Klinik für Innere Medizin
Prof. Stefano Bassetti, Anja Hermann, Thorsten Sleifir


Kennzahlen

2020 2019
Stationäre Fälle 6'996 6'731
Case Mix Index 1.69 1.73
Case Mix 11'480 11'253
Mittlere Verweildauer (Tage) 9.18 10.02
Rehospitalisationsqoute 2.77 3.04

Stationäre Fälle

2020
6'996
2019
6'731

Highlights 2020

Die COVID-19 Pandemie war auch für die Klinik für Innere Medizin die zentrale Herausforderung im Jahr 2020. Beginnend im Februar waren durchgehend COVID-19 Patientinnen und Patienten hospitalisiert, zeitweise bis zu 70 gleichzeitig auf bis zu 3 Kohorten-Stationen. Insgesamt wurden ca. 600 Patientinnen und Patienten mit COVID-19 stationär durch das Team der Klinik für Innere Medizin, die Pflegenden der Dermatologie sowie mit Unterstützung von Pflegenden aus den anderen Bereichen des USB behandelt. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der guten interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit war es möglich, sich dieser Herausforderung zu stellen und erfolgreich zu bewältigen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Herausragendes geleistet und sind als Team noch mehr zusammengewachsen. Unser Dank gilt daher besonders ihnen und ihrem Einsatz im zurückliegenden Jahr.

Klinik

  • Trotz allen Herausforderungen in diesem besonderen Jahr, konnte 2020 der positive Trend der letzten fünf Jahre fortgesetzt werden. Neben der erfolgreichen Organisation und Sicherstellung der täglichen Patientenversorgung während der Pandemiephase, konnte die Fallzahl in 2020 zum fünften Mal in Folge gesteigert werden. Mit knapp 7000 stationären Fällen in 2020 (2014: 5000 Fälle), konnte die Fallzahl im Vorjahresvergleich um drei Prozent gesteigert werden. Mit durchschnittlich 9.1 Tagen konnte auch die Verweildauer um fast einen Tag gegenüber dem Vorjahr reduziert werden, auch hier hält die positive Entwicklung der letzten fünf Jahre an (2014: 11.3 Tage). Neben dem stationären Fallwachstum konnte auch der Case Mix weiter erhöht werden, was auch an einem hohen Case Mix Index von 1.69 lag. Diese positive ökonomische Entwicklung geht einher mit einer unverändert hohen Patientenzufriedenheit in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus lag die Rehospitalisationsrate in 2020 erstmals unter 3% und konnte somit weiter verbessert werden (Die Rehospitalisationsrate dient als Qualitätsindikator und lag in der aktuellsten Auswertung von 2017 bei allen Schweizer Universitätsspitälern durchschnittlich bei 5.36%). Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie, konnte Meona als digitales Patientendokumentationssystem auf allen internistischen Stationen etabliert werden. Dank Schulungen durch unseren Kaderarzt Dr. Clemens Winterhalter und des Meona-Teams am USB, konnten andere Kliniken/ Abteilungen erfolgreich in den elektronischen Berichtsworkflow integriert werden. Dadurch konnte die interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit sichtbar effizienter gestaltet werden. Durch den neuen Workflow konnte die Latenz zwischen Austritt des Patienten und Versand des definitiven Austrittsberichtes von 9,1 auf 3,8 Tagen gesenkt werden.

