Medizinisches Zentrum: Herzzentrum
Prof. Stefan Osswald, Prof. Friedrich Eckstein


Kennzahlen Kardiologie

2019 2018
Stationäre Patienten 2'264 2'118
Ambulante Patienten (Kontakte) 33'121 30'730
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 5'467'000 5'105'000
Ärztliche Mitarbeitende (FTE per 31.12.) 39.50 32.90
PTCA 1'224 1'208
TAVI 165 118
Schrittmacherimplantationen 342 308
ICD-Implantationen 104 96
Ablationen 788 681
CRT 82 48
Echokardiographien, transthorakal 13'556 10'383
Echokardiographien, transoesophageal 1'328 1'191
Stressechokardiographien 394 283
MPS/Herz PET/CMR/CCT 3'856 3'590

Stationäre Patienten

2019
2'264
2018
2'118

Kennzahlen Herzchirurgie

2019 2018
Stationäre Fälle 658 674
Stationäre Operationen 914 813
Ambulante Patienten (Kontakte) 1'827 1'912
Tarmedpunkte (teilstationär & ambulant) 328'000 378'000
Minimalinvasive Mitralchirurgie 53 62
Rekonstruktionsrate Mitralklappe 99% 96%
Aortenklappenersatz Bio 151 131
Chirurgie der thorakalen Aorta 96 99
Trikuspidal-/Pulmonalklappenchirurgie 15 21
Kombinationseingriffe mit HLM 192 195
LVAD-Implantationen 6 4

Stationäre Fälle

2019
658
2018
674

Highlights 2019 / Ausblick 2020

Moderne Echokardiographie – der bildgebende Kardiologe als Teil des Teams zur Behandlung struktureller Herzerkrankungen
Als der Kardiologe Harvey Feigenbaum 1963 ein – aus heutiger Sicht – vorsintflutliches Ultraschallgerät benutzte und zeigte, dass damit bei Patientinnen und Patienten einfach und nicht-invasiv ein Perikarderguss (Flüssigkeit im Herzbeutel) nachgewiesen werden konnte, wurde er ausgelacht und angefeindet. 60 Jahre später ist eine moderne Kardiologie ohne Herzultraschall absolut undenkbar. Beeindruckende Fortschritte sowohl der Ultraschalltechnologie als auch der Rechnerleistung zur Bildverarbeitung haben aus einer Technik, welche Bewegungen und Strukturen des Herzens anhand einer einzelnen, über die Zeit abgeleiteten Ultraschalllinie darstellte, ein Verfahren gemacht, mit dem das Herz in Echtzeit und mit hoher Bildqualität dargestellt werden kann. Die Struktur und Funktion des Herzmuskels kann mit hoher Detailgenauigkeit abgebildet und quantifiziert und Undichtigkeiten und Verengungen von Herzklappen können ausgemessen werden. Zusätzlich hat die stetig sich verbessernde Bildqualität und insbesondere auch die Möglichkeit, das Herz mit Ultraschall 3-dimensional darzustellen auch dazu geführt, dass die genauen strukturellen Ursachen eines Herzklappenfehlers erfasst werden können. Zuallererst fordert diese Möglichkeit den bildgebenden Kardiologen heraus – was dargestellt werden kann muss schliesslich auch verstanden werden. Dieses bessere Verständnis führt jedoch auch dazu, dass bereits vor einer allfälligen Intervention in der interdisziplinären Besprechung zusammen mit interventionellen Kardiologen, Herzchirurgen und Herzanästhesisten die Komplexität eines bevorstehenden Eingriffes besser erfasst werden kann.

Parallel zur Entwicklung der Bildgebung hat sich auch das Armamentarium zur Behandlung von Klappenfehlern entwickelt. Während früher «lediglich» entschieden werden musste, ob eine Klappe vom Herzchirurgen ersetzt wird oder nicht, können heute Herzklappen über verschiedene operative Zugänge vom Herzchirurgen rekonstruiert oder ersetzt, oder vom interventionellen Kardiologen minimalinvasiv behandelt oder rekonstruiert werden werden. Um hier für jeden Patienten anlässlich einer interdisziplinären Besprechung individuell die beste aus einer Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten auszuwählen ist die Ultraschalldiagnostik ein unverzichtbarer Baustein geworden. Jedoch beschränkt sich die Rolle der Ultraschalldiagnostik nicht nur auf die Diagnose von Klappenfehlern und die Wahl der besten Therapie. Vielmehr ist die Ultraschalldiagnostik längst auch im Operationssaal und im Herzkatheterlabor angekommen. Herzanästhesisten überwachen die kardiale Funktion während chirurgischen Eingriffen und überprüfen unmittelbar das Resultat. Im Herzkatheterlabor sind eine Vielzahl von Eingriffen ohne die Darstellung des Klappengewebes in Echtzeit undenkbar. Während Interventionen an der Mitralklappe werden Katheter im Herzen mittels Ultraschall gesteuert. Kleine, über einen Katheter ins Herz vorgebrachte Klammern, sogenannte Mitraclips, werden unter Ultraschallbildgebung so an beiden Segeln der Mitralklappe platziert und geschlossen, dass Undichtigkeiten reduziert werden. Ebenfalls über Katheter werden ringförmige Bänder, das sogenannte Cardioband, am Klappenring mittels kleiner Schrauben fixiert, was die Verkleinerung des Mitralklappenringes und damit eine Reduktion der Klappenundichtigkeit erlaubt.


