Pflege/MTT
Isabelle Gisler, EMBA RN 


Highlights 2020

Personelles und Organisatorisches:
Dr. Jacqueline Martin, Leiterin Ressort Pflege / MTT, hat das Universitätsspital Basel Ende Juli 2020 verlassen. Sie hat per August 2020 die Geschäftsleitung (CEO) der Careum Hochschule Gesundheit in Zürich übernommen.

Seit 1. August 2020 wird das Ressort Pflege/MTT durch Isabelle Gisler geleitet. Sie begann ihren Berufsweg als diplomierte Pflegefachfrau DN II auf einer chirurgischen Akutstation am damaligen Kantonsspital Basel und erwarb anschliessend das Diplom Pflegeexpertin Anästhesie NDS HF. Danach übernahm sie am Zieglerspital in Bern die Leitung der Anästhesiepflege. Nach einem Jahr Auslandsaufenthalt am Universitair Medisch Centrum in Utrecht/ NL zog es sie zurück an das Universitätsspital Basel.
Berufsbegleitend hat sich Isabelle Gisler an der Berner Fachhochschule weitergebildet und erwarb nach Absolvierung mehrerer CAS (unter anderem Projektmanagement und Betriebsführung für Gesundheitsfachleute) einen Executive MBA in Leadership und Management. Ausserdem verfügt sie über ein CAS in systemischem Management im Gesundheitswesen der Universität St. Gallen. Sie war bis 2017 Teamleiterin Herz-Thorax-Urologie in der Anästhesiepflege und leitete danach den Fachbereich Pflege Chirurgie des Universitätsspitals Basel. 
Seit dem 1. August 2020 amtiert sie als Pflegedirektorin/Chief Nursing Officer. Dieser Funktion wird im Rahmen der Organisation 2021+ eine noch zentralere Rolle zukommen als bisher.

Neue Abteilung und Leitung «Integriertes Patientenmanagement»:
Seit 1. Oktober 2020 besteht die neue Abteilung «Integriertes Patientenmanagement», kurz IPM. Per 1. Januar 2021 werden die Abteilungen Betten- und Case Management sowie Sozialdienst zusammengeführt, die Abteilung Case Management wird zum gleichen Zeitpunkt angegliedert. Ab Mai 2021 werden die Hausnachtwachen Chirurgie und Medizin in die Abteilung integriert. Stefanie Paulke hat per 1. Oktober 2020 die Leitung des IPMs übernommen. Sie ist seit 1991 in verschiedenen Funktionen im Universitätsspital tätig (bisherige Leiterin Bettenmanagement Medizin), nach ihrer Ausbildung zur dipl. Pflegefrachfrau schloss sie ein Studium in Rechtswissenschaften mit Master of Laws (Medizinrecht) ab.

Wechsel Leitung Sozialdienst:
Ute Wetzel leitete bis Ende Januar 2020 den Sozialdienst des USB. Seit Mai 2020 hat Monika Hornung die Leitung übernommen. Sie ist diplomierte Sozialarbeiterin BA und arbeitet zudem als freiberufliche Supervisorin. Ihre Berufserfahrung hat sie in Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz, unter anderem als Institutionsleiterin, sammeln können.


Covid-19-Situation für das Ressort Pflege/MTT:
Die Covid-19-Pandemie hat zu diversen übergeordneten Aktivitäten und zum Aufbau temporärer Unterstützungs-Strukturen geführt:

  • Aufbau eines Ressourcen-Allokations-Teams im März 2020
  • Täglicher bereichsübergreifender Huddle (Pflegeleitungen, Ressourcen-Allokations-Team und Task Force-Leitung)

