Departement Biomedizin
Prof. Radek Skoda


Grundlagenforschung über Krankheitsentstehung und ihre Anwendungen in der Medizin

Das Departement Biomedizin (DBM: https://biomedizin.unibas.ch) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Die exzellente Forschungsleistung des DBM zeigt sich in der erfolgreichen Einwerbung von kompetitiven Drittmitteln und in 518 peer-reviewed Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften.

Das DBM hat zum Ziel, die klinische Forschung und die medizinische Grundlagenforschung füreinander nutzbar zu machen. Gegenwärtig arbeiten 67 Forschungsgruppen – wovon 35 den klinischen Professuren des Universitätsspitals Basel angegliedert sind– in den vier Forschungsschwerpunkten Immunologie, Neurowissenschaften, Onkologie und Stammzellen & Regenerative Medizin. Diese werden von zwei Forschungsgruppenleitern mit Schwerpunkt in Grundlagenforschung und klinischer Forschung geleitet und fördern die Vernetzung der Forschenden durch Seminare, Retreats und Workshops. Zudem trägt das DBM und das Unispital Basel nachhaltig zur Ausbildung von Studierenden der Medizin, der Biologie und der Pharmazie auf Master- und Doktoratsstufe bei. In unserem Doktoratsprogramm, dem «International PhD Program in Biomedicine», sind derzeit 129 Studierende aus 26 Ländern eingeschrieben, 13 davon als MD/PhD Students. Zur Qualitätssteigerung wird das Programm seit 2018 international ausgeschrieben und die Kandidatinnen und Kandidaten werden einem Selektionsverfahren mit schriftlicher Bewertung, Interviews und wissenschaftlicher Präsentation ausgewählt.

Auch auf Ebene der Forschungsgruppenleiter betreibt das DBM aktive Nachwuchsförderung: im Jahr 2019 forschten am DBM sieben SNF Professuren (neu genannt: Eccellenza Fellows) und sechs SNF Ambizione (-SCORE) Fellows mit ihren Gruppen.

Herausforderungen an das DBM

Die Organisation des DBM zielt darauf ab, für ihre Forschungsgruppen optimale Rahmenbedingungen für experimentelle biomedizinische Forschung zu schaffen. Die Bereitstellung der dafür benötigten Infrastruktur und Ressourcen, der Kostendruck und die generelle Belastung durch die Zunahme an administrativen Aufgaben auf allen Ebenen stellen für das DBM eine grosse Herausforderung dar, der mit weiteren Effizienzsteigerungen begegnet wird. Ein wichtiges Mittel dazu sind gemeinsam genutzte Infrastruktur und Apparate sowie unsere Core Facilities. Diese spezialisierten Serviceeinheiten stellen den Zugang für Forschenden zu teuren und komplexen Schlüsseltechnologien sicher. Die DBM Core Facilities für Durchflusszytometrie, Mikroskopie, Bioinformatik, Histologie und Good Manufacturing Practices (GMP) sind eine Voraussetzung dafür, dass die Forschungsgruppen am DBM weiterhin international kompetitive Forschung betreiben können. Der hohe Technisierungsgrad und die grosse Nachfrage nach Dienstleistungen der Core Facilities erfordert kontinuierliche Verbesserungen und den Ausbau der Angebote. Dies ohne zusätzliche Ressourcen sicherzustellen ist eine der grossen Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Die langfristige Perspektive für das DBM ist der 241 Millionen Franken veranschlagte «Neubau Departement Biomedizin», welcher bis 2026 auf dem Life Science Campus Schällemätteli entstehen wird. Der Neubau DBM wird die auf derzeit fünf Standorte verteilten aktuell bereits über 800 Mitarbeitenden des DBM in einem gemeinsamen Gebäude zusammenführen. Das spart nicht nur Kosten, sondern erleichtert auch den wissenschaftlichen Austausch und ermöglicht auch in Zukunft biomedizinische Forschung auf höchstem Niveau. Zusammen mit dem Biozentrum und dem Department of Biosystems Sciences and Engineering (D-BSSE) der ETH Zürich bildet der Neubau DBM den Kern des neuen Life Science Campus Schällemätteli, der direkt neben dem USB entstehen wird. Die erleichterte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und die direkte Anbindung ans USB schaffen optimale Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Biomedizin von morgen.