Forschung und Lehre

  • Die Klinik für Innere Medizin konnte auch in 2020 erfolgreich zahlreiche klinische Studien durchführen. Viele davon in interdisziplinären Kooperationen, beispielsweise mit den Kliniken für Kardiologie und Infektiologie. Entsprechend breit waren die Forschungsthemen, welche von der Evaluation von Smart Devices, vielversprechenden Biomarkern, über die Messung von Antibiotikakonzentrationen bei schwerkranken Patienten bis hin zur Rolle des Komplementsystems bei Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen oder Lupus erythematodes reichten. Besonders hervorzuheben ist ein unter der Leitung von PD Dr. Michael Osthoff gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie erfolgreich beim Schweizer Nationalfonds eingegebener Projektantrag: in einer klinischen Studie wird ab 2021 die Wirkung einer entzündungshemmenden Therapie mit einem rekombinanten C1 Esterase Inhibitor auf die Folgen zerebraler Durchblutungsstörungen bei Patienten, die sich einem interventionellen Aortenklappenersatz unterziehen, untersucht. 
  • Darüber hinaus wurden auch in diesem Jahr zahlreiche Masterarbeiten und Dissertationen begleitet sowie eine wachsende Zahl von Fallberichten und Studien an Kongressen durch AssistenzärzteInnen vorgestellt und in peer-reviewed Zeitschriften erfolgreich publiziert. Besonders hervorzuheben ist der am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Nephrologie an Dr. Matthias Diebold verliehene Posterpreis für seine unter der Leitung von Prof. Tobias Breidthardt entstandene Arbeit zu akuter Niereninsuffizienz und nachfolgender Herzinsuffizienz-Hospitalisation. Diese Ergebnisse lassen sich auch erneut in der konstant guten Globalbeurteilung der Klinik für Innere Medizin durch Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der SIWF-Umfrage ablesen: 2020 lag die Note der Gesamtbeurteilung bei 4.9 (2014: 4.2). 

Personelles

  • Verleihung einer Titularprofessur an der medizinischen Fakultät durch die Universität Basel an Prof. Tobias Breidthardt
  • Habilitation von Frau PD Dr. Martina Kleber 
  • Ernennung zur Kaderärztin der Klinik für Innere Medizin: PD Dr. Eliska Potlukova
  • Ernennung zum Kaderarzt der Klinik für Innere Medizin: Dr. Mark Kirsch
  • Aufnahme in die Evaluationskommission Postdoc. Mobility im Bereich Biologie und Medizin des Schweizerischer Nationalfonds (SNF): Prof. Marten Trendelenburg

Ausblick 2021

Zwei grosse Themen werden uns 2021 weiterbegleiten. Einerseits COVID-19, was auch Thema von verschiedenen laufenden Studien in der Klinik ist. Anderseits die Reorganisation des Universitätsspitals Basel mit einer neuen Departements-Struktur ab Mai 2021. Der Wechsel der Klinik für Innere Medizin ins neue Departement Akutmedizin bietet die Chance einer Fokussierung auf den Patienten und auf den Patientenweg im Spital, der vollständig, von Ein- bis Austritt durch die Kliniken im Departement Akutmedizin abgedeckt wird (u. a. Notfallzentrum, Intensivmedizin, ambulante und stationäre Innere Medizin). Dadurch erhoffen wir uns eine weitere Steigerung der Qualität der medizinischen Versorgung und der Effizienz.   

Ausgewählte Publikationen

  • Donat C, Kölm R, Csorba K, Tuncer E, Tsakiris D, Trendelenburg M. Complement C1q enhances primary hemostasis. Front Immunol 2020 11 1522. 
  • Panagiotou A, Trendelenburg M, Heijnen IAFM, Moser S, Bonati LH, Breidthardt T, Fahrni G, Kaiser C, Jeger R, Osthoff M. A Randomized Trial of Recombinant Human C1-Esterase-Inhibitor in the Prevention of Contrast-Induced Kidney Injury. JACC Cardiovasc Interv. 2020 Apr 13;13(7):833-842.
  • Diebold M, Kozhuharov N, Wussler D, Strebel I, Sabti Z, Flores D, Shrestha S, Martin J, Staub D, Venge P, Mueller C, Breidthardt T. Mortality and pathophysiology of acute kidney injury according to time of occurrence in acute heart failure. ESC Heart Fail. 2020 Oct;7(5):3219-3224.
  • Dörr M, Weber S, Birkemeyer R, Leonardi L, Winterhalder C, Raichle CJ, Brasier N, Burkard T, Eckstein J. iPhone App compared with standard blood pressure measurement -The iPARR trial. Am Heart J. 2020 Dec 13;233:102-108. Epub ahead of print. 
  • Capoferri G, Osthoff M, Egli A, Stoeckle M, Bassetti S. Relative bradycardia in patients with COVID-19. Clin Microbiol Infect. 2020 Aug 18:S1198-743X(20)30495-X. Epub ahead of print.