Infektiologie & Spitalhygiene
Prof. Manuel Battegay


Kennzahlen

2019 2018
Ambulante Patienten (Kontakte) 22'365 17'364
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 877'000 895'000
Allgemeine Infektiologie (Konsilien) 5'017 4'613
Ambulante Patienten HIV-Sprechstunde 650 652
Beurteilung der medizinischen Qualität als «überragend & sehr gut» (ambulante Patienten) 95.1% 85.5%
Gesamt Isolationstage 8'858 8'171
OPAT (Outpatient Parenteral Antimicrobial Therapy) 226 246

OPAT (Outpatient Parenteral Antimicrobial Therapy)

2019
226
2018
246

Allgemeine Infektiologie (Konsilien)

2019
5'017
2018
4'613

Die Klinik Infektiologie & Spitalhygiene betreut Patientinnen und Patienten mit meist schweren, mitunter lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Wir engagieren uns in der Lehre in verschiedenen Jahreskursen des Medizinstudiums und in der Weiterbildung für Postgraduates und forschen über relevante infektiologische, spitalhygienische und mikrobiologische Themen.

Das Jahr 2019 war intensiv und Highlights prägten das Jahr. Auch 2019 haben wir mehr Patientinnen und Patienten im stationären und ambulanten Bereich betreut. Die stationäre Patientenbetreuung stieg zum ersten Mal auf über 5'000 Konsilien an. Wir nehmen an hochspezialisierten Sprechstunden/Kolloquien teil, zum Beispiel im Rahmen der Betreuung von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation, mit schweren Lungeninfektionen, muskulo-skelettalen Infektionen oder betreuen Patientinnen und Patienten mit, die stammzelltransplantiert werden und Infektionen erleiden. Hinzu kommen infektiologische und spitalhygienische Visiten und Tätigkeiten in Spitälern der Umgebung.

Die Abteilung für Spitalhygiene war 2019 speziell gefordert. So konnte eine Bakterien-Art, Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE), die, ursprünglich aus Australien via Inselspital Bern, nun in mehreren Schweizer Spitälern Probleme bereitet, hier am Universitätsspital Basel kontrolliert und weitere Übertragungen abgewendet werden. Erfreulich ist, dass trotz zunehmendem Druck von aussen, im Hinblick auf multiresistente Erreger, die Resistenzraten sehr niedrig gehalten werden konnten.  Zum Beispiel trug sich im Jahr 2019 nicht eine einzige nosokomiale Infektion mit Methicilin-resistenten Staphylokokkus aureus-Bakterien zu. Auch andere Übertragungen kamen sehr selten vor.

Erfreulich ist die Forschungsleistung mit Publikationen über klinische Themen und translationelle Forschung in führenden infektiologischen Journalen und auch Journalen anderer Richtungen.

Weiterentwickelt wurde das infektiologische Weissbuch, wie auch der Hygieneordner. Das Weissbuch wird mit dem renommierten amerikanischen Herausgeber für infektiologische Richtlinien, Jeb Sanford, herausgegeben.

Speziell erwähnen möchten wir, dass das Universitätsspital Basel die Zusammenarbeit mit dem Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) ausgezeichnet unterstützt und eine institutionelle Zusammenarbeit mit verschiedenen klinischen Gruppen in Tansania, in Ifakara oder in Tabora, begonnen hat. Viele Mitarbeitende unserer Klinik arbeiten im Rahmen nationaler, wie internationaler Gremien, und auch an Richtlinien mit. Diese Engagements erfolgen ehrenamtlich (u.a. European Society of Clinical Microbiology, European Aids Clinical Society, Solidarmed, World Health Association, Swiss Society for Infectious Diseases, Western-Eastern European Partnership Initiative on HIV, Viral Hepatitis and TB). 

Wir möchten an dieser Stelle dem Team der Klinik für Infektiologie & Spitalhygiene, unabhängig der Berufsgruppe, allen Kolleginnen und Kollegen, sei es hier am Unispital Basel, in Praxen oder Spitälern, mit denen wir so gut zusammenarbeiten sowie Patientinnen und Patienten, die uns ihr Vertrauen schenken, herzlich danken. Speziell danken möchte ich dem Kader – dem Leitungsteam, allen Leitenden, Kader- sowie Oberärzten. Alle Mitarbeitenden tragen die Klinik mit. Ohne Zusammenarbeit auch über alle Berufsgruppen hinweg, wäre es undenkbar, die erforderlichen, aber auch kompetitiven Leistungen in der Betreuung von Patientinnen und Patienten, der Forschung und Lehre zu erbringen. Wir danken allen Institutionen, die uns auch im Jahr 2019 unterstützt haben, namentlich Schweizerischer Nationalfonds, Universität Basel, Stiftungen, nationale und internationale Weiterbildungs- und Forschungsinstitutionen, pharmaunterstütze Forschungsprojekte und Drittmittel via unrestricted educational Grants. Wie wichtig diese Zuwendungen sind, wird durch die hohe Anzahl an drittmittelfinanzierten oder in anderen Kliniken arbeitenden Mitarbeitende gut ersichtlich.
Einen ausführlichen Jahresbericht finden Sie auch auf unserer Klinikwebpage des Universitätsspitals Basel.