Die wissenschaftliche Exzellenz, gemessen an Publikationen, eingeworbenen Drittmitteln und internationaler Ausstrahlung, stellt ein wichtiges Leitmotiv des DBM dar. Eine hohe Priorität haben dabei die Berufungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Lage sind, das DBM international sichtbar aufzustellen und kompetitiv Drittmittel einzuwerben. Eine durch Stiftergelder finanzierte Professur «Zelluläre Immuntherapie» konnte ausgeschrieben werden und wird im 2020 besetzt werden. 

Ein unabhängiges Scientific Advisory Board (SAB) von neun international führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beurteilt jährlich die Organisation des DBM und die Leistungen einzelner Forschungsgruppen. Im Rahmen des SAB-Besuchs findet jeweils auch der DBM Research Day statt, an dessen Symposium sich die Forschenden aller fünf DBM-Häuser beteiligen und austauschen. Der Research Day wie auch das DBM Summer Symposium zeigen auch die enge Verbindung zwischen Grundlagen und angewandter Forschung auf und fördern neue Kollaborationen innerhalb des Departements.

Brücke zwischen Grundlagenforschung, Klinischer Forschung und Industrie

Die meisten Forschungsprojekte am DBM haben einen direkten Krankheitsbezug zum Menschen und führten in mehreren Fällen zu einer verbesserten Diagnostik oder zu neuen Therapieansätzen. Solche komplexen Forschungsprojekte erfordern zunehmend eine Vernetzung über die Grenzen des DBM hinaus. Diese erfolgen einerseits mit den Departementen Klinische Forschung (DKF) und Biomedical Engineering (DBE) in Basel, anderseits mit nationalen und internationalen Institutionen und durch erfolgreiche Beteiligungen an Netzwerkprojekten des SNF (Sinergia und nationale Schwerpunktprogramme), des Swiss Personalized Health Network (SPHN), des KTI/Innosuisse und der EU (European Research Council, ERC und Horizon 2020).

Das DBM verdankt seinen Erfolg insbesondere den rund 800 Mitarbeitenden, von denen 546 am DBM und teilweise am Unispital Basel tätig sind und trägt damit wesentlich zur Attraktivität des Life Sciences Standorts Basel bei.

Ausgewählte Publikationen

  • Paczulla AM, Rothfelder K, Raffel S, Konantz M, Steinbacher J, Wang H, et al. Absence of NKG2D ligands defines leukaemia stem cells and mediates their immune evasion. Nature. 2019;572(7768):254-259.
  • Obradović MMS, Hamelin B, Manevski N, Couto JP, Sethi A, Coissieux MM, et al. Glucocorticoids promote breast cancer metastasis. Nature. 2019;567(7749):540-544.
  • Gkountela S, Castro-Giner F, Szczerba BM, Vetter M, Landin J, Scherrer R, et al. Circulating Tumor Cell Clustering Shapes DNA Methylation to Enable Metastasis Seeding. Cell. 2019;176(1-2):98-112.e14.
  • Burgener AV, Bantug GR, Meyer BJ, Higgins R, Ghosh A, Bignucolo O, et al. SDHA gain-of-function engages inflammatory mitochondrial retrograde signaling via KEAP1-Nrf. Nat Immunology. 2019;20(10):1311-1321.
  • Ishay-Ronen D, Diepenbruck M, Kalathur RKR, Sugiyama N, Tiede S, Ivanek R, et al. Gain Fat-Lose Metastasis: Converting Invasive Breast Cancer Cells into Adipocytes Inhibits Cancer Metastasis. Cancer Cell. 2019;35(1):17-32.e6.