Patientenzentriertes Management
Dr. Katharina Rüther-Wolf


Kennzahlen

2020 2019
Nutzwert (Reduktion Bearbeitungszeit & Materialkosten) [CHF] 463'000 539'000
gute bis sehr gute Zufriedenheit der Kursteilnehmenden 95% 95%
Anfragen nach Unterstützung zu V&W 45* 60
KVP-Preis Eingaben 23 8
Anzahl FTE Task Force Covid-19 3.5 0

*Diese Anfragen und die entsprechende Abwicklung entsprechen einem Zeitraum, in dem während 5 Monaten das Team, das sich dieser Anfragen annimmt, wegen Mitarbeit im Task Force Stab um 75% reduziert war.

Highlights 2020

Das Patientenzentrierte Management unterstützte die Kliniken und die Supportfunktionen in der Weiterentwicklung ihrer Patientenzentrierung. Organisatorisch formiert sich das PZM in die folgenden vier Themenfelder: Spitalstrategische Projekte, Prozesse, Academy und Verankerung+Weiterentwicklung. Zusätzlich übernahm das PZM ab August 2020 die Leitung des Patientenbeirates. Neben zwei erfolgreichen Meetings (online) und der Einführung einer eigenen Kategorie für den KVP-Preis durch den Beirat konnten zudem zwei neue Mitglieder gewonnen werden. 

Für den Kongress «Leaders in Healthcare» wurde ein Poster zu «Identifying Patient Centricity» eingereicht und angenommen.

Spitalstrategische Projekte: 

Um neue Projektmitarbeitende rasch mit hoher Wirksamkeit einsetzen zu können, wurde ein (Methoden-)Werkzeugkoffer mittels Folienstandards erarbeitet, der aufgrund hoher interner Nachfrage gerne zur Verfügung gestellt wird. 
Zwei der sieben abgeschlossenen Projekte aus 2020 möchten wir als Exemplar näher erläutern: 
Projekt «Prähabilitation Basel Herzchirurgie»: Durch die Unterstützung konnte eine klinikübergreifende Freigabe der Inhalte und des Konzeptes für ein personalisiertes Trainingsprogramm eingeführt werden. Damit ergibt sich eine Steigerung der Behandlungsqualität durch potentielle Reduktion der postop. Komplikationen. Die Edukation wird von 85% der Patienten weiterempfohlen und mehr als 60% fühlten sich dadurch besser auf die OP vorbereitet. Die weitere Entwicklung wird laufend von den Beteiligten weiterverfolgt und als Grundlage für weitere Entwicklung und wo möglich für angewandte Forschung verwendet.
Projekt «Praxisräumlichkeiten Felix Platter Spital»: Mittels intensiver Unterstützung in der Konzeptionierung und der Umsetzung konnten die neuen Räumlichkeiten im FPS bereits ab 01/2020 in Betrieb genommen werden und das Personal mit einer hohen Zufriedenheit operativ tätig sein. 

Prozesse: 

Im neu etablierten Themenfeld «Prozesse» wurde eine neue Dokumentationsform für die Prozesse (BPMN 2.0) im PZM und der IT sowie eine Erweiterung der Plattform Aris aufgebaut. Zwei Patientenpfade wurden gemäß Auftrag des Verwaltungsrates und der Spitalleitung identifiziert. Ihre Optimierung wird mittels den neu entwickelten Kennzahlen KoDu-(Koordinations- und Durchgängigkeits)-Index und Digitalisierungsgrad evaluiert. Beide Kennzahlen, die neu gemäss Strategie 2025 zur Messung der "koordinierten und durchgängigen Versorgung" erhoben werden sollen, stehen ab 2021 als strategische Kennzahlen zur Verfügung. In der Hämatologie (Definition von bereits zwei Patientenpfaden) wurde die T0 Messung des KoDu-Index durchgeführt. Zudem wurde der vom VR/SL geforderte SPOC (Single Point of Contact) eingeführt. In der Viszeralchirurgie konnten bereits acht IST- Patientenpfade, in der Dermatologie einer definiert werden. 

Academy: 

Trotz der erheblichen einschränkenden Massnahmen während der Pandemie ist es gelungen, die Schulungs-Dienstleistung und die Entwicklung in diesem Themenfeld weiter anzubieten und zu entwickeln.
Im Jahr 2020 besuchten über 500 Teilnehmende (intern und extern) das Angebot der PZM Academy. 
Neben den FMH akkreditierten internen Levels (1-5) wurden auch massgeschneiderte Angebote angefragt und erstellt. Zusätzlich wurden E-Learnings für die Level 1-2 erarbeitet, so dass im 2021 Level 1 und 2 online angeboten werden kann.
Erfreulicherweise wurden mehr als 95% der PZM Kurse zwischen gut und sehr gut bewertet. Insbesondere wurde die Anwendbarkeit des Erlernten für die eigene Praxis von den Kursteinlehmenden betont.