Praxisentwicklung Fachbereich Pflege:
Mit der Wiederbesetzung der beiden Programmleitungsstellen «Dekubitus- und Wundmanagement» mit Dr. Eva-Maria Panfil sowie «Delirmanagement» mit Kevin Seiler konnte das Team der Praxisentwicklung Pflege mit neuen Kompetenzen und Gesichtern wieder komplettiert und verstärkt werden.
Wie überall, wurde auch die Arbeit der Abteilung Praxisentwicklung von der Covid-19-Pandemie geprägt. Im Vordergrund stand dabei die Unterstützung des klinischen Betriebs. Pflegeexpertinnen des Teams Praxisentwicklung leisteten anfänglich Einsätze im «Abstrichteam» in der Predigerkirche und danach auf den Kohortenabteilungen. Die Methodologie der Praxisentwicklung zur Stärkung einer personenzentrierten Versorgung hat sich auch in dieser herausfordernden Situation der Pandemie bewährt. Sie leitete den Support für die nachfolgenden Angebote. Zum Schutz- und Hygieneverhalten bei der Pflege von Personen mit Covid-19 wurden Walk-in-Schulungen angeboten, die von unterschiedlichen Berufsgruppen rege genutzt wurden. Weiter wurden Abteilungen im Aufbau und Betrieb von Kohortenabteilungen für an Covid-19-erkrankte Menschen begleitet. Im Auftrag des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Aus- und Weiterbildung ein zweitägiger Kurs zur Pflege und Behandlung von Menschen mit Infektionskrankheiten konzipiert und angeboten. Es war eine intensive und lehrreiche Zeit. Dies zeigen auch die vier Fachpublikationen der Pflege, die in dieser Zeit entstanden sind. 
Um die frühzeitige Erkennung und optimale Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Delir zu verbessern, wurde das «Konzept Delir Pflege» in der Praxis implementiert. Dafür wurden verschiedene Mittel wie zum Beispiel Weiterbildungen und Pocketcard genutzt. Eine wichtige Ressource waren dabei die Ressourcenpflegenden. Sie haben in der Entwicklung und Umsetzung der Massnahmen einen grossen Beitrag geleistet und fungieren auf den Abteilungen als Multiplikatoren. 
Die erfolgreiche Re-Zertifizierung des Tumorzentrums sowie die Zertifizierung der Qualität in der Palliative Care waren Teil der Arbeit der beiden Programmleitungen Pflege Onkologie und Palliative Care. 


Praxisentwicklung Fachbereich Therapien:
Die Praxisentwicklung Therapien hat sich etabliert in der interprofessionellen und interdisziplinären fachlichen Zusammenarbeit. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten referierten am Kurs «Pflege und Behandlung von Menschen mit Infektionskrankheiten». Im Rahmen der Evaluation «Wechseldruckmatrazen» haben die Therapien mitgearbeitet. Für Covid-19-Erkrankte im Unispital Basel und zu Hause wurde die Broschüre «Physiotherapeutische Übungen für isolierte Patientinnen und Patienten mit COVID-19» erstellt, ebenso ein Video «Dehaim gsund blyybe» für ältere Menschen in häuslicher Isolation zusammen mit Ärztinnen und Ärzten des Unispitals, dem Gesundheitsdepartement und Telebasel. Neu gibt es auch ein Therapieangebot zur pulmonalen Rehabilitation nach Covid-19.
Auf der Intensivstation wurde eine Falluntersuchung «Frühe ergotherapeutische Intervention zur Prävention und Behandlung eines Delirs bei beatmeten Patientinnen und Patienten» durchgeführt. Für das Behandlungskonzept der Psychosomatik und Pflege von Anorexia nervosa Patientinnen und Patienten wurde ein physiotherapeutischer Behandlungsleitfaden erstellt. Den KVP-Preis in der Kategorie Patientensicht gewann die «Patienteninformationsbroschüre bei elektiven herzchirurgischen Eingriffen», welche zusammen mit der Herzchirurgie, Pflege Intensivstation und Kinaesthetics erarbeitet wurde. Am Symposium «Akutstationäre Physiotherapie», welches im Januar 2020 am USB stattfand, war das Thema «Bewegungsförderung».
«Hospital in Motion» ist eine neue Bewegung. Sie kommt aus der Physiotherapie und wird interprofessionell und mit Beteiligung von mehreren Spitälern (Unikliniken, Kantons-und Regionalspitälern) der Deutschschweiz die Mobilisation und Bewegung von Patientinnen und Patienten im stationären Bereich mit viel Engagement vorantreiben. Die Praxisentwicklung Therapien sind eng eingebunden und engagiert. Davon profitiert auch das Projekt am Unispital namens «Bewegungsförderung im Akutspital».


Sozialdienst:
Der Sozialdienst am Universitätsspital erbringt Dienstleistungen zu Gunsten von Patientinnen und Patienten für den Kanton BS in der Form gemeinwirtschaftlicher Leistungen (GWL). Dazu gehören die psychosoziale Beratung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen, die Abklärung und Meldung von Gefährdungssituationen nach dem Kindes- und Erwachsenenschutzrecht sowie die sozialrechtliche Beratung zum Beispiel in Bezug auf Krankentaggeld, IV, Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigung. Trotz zeitweise reduzierter Belegung wegen Covid-19 gab es 2020 einen signifikanten Anstieg komplexer Fälle, insbesondere in der Frauenklinik.
Ein weiterer Schwerpunkt des Sozialdienstes war die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Tumorzentren, die Teilnahme an Zertifizierungen der Deutschen Krebsgesellschaft und in diesem Zusammenhang auch eine Überarbeitung der Informationen für Patientinnen und Patienten auf Flyern und im Intranet.
Das Integrierte Patientenmanagment (IPM), zu dem der Sozialdienst nun gehört, startete 2020. In einem ersten Schritt konnten Sozialdienst und Case Management ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren.