Highlights 2019

Beförderungen

  • Prof. Dr. Adrian Egli und Prof. Dr. Maja Weisser, Ernennungen zum Titularprofessor und zur Titularprofessorin.
  • An erster Stelle ist das zugesprochene NCCR (National Center of Competence in Research) «AntiResist» zu nennen mit der Universität Basel als Lead-Haus unter der Führung von Prof. Christoph Dehio (Biozentrum). In diesem NCCR wirken insgesamt 24 Forschungsgruppen mit, wobei den Kern des NCCRs 14 Forschungsgruppen in Basel bilden, die an den Departementen Biozentrum und Biomedizin sowie dem Universitätsspital Basel (4 Forschungsgruppen) und dem Departement für Biosysteme (D-BSSE) der ETH Zürich arbeiten. Frau Prof. Nina Khanna und Prof. Adrian Egli wirken im Executive Board mit. AntiResist hat zum Ziel, neue Ansätze zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien zu entwickeln.
  • 2019 konnte das Zentrum für muskulo-skelettale Infektionen mit der Klinik Orthopädie, Spinalchirurgie, plastische Chirurgie und weiteren Kliniken gegründet werden. Dieses Zentrum wird durch PD Dr. Martin Claus sowie Prof. Dr. Parham Sendi geleitet.
  • Zum dritten Mal in Folge wurde der Themenblock Blut/Infektionen/Abwehr, welchen wir mit den Kollegen der Hämatologie durchführen, zum besten Themenblock des Jahres (4. Jahreskurs) gewählt.
  • Ein spezielles Highlight war die Verleihung des Wissenschaftspreises 2019 der Stadt Basel an Frau Prof. Nina Khanna Gremmelmeier für ihre hervorragenden Arbeiten über neue Ansätze der Antibiotikaentwicklung.
  • 2019 fand auch das erste Schweizerische Symposium über ambulante intravenöse Antibiotikatherapien, «First Swiss OPAT-Symposium», statt.
  • Ein besonderes Highlight war die Durchführung des 17. Europäischen AIDS-Kongresses im November 2019. Es nahmen 3'200 Teilnehmer aus genau 100 Ländern aller Kontinente an einem sehr regen Kongress, der unter anderem die problematische Lage in Bezug auf HIV und Tuberkulose in Osteuropa zum Inhalt hatte, teil. Im Rahmen dieses Kongresses wurde auch die Western-Eastern European Partnership Initiative (WEEPI) gegründet. Das Ziel dieser Stiftung mit Sitz in Basel ist es, durch Kollaboration und Forschungsprojekte die Behandlungsqualität für HIV, für virale Hepatitiden sowie Tuberkulose in Osteuropa zu verbessern.

Fakultäre und Klinikbeförderungen

  • Prof. Adrian Egli, Titularprofessur
  • Prof. Maja Weisser, Titularprofessur
  • Dr. Lukas Bock, Erteilung der Doktorwürde
  • Dr. Sabine Kuster, Erteilung der Doktorwürde
  • Dr. Mohammedyaseen Syedbasha, Erteilung der Doktorwürde
  • Dr. Sylvain Meylan, Beförderung zum Stv. Oberarzt, dann zum Oberarzt
  • Dr. Elisabeth Wehrle-Wieland, Beförderung zur Oberärztin
  • Dr. Andrea Büchler, Beförderung zur Stv. Oberärztin, dann zur Oberärztin

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Publikationen

  • Über 130 Forschungsarbeiten, Reviews oder Letters wurden in angesehenen, internationalen peer-reviewed Journalen wie Clinical Infectious Diseases, Journal of Antimicrobial Therapy, AIDS, Journal of Infectious Diseases, Immunity, Antimicrobial Agents and Chemotherapy, Open Forum Infectious Diseases, etc. publiziert. Darunter auch etliche Publikationen im Rahmen grösserer Kohortenstudien.
  • Die detaillierte Publikationsliste mit bibliographischen Angaben zu den Artikeln mit Klinikbeteiligung finden Sie hier.

Ausgewählte Publikationen

  • Amstutz A, Brown JA, Ringera I, et al. Engagement in care, viral suppression, drug resistance and reasons for non-engagement after home-based same-day ART initiation in Lesotho: a two-year follow-up of the CASCADE trial [published online ahead of print, 2019 Nov 29]. Clin Infect Dis. 2019;ciz1126. doi:10.1093/cid/ciz1126.
  • Kuehl R, Tschudin-Sutter S, Morgenstern M, et al. Time-dependent differences in management and microbiology of orthopaedic internal fixation-associated infections: an observational prospective study with 229 patients. Clin Microbiol Infect. 2019;25(1):76–81. doi:10.1016/j.cmi.2018.03.040.
  • Kuehl R, Tschudin-Sutter S, Siegemund M, et al. High Mortality of Non-Fournier Necrotizing Fasciitis With Enterobacteriales: Time to Rethink Classification?. Clin Infect Dis. 2019;69(1):147–150. doi:10.1093/cid/ciy1011.
  • Schlaeppi C, Vanobberghen F, Sikalengo G, et al. Prevalence and management of drug-drug interactions with antiretroviral treatment in 2069 people living with HIV in rural Tanzania: a prospective cohort study. HIV Med. 2020;21(1):53–63. doi:10.1111/hiv.12801.
  • Stader F, Kinvig H, Penny MA, Battegay M, Siccardi M, Marzolini C. Physiologically Based Pharmacokinetic Modelling to Identify Pharmacokinetic Parameters Driving Drug Exposure Changes in the Elderly [published online ahead of print, 2019 Oct 4]. Clin Pharmacokinet. 2019;10.1007/s40262-019-00822-9. doi:10.1007/s40262-019-00822-9.