. Initial assessment of a prototype 3D cone-beam computed tomography system for imaging of the lumbar spine, evaluating human cadaveric specimens in the upright position. Invest Radiol. 2018 Dec;53(12):714-719.
  • Caobelli F, Chiaravalloti A, Evangelista L, Saladini G, Schillaci O, Vadrucci M, Scalorbi F, Donner D, Alongi P. Young AIMN Working Group. Predictive and prognostic value of 18F-DOPA PET/CT in patients affected by recurrent medullary carcinoma of the thyroid. Ann Nucl Med. 2018 Jan;32(1):7-15.
  • Heule R, Celicanin Z, Kozerke S, Bieri O. Simultaneous multislice triple-echo steady-state (SMS-TESS) T(1), T(2), PD, and off-resonance mapping in the human brain. Magn Reson Med. 2018 Sep;80(3):1088-1100.

Unsere vollständigen Publikationen finden Sie auf www.unispital-basel.ch/radiologie/jahresbericht