Leistungsbericht 2018

Vorwort. Nachhaltige Patientenfokussierung – für die Patientinnen und Patienten der Region Basel werden wir die Spitzenmedizin und die universitäre Leistungsfähigkeit erhalten und ausbauen.

Wir waren mit unserem Universitätsspital im 2018 erfolgreich unterwegs. Möglich gemacht haben dies die spitalinterne Zusammenarbeit, die auch interdisziplinär bestens funktioniert, und die Kooperation mit externen Partnern und Institutionen.

Ein solch prosperierendes Zusammengehen hätte sich auch aus der Spitalfusion ergeben sollen, also aus dem Zusammenschluss mit dem Kantonsspital Baselland (KSBL). Ich war überzeugt und habe dies im letztjährigen Vorwort auch so geäussert, dass unsere guten Argumente für dieses visionäre Projekt eine Mehrheit finden werden. Doch die Stimmbevölkerung des Kantons Basel-Stadt hat anders entschieden und am Abstimmungswochenende vom 10. Februar 2019 die Spitalfusion abgelehnt. Auch wenn ich als Spitaldirektor dieses Ergebnis bedaure, respektiere ich selbstverständlich den Volksentscheid. Er ändert auch nichts an unserem Auftrag und unserem Ziel: Weiterhin werden wir alles daransetzen, für die Patientinnen und Patienten der Region Basel die Spitzenmedizin und universitäre Leistungsfähigkeit zu erhalten beziehungsweise auszubauen. Ein qualitativ hervorragendes medizinisches Leistungsangebot, Innovation und Forschung sowie die Zusammenarbeit im Haus und mit Partnern werden dafür weiterhin die Eckpfeiler bilden.

Dass wir auf einer guten Basis aufbauen können und unsere Chancen weiter zu nutzen wissen, zeigen stellvertretend drei Erfolgsgeschichten aus dem Jahr 2018.

Gefeierte Rekord-Spenderniere

Die erste Erfolgsgeschichte geht weit zurück. Wir schreiben das Jahr 1968. In diesem Jahr erhält Walter Thalmann in Basel eine Spenderniere. Dass diese heute, also 50 Jahre später, immer noch einwandfrei funktioniert, ist ein medizinisches Wunder. Eine gespendete Niere hält im Durchschnitt zwischen 10 und 15 Jahre. Die Ärzte des damaligen Bürgerspitals Basel und heutigen USB hatten noch sehr wenig Erfahrung. Es handelte sich erst um die neunte in Basel durchgeführte Nierentransplantation. Unser Spital stand damit also noch ganz am Anfang, seine Expertise in diesem Gebiet aufzubauen.

Heute ist das USB das zweitgrösste Nierentransplantationszentrum der Schweiz und verfügt über einen hervorragenden Erfolgsausweis und einen herausragenden Ruf auf diesem Gebiet: Pro Jahr werden bei uns 60 bis 80 Nieren transplantiert; seit 1966 waren es 2’489 Operationen (Stand 31.12.2018). Unser Spital hat sich mit verschiedenen Pionierleistungen wie beispielsweise der Vorreiterrolle bei der Lebendnierenspende von nicht verwandten Spenderinnen und Spendern oder bei der Durchführung von immunologisch komplexen Transplantationen einen Namen gemacht. Zur Feier der Rekord-Spenderniere haben wir am 16. August 2018 das Walter Thalmann-Symposium durchgeführt. Eingeladen waren unter anderem alle Patientinnen und Patienten, die am USB (respektive am Bürgerspital Basel oder am Kantonsspital Basel) eine Niere transplantiert erhalten haben. Ärzte und Ärztinnen sowie Empfänger und Spender berichteten über ihre Erfahrungen und machten das Symposium zu einem eindrücklichen, informativen und sehr spannenden Anlass.

«Qualität, Innovation und Forschung sowie Zusammenarbeit werden weiterhin die Eckpfeiler bilden, um für die Patientinnen und Patienten der Region Basel die Spitzenmedizin und universitäre Leistungsfähigkeit zu erhalten und weiter auszubauen.»

Erfolgreiche Forschung im Bereich der Immuntherapie

Die zweite Erfolgsgeschichte stammt aus dem Gebiet der Verbesserung der Immuntherapie gegen Krebs: Einer unserer Forschungsgruppen ist es gelungen, ein neues Zielmolekül respektive einen neuen Angriffspunkt zu identifizieren, um das Immunsystem gegen Krebs zu aktivieren. Das Studienergebnis, das 2018 vorgelegt wurde, bildet den Ausgangspunkt, um neue Medikamente für betroffene Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Die wichtige Studie entstand federführend an der Universität Basel und am USB sowie in Zusammenarbeit mit anderen Partnern im In- und Ausland. Sie reiht sich in die intensive Forschung unserer beiden Institutionen auf diesem Gebiet ein. Am Tumorzentrum des USB werden im Rahmen des Kompetenznetzwerkes für Immuntherapie seit vielen Jahren bedeutende Forschungsprojekte vorangetrieben. Das Tumorzentrum engagiert sich aber nicht nur in der Forschung. Es hat im Berichtsjahr auch das Projekt «Gemeinsam mehr Chancen gegen Krebs» lanciert, das Menschen mit Krebs den Besuch von Konzerten und anderen kulturellen Ereignissen ermöglicht. Mit dem Projekt wollen wir als Spital der Vereinsamung von Menschen mit Krebs entgegenwirken und einen Beitrag in der Alltagsbewältigung bieten.