Ausblick 2021

Seit Januar 2021 heisst das Ressort Pflege/MTT neu Direktion Pflege/MTT und wird von Isabelle Gisler und Anja Hermann als Stellvertreterin geführt. Aufgrund der Organisation 2021+ werden sich einige Veränderungen in der Direktion Pflege/MTT ergeben. 
Im Rahmen des Transformationsprozesses geht die Direktion Pflege/MTT von einer Fachführungsaufgabe in eine Linienorganisation über. 
Die Medizinische Direktion wird in der neuen Organisationsstruktur des Unispitals fachlich gemeinsam von der Direktorin Pflege/MTT und dem Ärztlichen Direktor geführt. Folgende Abteilung der Medizinischen Direktion werden ab 1. Mai 2021 der Direktorin Pflege/MTT unterstellt: Praxisentwicklung und Forschung Pflege/MTT, Patientensicherheit, Diversity Management und die Seelsorge in einer assoziierten Funktion.

Die Abteilung IPM wird per 1. Mai 2021 Teil des neuen Departements «Prozesse, Planung und Steuerung (DPPS)» und ist somit nicht mehr direkt in der Direktion Pflege/MTT angesiedelt. 

Die Abteilung Praxisentwicklung und Forschung Pflege/MTT, bestehend aus den Abteilungen Praxisentwicklung Pflege und Praxisentwicklung Therapien wird unter der Leitung von Anja Hermann, stellvertretenden Direktorin Pflege/MTT die Akademie-Praxis Partnerschaft mit dem Institut für Pflegewissenschaft (INS) weiter vertiefen und ausbauen.  

Praxisentwicklung Fachbereich Therapien:
Zusammen mit dem Patientenzentrierten Management wird im Teilprojekt «Material/Hilfsmittel zur Bewegungsförderung» eine Ist- und Soll-Analyse erstellt. Der Pilot-Mobilitätsplan für stationäre Patientinnen und Patienten ist ausgewertet und wird neu umgesetzt werden.
Das Pilotprojekt «Praeha Basel Viszeral-Chirurgie» zur Prähabilitation bei elektiven viszeralchirurgischen Eingriffen wird durchgeführt.

Ausgewählte Publikationen

  • Schönfeld S, Denhaerynck K, Berben L, Dobbels F, Russell C, Crespo-Leiro M, De Geest S, on behalf of the BRIGHT Study Team†. (2020). 
  • Prevalence and Correlates of Cost-Related Medication Nonadherence to Immunosuppressive Drugs After Heart Transplantation. The Journal of Cardiovascular Nursing: May 18, 2020 - Volume Publish Ahead of Print - Issue - doi: 10.1097/JCN.0000000000000683.
  • Rabes C, Bläuer C, Büche V, Gisler Ries I, Knüppel Lauener S, Kuehl R, Osthoff M, Pfeiffer M, Probst S, Todorov V, Panfil E-M. (2020). Zwischen Traum und Trauma – Aufbau und Betrieb einer Kohortenstation für Patient_innen mit COVID-19 in einem Akutspital. Pflege (2020), 33 (4), 247–255; doi.org/10.1024/1012-5302/a000746.
  • Daly ML, Zimmer A, Stickling J, Daikeler Th, Grossmann F. (2020). COVID-19 driven care changes in high risk patients from an outpatient to a community Setting. Pflege (2020), 33 (4), 219–227; https://doi.org/10.1024/1012-5302/a000753
  • Hirsbrunner T, Siegrist E, Rettke H, Frei IA. (2020). Taking a step into the unknown: facilitators’ role and experiences after attending the Foundation Practice Development School. International Practice Development Journal. Volume10, Issue2, Article7. doi.org/10.19043/ipdj.102.007.
  • Dreher‐Hummel Th, Nickel Ch, Nicca D, Grossmann F. (2020). The challenge of interprofessional collaboration in emergency department team triage – An interpretive description. Journal of Advanced Nursing. https://doi.org/10.1111/jan.14675.