Patientensicherheit
PD Dr. René Schwendimann


Die Abteilung Patientensicherheit ist der Förderung der spitalweiten Sicherheitskultur verpflichtet. Dazu gehören die Implementierung, Evaluation und dauerhafte Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen und Projekte zur Patientensicherheit.

Highlights 2019

  • CIRS@USB:  Erstellung des spitalweiten Alerts «Patientenbett mit Verlängerung- Wenn das Bett nicht in den Bettenlift passt» mit Entwicklung von Signaletik Klebern für die Auslösehebel sowie einer Empfehlung zur Nachrüstung der Image drei Universalbetten. Im Rahmen der Einführung neuer Mitarbeitenden wurden Pflegefachpersonen (n=100), Ärztinnen und Ärzte (n=435) über CIRS@USB orientiert. Neben den regulären CIRS-Einführungen, wurden die Erfahrungen aus dem Universitätsspital Basel anlässlich des zehnjährigen Bestehens des österreichischen CIRSmedical in Wien präsentiert. Weiter wurden neue CIRS features wie z.B. eine zentrale Dokumentenablage, die Datei-Upload Funktion für die Melder oder auch die Ergänzung des Eingabeformulars um die Frage «Was lief trotz dieses Ereignisses gut (und weshalb)?», erweitert.
  • DrugSafety@USB: Festlegung der USB Liste mit Hochrisikomedikamenten inklusive Überprüfung der Hintergrundinformationen in Zusammenarbeit mit dem USB Digital Safety Board und der Firma Meona. Weiterführung der Projekte «Zentrale Arzneimitteldatenbank» (ZAMD), Koordination «CATO-Therapiesicherheit» im stationären Bereich» und «eSupport for Drugsafety». Letzteres stellt im Wesentlichen ein Frühwarn- und Monitoringsystem dar für unerwünschte (meldepflichtige) Arzneimittelwirkungen und -ereignisse sowie medikationsbezogene Probleme, die sich in den elektronischen Patientenkurven identifizieren lassen. Bildung einer interdisziplinären, interprofessionellen Opioid Arbeitsgruppe mit dem Ziel der nutzerorientierten Vereinfachung und Handhabung der Verordnung von Opioiden in Meona (Template, Schnellbutton, Tooltips), gemäss dem Konzept Schmerzmanagement USB und den medStandards, sowie der Verabreichung von Opioiden (Erstellung, Anpassung, Aktualisierung und Integration von Umrechnungstabellen) zu realisieren. Spitalweite Kommunikation der für das USB-relevante Swissmedic Arzneimittelsicherheitsmitteilungen («Direct Healthcare Professional Communication»).
  • Sicherheitsrundgänge: Follow-up Evaluation zu den Sicherheitsrundgängen in den acht Abteilungen der Bereiche Chirurgie, Medizin, Medizinischer Querschnitt und Spezialkliniken. Das Sicherheitsklima, die Teamzusammenarbeit sowie die Einschätzung der Patientensicherheit vor Ort zeigten mehrheitlich positive Ausprägungen, wobei sich hier einzelne Abteilungen stärker mit ihrer gelebten und von den Teams erfahrenen Sicherheitskultur auseinandersetzen müssen. Der Handlungsbedarf vorab bei der Infektionsprophylaxe, der Patientenidentifikation, dem Medikationsprozess sowie der Kommunikation wurde im Berichtsjahr mittels Verbesserungsmassnahmen mehrheitlich angegangen.