Als Direktor des Universitätsspitals Basel ist Dr. med. Werner Kübler Vorsitzender der Spitalleitung und verantwortet die operative Leitung des Universitätsspitals Basel.

Einzigartiger Lehrstuhl für die Ästhetische Chirurgie

Unsere dritte Erfolgsgeschichte betrifft die im Herbst bekanntgegebene Schaffung der neuen, national und europaweit einzigartigen Stiftungsprofessur für Ästhetische Chirurgie. Die Professur wird mit 2,5 Mio. Franken über fünf Jahre durch die Stiftung des 2009 verstorbenen Berner Chirurgen Maurice E. Müller finanziert. Wir wirken mit diesem neuen Lehrstuhl dem Mangel an einer qualifizierten Ausbildung und operativen Standards auf diesem Gebiet in Europa entgegen. Nebst der Qualitätssicherung stärken wir mit diesem Lehrstuhl die Forschung auf einem Gebiet, das boomt. Im Fokus stehen nicht einfach «Schönheitsoperationen», sondern die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Anpassungswünschen oder solchen, die durch einen Unfall, eine schwere Krankheit oder eine Tumoroperation eine gewisse körperliche oder äusserliche Beeinträchtigung erfahren haben. Die ästhetische Chirurgie hilft hier, diesen Zustand funktionell und optisch erkennbar zum Wohle des betroffenen Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen.

«Auch zahlenmässig belegt das sehr gute Finanzergebnis 2018, dass das USB in einem schwierigen, stark konsolidierenden stationären Spitalumfeld bestehen kann. »

Zeitgemässes und flexibles Gastrokonzept

Nebst medizinischen Spitzenleistungen haben wir im 2018 umfangreiche Projekte zur Weiterentwicklung und Optimierung des Spitalbetriebs gestemmt. Ein Beispiel ist die Einführung eines neuen Gastronomie-Konzeptes am USB. Wir haben dafür die dringend notwendige Sanierung unserer Grossküche zum Anlass genommen. Unseren Patientinnen und Patienten bieten wir seit Sommer 2018 als erstes Spital der Schweiz Gerichte, die nach der MicroPast-Methode vorbereitet sind. Das Essen wird zwar weiterhin zentral in der Grossküche gekocht. Doch dann wird es neu pasteurisiert, luftdicht verpackt und gekühlt gelagert. In unseren kleinen Küchen auf den verschiedenen Stationen werden die Menüs dezentral aufbereitet. Also erst dann, wenn die Patientin oder der Patient essen möchte. Das war für unseren Entscheid zentral. Denn damit entfallen nicht nur die fixen Essenszeiten, sondern auch die teuren Wochenendeinsätze des Küchenpersonals. Ein weiterer Pluspunkt der neuen Methode ist die Vermeidung von Essensresten. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten hohe Qualität beim Essen: Höherer Nährwertgehalt der Lebensmittel, schönere Farben, bessere Textur. Obwohl bei der Einführung die Lernkurve etwas länger dauert als geplant, bin ich überzeugt: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Finanziell erfolgreich

Auch zahlenmässig belegt das sehr gute Finanzergebnis 2018, dass das USB in einem schwierigen, stark konsolidierenden stationären Spitalumfeld bestehen kann. Lesen Sie in unserem Konzernbericht dazu auch das Interview mit unserem Verwaltungsratspräsidenten, der das Finanzergebnis 2018 erklärt und würdigt.

Engagierte Mitarbeitende garantieren Erfolge

Spitzenmedizin zu erbringen, gleichzeitig grosse Projekte zur Optimierung und Weiterentwicklung des Betriebs umzusetzen und ein gutes Finanzergebnis zu erzielen; das alles ist nur dank des Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Sie meistern täglich Grosses und stellen sich den vielfältigen Herausforderungen. Gerade im letzten Jahr galt es wegen der geplanten Spitalfusion viel Zusatzarbeit zu bewältigen und einige Unsicherheiten auszustehen. Mein sehr grosses Dankeschön – auch im Namen der gesamten Spitalleitung – gilt deshalb unserem Personal, das immer am Ball bleibt, flexibel agiert und bereit ist, Höchstleistungen zu erbringen. Es ist für uns wichtig zu wissen, dass wir auch weiterhin auf diese starke Leistungsbereitschaft zählen dürfen. Zuversichtlich nach vorne zu schauen, Herausforderungen als Chancen zu sehen, kluge Entscheide zu treffen und Massnahmen konsequent umzusetzen, bleiben für das USB zentral. So werden wir, davon bin ich überzeugt, unseren Erfolg auch 2019 sichern können.

Dr. Werner Kübler
Direktor