Verankerung und Weiterentwicklung: 

In diesem Themenfeld wurden Anfragen aus allen Bereichen des Kerngeschäftes gestellt, um die Anwendung der Lean Hospitals Tools einzuführen, zu vertiefen oder weiter zu entwickeln. Aufgrund der Pandemie konnten nicht alle Anfragen vom PZM zeitnah beantwortet werden, jedoch konnte dies mittels kontinuierlicher Kommunikation und dem Angebot, unser Kompendium zu verwenden oder e-Schulungen anzuschauen, teilweise kompensiert werden. Als Anwendungsbeispiel wurde eine messbare und nachhaltige Verbesserung durch die konsequente Nutzung des interprofessionell entwickelten Visitenstandards auf der Gyn Bettenstation erreicht. Signifikant verbessert hat sich damit das Besprechen des Austrittdatums (vor dem Zimmer und mit der Patientin im Zimmer).
Die Teilnahme am KVP Preis stieg trotz oder auch gerade während der ersten Welle der Pandemie. Dies konnten wir mittels eines Animationsfilms und den Gewinnerfilmen breiter kommunizieren.

Task Force Covid-19: 

Das PZM hat für die Task Force Covid-19 während der ersten Welle rund 9 FTE an Ressourcen aus dem gesamten Team zur Verfügung gestellt.  Für den Stab Task Force Covid-19 werden für 2021 1.5 FTE Verfügung gestellt. Projektbeispiele, die zusätzlich zu der Organisation des Stab Task Force Covid-19 erfolgten:

  • Aufbau operationeller Abläufe, Ausarbeitung von Standards und Prozessen (Ramp-up) Predigerkirche
  • Aufbau und Führung Mobiler Abstrich-Teams (MAT) April - Juli 2020 - gemeinsam mit MA des QM
  • Aufbau und Führung temporäres Test-Zentrum im Kiosk K1 - gemeinsam mit der Medizinischen Poliklinik
  • Aufbau und Ramp-up Test und Triage Center (TTC) in ehemalige Schwimmhalle - gemeinsam mit der Medizinischen Poliklinik. Sowie Übergabe an Medizinische Poliklinik.
  • Konzeptionierung, Durchführung und Auswertung der Evaluation der Wirkungsweise Task-Force während der ersten Welle inkl. Ausarbeiten der daraus empfohlenen Massnahmen.
  • Aufbau, Konzeptionierung und Umsetzung der Ressourcenallokation für den zusätzlichen Betrieb (ärztlich und pflegerisch).

Ausblick 2021

Spitalstrategische Projekte: 

Aufgrund der Reorganisation werden die eingereichten Projekte ab Mai 2021 durch das Gremium (CMO, CNO, CFO) halbjährlich priorisiert. Zudem liegt der Fokus im 2021 bei der Weiterentwicklung der Standards und im Besonderen auf der Wirkungsorientierung. 

Prozesse: 

Für das Jahr 2021 stehen im Fokus:

  • der Abschluss der T0/T1-Messungen des KoDu-Index und des Digitalisierungsgrades in den Patientenpfaden der Hämatologie, Viszeralchirurgie und Dermatologie (letzteres optional)
  • Umsetzung des strategischen Projekts zur Definition und Optimierung eines Patientenpfades mit der abschliessenden  Überprüfung des Einflusses auf das Behandlungsergebnis
  • Umsetzung der Patientenpfade gemäss Auftrag der SL (strategischer Auftrag) zur Einführung des KoDu-Index und  Digitalisierungsgrades in drei Patientenpfaden der Urologie, Frauenklinik und Clarunis Gastro sowie Optimierung diverser Patientenpfaden (u.a. Nuklearmedizin, HNO Poliklinik, Neurochirurgie etc.). 
  • Aufbau und Einführung einer spitalweiten Prozess-Plattform (Aris)

Für 2021 ist eine Erweiterung des inhaltlichen Angebots der Academy in Arbeit. Neben den Themen des "Lean Hospitals" und der "A3-Projekte" wird ein neuer Schwerpunkt "Prozesse" entwickelt.
Ab 2021 können in der PZM Academy E-Learning Kurse breit eingesetzt werden. 

Um den Trends und Entwicklungen der Erfolgsfaktoren aus der Patientenbefragung 2019 nachzugehen und die Wirkung der Massnahmen nachzuweisen, ist eine erneute Befragung für das Jahr 2021 geplant.

Ausgewählte Publikationen

  • Ratnitsky, Avital und Rüther-Wolf, Katharina (2020). Identifying Patient Centricity [Conference Poster]. Leaders in Healthcare 2020, London, UK.

  • Katharina Rüther-Wolf und Avital Ratnitsky (2020). Was brauchen Patienten, um im Mittelpunkt zu sein? Gazzetta, 2. Ausgabe.