  • Sichere Chirurgie: Gegen Ende des Berichtjahrs konnte die lang gesuchte ärztliche Vertretung seitens der Chirurgie für die Arbeitsgruppe zum Programm «Sichere operative Medizin» gefunden werden. Dazu erfolgten Abklärungen ob und wie die Vorstellungsrunde der Mitglieder eines OP-Teams beim Team Time Out (Checkliste) anstelle persönlicher, namentlicher Erwähnung mittels Bildschirm erfolgen kann.
  • Simulationsübung «Raum des Schreckens»: Der Raum des Schreckens wurde elfmal durchgeführt. Fünf Durchführungen im Rahmen des USB Fort- und Weiterbildungsangebots, eine für Pflegefachpersonen in Ausbildung, eine weitere für Fachpersonen der chirurgischen Tagesklinik sowie eine weitere für Ärzte der Thorax Chirurgie. Weiter beteiligte sich das Universitätsspital Basel an der Aktionswoche der Stiftung Patientensicherheit Schweiz mit sechs interdisziplinären und interprofessionellen Durchführungen auf den Bettenstationen. 2019 nahmen insgesamt 93 Personen an den Simulationsübungen teil.
  • Weitere Aktivitäten: Organisation, Durchführung und Datenanalyse der jährlichen nationalen ANQ Prävalenzmessung (Sturz und Dekubitus) am 13. November 2019 sowie sechs Fortbildungsveranstaltungen für neue Mitarbeitende der Pflege/Hebammen zu Patientensicherheit und CIRS, hinzu kamen individuelle Beratungen im Kontext Patientensicherheit und weitere Vortragstätigkeit zum Themenkreis CIRS und Patientensicherheit auf Einladung. Dozententätigkeit zu Patientensicherheit und Qualität im Masterstudiengang Pflegewissenschaft an der Universität Basel. Im Herbst wurde die lokale Datensammlung (Befragung der Mitarbeitenden im OP-Bereich) zur Watussi Studie logistisch unterstützt. Projektabschluss «SiTra» Nutzung des Patientenarmbands für sichere Transfusionen Von der Bestellung bis zur Verabreichung von Blutprodukten.

Ausblick 2020

  • Sicherheitsrundgänge – Neuer Zyklus wiederum in acht Abteilungen der vier klinischen USB Bereiche
  • DrugSafety@USB – Operative Nutzung der zentralen Arzneimitteldatenbank sowie Trigger Tool gestütztes Monitoring von unerwünschten Arzneimittelereignissen
  • Programm «Sichere operative Medizin» – Aufbau und Organisation
  • Simulationsübung «Raum des Schrecken» Integration ins reguläre Einführungsprogramm für neue Mitarbeitende (Pflege und Hebammen) sowie interprofessionelle Angebote für Abteilungen auf Anfrage
  • Wissenschaftliche Projekte: Early Warning Score, Evaluation des Sturzpräventionsprogramms, Beteiligung der Patienten in der Sturzprävention, Abklärung von «Sturzsensoren»

Ausgewählte Publikationen

  • Schwendimann R, Klimmeck-Bader S, Mohr G. Sicherheitsrundgänge - Abteilungsbesuche mit Fokus auf die Patientensicherheit. Pflege, Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe 2019; 32(5): 259-266. https://doi.org/10.1024/1012-5302/a000688uhfnqeör.
  • Mielke J, De Geest S, Beckmann S, Leppla L, Luta X, Guerbaai R, Hunziker S, Schwendimann R. German version of the High-Performance Work Systems questionnaire (HPWS-G) in the context of patient safety: A validation study in a Swiss university hospital. BMC Health Services Research 2019; 19:356, https://doi.org/10.1186/s12913-019-4189-8.
  • Schwendimann R. Fakler A, Bitzer EM. Inhaltsvalidierung einer kulturell adaptierten Checkliste zur Selbstbewertung für „Critical Incident Reporting System“ Meldekreise in einem Schweizer Universi-tätsspital Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (ZEFQ) 2019; 141-142: 11-17. https://doi.org/10.1016/j.zefq.2019.03.001.
  • Schwendimann R, Blatter C, Luethy M, Mohr G, Girard T, Batzer S, Davis E, Hoffmann H. Adherence to the WHO surgical safety checklist in a Swiss academic center. BMC Patient Safety in Sur-gery 2019; 13:14, doi.org/10.1186/s13037-019-0194-4.