Klinik für Innere Medizin
Prof. Stefano Bassetti


Kennzahlen

2019 2018
Stationäre Fälle 6'732 6'552
Case Mix Index 1.727 1.585
Beurteilung der medizinischen Qualität als «ausgezeichnet & gut» (stationäre Patienten) 95.2% 96.1%
Mittlere Verweildauer (Tage) 10.02 9.57
Rehospitalisationsqoute 3.04 3.40

Case Mix Index (CMI)

2019
1.727
2018
1.585

Highlights 2019

Klinik

  • Zum wiederholten Male gelang es der Klinik für Innere Medizin die stationären Fallzahlen zu steigern. Bei gleichbleibender Anzahl an Betten bedeutete dies ein Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr. Die Fallzahlsteigerung ging einher mit einer Steigerung des Case Mix Index auf 1.727 – ein Plus von 9% im Vorjahresvergleich. Diese Entwicklung dokumentiert deutlich die zunehmende Komplexität der stationären Fälle, was unter anderem auch zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Verweildauer von 10.02 Tagen in 2019 führte. Anzumerken ist jedoch hierbei, dass die Mittlere Verweildauer der internistischen Patienten, die 2019 nach Hause entlassen werden konnten, bei 5.4 Tagen lag. Damit liegt die Klinik für Innere Medizin schweizweit circa auf der mittleren Katalog-Verweildauer und nimmt Platz zwei unter den Unispitälern ein. Dem Gegenüber steht die hohe Verweildauer der Patienten, die in eine Folge-Einrichtung verlegt wurden. Im Speziellen lagen Patienten, die in Rehabilitationseinrichtungen verlegt wurden, fast sieben Tage über der durchschnittlichen Verweildauer. Dies spiegelt auch ein strukturelles Problem im regionalen Gesundheitswesen wieder. Erfreulicherweise konnte trotz zunehmender Komplexität und Fallzahlsteigerung die Rehospitalisationsrate mit 3.04% unter das Vorjahresniveau gesenkt werden (Die Rehospitalisationsrate dient als Qualitätsindikator und lag in der aktuellsten Auswertung von 2017 bei allen Schweizer Universitätsspitäler durchschnittlich bei 5.36%). Auch die Beurteilung der medizinischen Qualität durch unsere Patienten lag 2019 wieder über 95% und unterstreicht die erfolgreichen Bemühungen der Klinik für Innere Medizin Ihren Patientinnen und Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen. 

    Auf unserer Station Medizin 5.1 wurden im Sommer 2019 Schwerpunkt-Betten für eine interdisziplinäre Behandlung der Patienten mit Anorexia nervosa und einem akut-somatischen Problem definiert. Das entsprechende Behandlungs-Konzept wurde durch den Kanton Basel-Stadt gefördert und von der Klinik für Psychosomatik erarbeitet. Aufgrund dieser gemeinsamen Zusammenarbeit können betroffene Patienten am Unispital Basel stationär besser behandelt und stabilisiert werden. Die Behandlung erfordert eine intensive interdisziplinäre und interprofessionelle Betreuung durch qualifiziertes Personal (Ärzte, Psychologen, spezialisierte Pflegefachkräfte inklusive einer Advanced Practice Nurse). Hierfür wurden Fortbildungen und Konzepte für die Behandlung und Betreuung dieser Patienten gemeinsam mit dem Team der Inneren Medizin erarbeitet und umgesetzt.

    Auf unserer Station Medizin 6.2 konnte ein Mobilitätsplan erfolgreich als Pilot eingeführt und vom Pflege-Team getestet werden. Diese Intervention soll die Mobilisation der Patienten fördern. Dafür werden Mobilitätsziele und Massnahmen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten täglich besprochen und festgelegt.

    Wie in den vorangegangen Jahren wurde ebenfalls auf Station Medizin 6.2 die Kohortenstation während der Influenzasaison am Unispital Basel mit insgesamt 1640 Isolationstagen betrieben. 

    Nach erfolgreicher Pilotphase 2018 nutzt die Innere Medizin nun vollumfänglich die elektronische Patientendokumentation (MEONA). Durch die hiermit erfolgte Umstellung auf einen elektronischen Berichtsworkflow, konnte die Brieflaufzeit signifikant reduziert werden.

Personal

  • Verleihung einer Titularprofessur an der Medizinischen Fakultät durch die Universität Basel an Prof. Jens Eckstein, Leitender Arzt der Klinik für Innere Medizin und Chief Medical Information Officer USB.
  • Verleihung einer Titularprofessur an der Medizinischen Fakultät durch die Universität Basel an Prof. Michael Medinger, Kaderarzt der Klinik für Innere Medizin.
  • Habilitation von Frau PD Dr. Eliska Potlukova, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin.
  • Neu gewählt zum Präsident der «Association of the Swiss SLE Cohort Study»: Prof. Marten Trendelenburg, Stv. Chefarzt der Klinik für Innere Medizin.
  • Das Leitungsteam der Klinik konnte im Sommer vervollständigt werden: Im Juni nahm Herr Thorsten Sleifir seine Tätigkeit als Klinikmanager auf und im Juli Frau Elisabeth Stalder als Assistentin des Chefarztes.