1963 arbeitete Harvey Feigenbaum mit dem Herzchirurgen John Waldhausen zusammen, um im Tiermodell zu beweisen, dass die damals unbekannte Ultraschalldiagnostik tatsächlich Flüssigkeit im Herzbeutel nachweisen konnte. Heute arbeiten bildgebende Kardiologen mit Herzchirurgen, interventionellen Kardiologen und Herzanästhesisten zusammen um Patienten mit Klappenerkrankungen die bestmögliche Behandlung zu bieten. Fundamental ist hier nicht nur die perfekte Bildgebung und das Verständnis für Klappenerkrankung und deren Behandlung, sondern auch das Etablieren einer gemeinsamen Sprache; der interventionelle Kardiologe muss lernen wie der bildgebende Kardiologe die Lage eines Katheters im Herzen, welche er mittels 3D-Ultraschall darstellt, beschreibt, während der bildgebende Kardiologe verstehen muss, wie der interventionelle Kardiologe beschreibt wie er den Katheter manövriert. So haben bildgebende und interventionelle Kardiologen, Herzchirurgen und Herzanästhesisten über die letzten Jahre gelernt, im Herzteam zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren, um so die bestmöglichen Resultate für unsere Patientinnen und Patienten zu erzielen.

Ausgewählte Publikationen

  • Jeger RV, Pfisterer M, Vogt DR, Galatius S, Abildgaard U, Naber C, Alber H, Eberli F, Kurz DJ, Pedrazzini G, Vuilliomenet A, Weilenmann D, Rickli H, Hansen KW, Rickenbacher P, Conen D, Müller C, Osswald S, Gilgen N, Kaiser C. Competing risks of major bleeding and thrombotic events with prasugrel-based dual antiplatelet therapy after stent implantation - An observational analysis from BASKET-PROVE II. PLoS One. 2019 Jan 15;14(1):e0210821.
  • Conen D, Rodondi N, Müller A, Beer JH, Ammann P, Moschovitis G, Auricchio A, Hayoz D, Kobza R, Shah D, Novak J, Schläpfer J, Di Valentino M, Aeschbacher S, Blum S, Meyre P, Sticherling C, Bonati LH, Ehret G, Moutzouri E, Fischer U, Monsch AU, Stippich C, Wuerfel J, Sinnecker T, Coslovsky M, Schwenkglenks M, Kühne M, Osswald S; Swiss-AF Study Investigators. Relationships of Overt and Silent Brain Lesions With Cognitive Function in Patients With Atrial Fibrillation. J Am Coll Cardiol. 2019 Mar 12;73(9):989-999.
  • Neumann JT, Twerenbold R, Ojeda F, Sörensen NA, Chapman AR, Shah ASV, Anand A, Boeddinghaus J, Nestelberger T, Badertscher P, Mokhtari A, Pickering JW, Troughton RW, Greenslade J, Parsonage W, Mueller-Hennessen M, Gori T, Jernberg T, Morris N, Liebetrau C, Hamm C, Katus HA, Münzel T, Landmesser U, Salomaa V, Iacoviello L, Ferrario MM, Giampaoli S, Kee F, Thorand B, Peters A, Borchini R, Jørgensen T, Söderberg S, Sans S, Tunstall-Pedoe H, Kuulasmaa K, Renné T, Lackner KJ, Worster A, Body R, Ekelund U, Kavsak PA, Keller T, Lindahl B, Wild P, Giannitsis E, Than M, Cullen LA, Mills NL, Mueller C, Zeller T, Westermann D, Blankenberg S. Application of High-Sensitivity Troponin in Suspected Myocardial Infarction. N Engl J Med. 2019 Jun 27;380(26):2529-2540.
  • Kozhuharov N, Goudev A, Flores D, Maeder MT, Walter J, Shrestha S, Gualandro DM, de Oliveira Junior MT, Sabti Z, Müller B, Noveanu M, Socrates T, Ziller R, Bayés-Genís A, Sionis A, Simon P, Michou E, Gujer S, Gori T, Wenzel P, Pfister O, Conen D, Kapos I, Kobza R, Rickli H, Breidthardt T, Münzel T, Erne P, Mueller C; GALACTIC Investigators. Effect of a Strategy of Comprehensive Vasodilation vs Usual Care on Mortality and Heart Failure Rehospitalization Among Patients With Acute Heart Failure: The GALACTIC Randomized Clinical Trial. JAMA. 2019 Dec 17;322(23):2292-2302.
  • Nestelberger T, Boeddinghaus J, Wussler D, Twerenbold R, Badertscher P, Wildi K, Miró Ò, López B, Martin-Sanchez FJ, Muzyk P, Koechlin L, Baumgartner B, Meier M, Troester V, Rubini Giménez M, Puelacher C, du Fay de Lavallaz J, Walter J, Kozhuharov N, Zimmermann T, Gualandro DM, Michou E, Potlukova E, Geigy N, Keller DI, Reichlin T, Mueller C; APACE Investigators. Predicting Major Adverse Events in Patients With Acute Myocardial Infarction. J Am Coll Cardiol. 2019 Aug 20;74(7):842-854.