Forschung

  • Die Abteilung Innere Medizin konnte im vergangenen Jahr erfolgreich zahlreiche klinische Studien durchführen, viele davon in interdisziplinären Kooperationen, zum Beispiel mit den Kliniken für Kardiologie, Infektiologie und Psychosomatik/ Medizinische Kommunikation. Die Forschungsthemen waren entsprechend breit und reichten von der Evaluation von Smart Devices oder vielversprechenden Biomarkern über die Messung von Antibiotikakonzentrationen bei schwer kranken Patienten bis zu einer interventionellen Studie mit einem Hemmer des Komplementsystems zur Prophylaxe eines Kontrastmittel-assoziierten Nierenschadens. Aufgrund des Erfolgs der letztgenannten Studie plant die Gruppe von PD Dr. Michael Osthoff für 2020 eine gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie entworfene multizentrische Studie, in der der Effekt dieses Medikaments bei über 200 Herzinfarktpatienten evaluiert werden soll. Darüber hinaus wurden zahlreiche Masterarbeiten und Dissertationen begleitet und eine wachsende Zahl von Fallberichten an internistischen Kongressen durch AssistenzärztInnen vorgestellt und in peer-reviewed Zeitschriften erfolgreich publiziert. Um die Vernetzung und den Austausch innerhalb der Klinik zu fördern und junge Kolleginnen und Kollegen für die Forschung in der Inneren Medizin zu gewinnen, wurde Ende des Jahres ein monatlich stattfindendes Forschungsmeeting initiiert.

Weiterbildung

  • Dank dem Einsatz von PD Dr. Tobias Breidthardt konnte ab August 2019 eine neue dauerhafte AA-Rotationsstelle an der Klinik für Nephrologie des Hammersmith Hospital in London eingerichtet werden. Das Hammersmith Hospital erzielt englandweit Bestnoten in den Bereichen «clinical performance», Versorgungsqualität und Patientensicherheit. Diese neue Rotationsmöglichkeit ergänzt die bereits bestehenden, sehr erfolgreichen internationalen Rotationsstellen in Brighton, UK (Intensivmedizin) und in Bad Krozingen, D (Kardiologie).

Ausgewählte Publikationen

  • Csorba K, Schirmbeck LA, Tuncer E, Ribi C, Roux-Lombard P, Chizzolini C, Huynh-Do U, Vanhecke D, Trendelenburg M. Anti-C1q antibodies as occurring in systemic lupus erythematosus could be induced by an Epstein-Barr virus-derived antigenic site. Front Immunol 2019; 10: 2619. doi: 10.3389/fimmu.2019.02619.
  • Panagiotou A, Trendelenburg M, Heijnen AFM, Moser S, Bonati LH, Breidthardt T, Fahrni G, Kaiser C, Jeger R, Osthoff M. A Randomized Trial of Recombinant Human C1-Esterase-Inhibitor in the Prevention of Contrast-Induced Kidney Injury. JACC Cardiovasc Interv. In press.
  • Breidthardt T, Brunner-Schaub N, Balmelli C, Insenser JJS, Burri-Winkler K, Geigy N, Mundorff L, Exadaktylos A, Scholz J, Haaf P, Hamel C, Frey D, Delport K, Peacock WF, Freese M, DiSomma S, Todd J, Rentsch K, Bingisser R, Mueller C; BASEL VII Investigators, Walter J, Twerenbold R, Nestelberger T, Boeddinghaus J, Badertscher P, du Fay de Lavallaz J, Puelacher C, Wildi K. Inflammatory Biomarkers and Clinical Judgment in the Emergency Diagnosis of Urgent Abdominal Pain. Clin Chem. 2019 Feb;65(2):302-312. doi: 10.1373/clinchem.2018.296491.
  • Gürtler N, Osthoff M, Rueter F, Wüthrich D, Zimmerli L, Egli A, Bassetti S. Prosthetic valve endocarditis caused by Pseudomonas aeruginosa with variable antibacterial resistance profiles: a diagnostic challenge. BMC Infect Dis. 2019 Jun 17;19(1):530. doi: 10.1186/s12879-019-4164-3.
  • Jaiteh Ch, Steinauer R, Frei IA. Individuals With Opioid Dependence Using Polysubstances. Journal of Addictions Nursing. 2019; Number 3, 177-184. DOI: 10.1097/JAN.0000000000000294.